Kitzingen
Wissenschaft

Blick in die Forschung

Ein Riesentruck macht auf dem Pausenhof des Armin-Knab-Gymnasiums Station. Kinder und Erwachsene sind von seinen Angeboten begeistert.
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Dr. Anne Wiekenberg erklärt den Atomaufbau von Geschmäckern.
Dr. Anne Wiekenberg erklärt den Atomaufbau von Geschmäckern.
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Das imposante Fahrzeug auf dem Parkplatz des Armin-Knab-Gymnasiums in Kitzingen hat schon bei seinem Aufbau für Neugierde gesorgt. Kein Wunder: 17 Meter lang und 7,50 Meter hoch ist es. So einen doppelstöckigen Truck sieht man nicht jeden Tag.
Um den Schülern die Welt der Biotechnologie näher zu bringen, besuchte das "BioTechnikum" des Bundesministerium für Bildung und Forschung zwei Tage lang Kitzingen. Standort: Das Armin-Knab-Gymnasium.
Den Vortritt hatten die Kinder verschiedener Schulen. Nicht nur die Gymnasiasten, sondern auch Grundschüler waren am Donnerstagvormittag gekommen. Die Schüler konnten von all den "spielerischen" Angeboten im Inneren des Truck nicht genug bekommen. Höhepunkt: Ein persönliches DNA aus der Mundschleimhaut erstellen. Am Nachmittag kamen viele Schüler mit ihren Eltern zurück. Vorwiegend mit den Müttern. Und die waren genau so begeistert.
"Wenn es das zu meiner Zeit gegeben hätte, hätte man auch was anderes werden können", meinte die 44-jährige Heidi Grötsch seufzend und beugte sich noch einmal über das Mikroskop, um sich einen Hautfetzen näher zu betrachten.
Knorpel und Haut werden erst seit einigen Jahren im Labor hergestellt. Dadurch wird die Behandlung von Verbrennungen am menschlichen Körper optimaler durchgeführt. Das ist nur einer von vielen Aspekten, die im mobilen Labor auf 100 Quadratmeter dem interessierten Publikum näher gebracht werden.

Einfach cool

Lena geht in die 7. Klasse des AKG. "Ich bin schlecht in den Bio-Fächern, aber ich finde es cool, hier drin zu sein", sagt sei. Und genauso cool brachte sie die Moleküle mit den Antikörpern in Verbindung, ohne sich dabei im Klaren zu sein, was sie eigentlich fertig gebracht hatte.
Luca, ein neunjähriges Mädchen, hat ihre Mutter Carina Kristmann und ihren sechsjährigen Bruder Leo mitgebracht. "Einfach cool, was hier geboten wird", meint sie. Und deshalb wird es am großen Bildschirm langsam eng. Erwachsene und Kinder versuchen sich in einem intelligenten Computerspiel. In vier Minuten muss mit der Fußbewegung auf einer Plattform die Frage herbeigeholt werden. Am Steuer hat man zwei Knöpfe für die richtige Antwort zur Verfügung. Thema: eine Reise in unsere Körperzellen. Kaum einen überrascht es, dass die Kinder besser und schneller sind als die Erwachsenen.
Dr. Anne Wiekenberg ist promovierte Biologin und seit einem Jahr beim Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung dabei. "Ich habe inzwischen alle deutschen Bundesländer kennen gelernt", erzählt sie lachend. "Die Biotechnologie ist relativ neu und setzt sich aus verschiedenen Fächern zusammen", erzählt sie. Schülern aus allen Schulbereichen, die gerne Biologie, Chemie, Physik und Mathematik studieren, zeigen Wiekenberg und ihre Kollegen, wie sie sich in zwei bis dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit an die spannenden Laborberufe der Zukunft annähern können.
Studien in Medizin, Pharmazie, Informatik, Verfahrenstechnik sowie Material- und Agrarwissenschaften erweitern die biotechnische Berufspalette.
Geduldig erklärt Wiekenberg jedem Besucher die einzelnen Vorführexperimente. Unter den Kindern sind mehr Jungs als Mädchen anwesend. Bei den Erwachsenen ist es genau anders: Kaum ein Mann lässt sich im Truck sehen.
Das Interesse für die Biotechnologie ist jedoch geweckt. Die erfolgreiche Reise dieses mobilen Labors durch Deutschland wird für weitere drei Jahre fortgesetzt. Es ist nicht auszuschließen, dass er noch einmal nach Kitzingen kommt.

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