Wiesentheid

Bischof bittet: Füreinander einstehen

Aus der sommerlichen Hitze Tansanias ins winterkühle Franken reiste Bischof George Mark Fihavango, um die Pfarrei Rüdenhausen-Wiesentheid zu besuche. Durch den  Bischof der Morogoro-Diözese der evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania, Jacob Mameo, der zweimal in der Pfarrei zu Gast gewesen war, hatten sich bereits Kontakte nach Tansania entwickelt, die nun durch den Besuch des Bischofs der Süddiözese intensiviert werden konnten, wie Pfarrer Martin Fromm für die Kirchengemeinde mitteilt.
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Die Mitwirkenden des Gottesdienstes: Prädikant Andreas Späth, Pfarrer Martin Fromm, Bischof George Fihavango, Pfarrer Gerhard Muck. Foto: Ursula Reisinger

Aus der sommerlichen Hitze Tansanias ins winterkühle Franken reiste Bischof George Mark Fihavango, um die Pfarrei Rüdenhausen-Wiesentheid zu besuche. Durch den  Bischof der Morogoro-Diözese der evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania, Jacob Mameo, der zweimal in der Pfarrei zu Gast gewesen war, hatten sich bereits Kontakte nach Tansania entwickelt, die nun durch den Besuch des Bischofs der Süddiözese intensiviert werden konnten, wie Pfarrer Martin Fromm für die Kirchengemeinde mitteilt.

Bischof Fihavango, predigte in den gut besuchten Gottesdiensten zum 4. Advent in der Wiesentheider Gnadenkirche und der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Rüdenhausen. In lebendiger und farbiger Weise legte er das Wort Gottes aus. Die tansanische Kirche wurde in ihren Anfängen maßgeblich durch die Arbeit deutscher Missionare aufgebaut. Dafür dankte der Bischof und richtete die Grüße aus der Partnerkirche aus. Zugleich drückte er, der aus einer Kirche stammt, die sehr schnell und stark wächst, seine Anteilnahme an einer Kirche aus, die sich im schleichenden Niedergang befinde und einen dauernden Aderlass an Gemeindegliedern zu verkraften habe.

Die Verpflichtung zur wechselseitigen Anteilnahme und die Verantwortung der Christen füreinander, veranschaulichte der Bischof mit Hilfe einer Geschichte aus Afrika: Ein reicher Bauer fährt eine große Ernte in seine Scheune ein. In der Scheune wohnt eine Ratte, die sich von der Ernte ernähren möchte. Der Bauer stellt daher eine Rattenfalle auf. Die Ratte sieht sich nach Hilfe um, um die Falle zu entschärfen. Zuerst wendet sie sich an den Gockelhahn, aber der sagt: „Was geht mich eine Rattenfalle an?“ Dann spricht sie mit dem Ziegenbock, aber der antwortet: „Was habe ich mit einer Rattenfalle zu schaffen?“ Zuletzt geht sie zum großen Bullen. Aber auch der Bulle weist sie ab: „Eine Rattenfalle betrifft mich nicht.“ Eine Schlange kriecht – auf Jagd nach Ratten – in die Scheune und gerät in die Rattenfalle. Die Frau des Bauern hört das Geräusch und läuft in die Scheune - aber in der Falle ist keine Ratte, sondern die Schlange. Sie beißt der Frau in die Hand. Die Frau braucht jetzt viel Kraft, darum wird der Gockelhahn geschlachtet, um ihr eine Hühnerbrühe zu kochen. Im Krankenhaus wird tierisches Eiweiß für ihre Behandlung benötigt, dafür wird der Ziegenbock geschlachtet. Als die Frau trotzdem stirbt, werden viele Menschen zu ihrer Beerdigung erwartet – um sie zu bewirten, wird auch der Bulle geschlachtet. Da meint die Ratte: „Sagtet ihr nicht alle - die Rattenfalle geht euch nichts an?“ Wir können, so der Bischof, die Probleme der anderen nicht ignorieren und sagen: „Das geht uns nichts an!“ Die Probleme der anderen betreffen uns selber. Darum müssen wir Christen in Tansania und Deutschland füreinander einstehen. Die von Pfarrer Gerhard Muck aus dem Suaheli ins Deutsche übersetzte Predigt bewegte die Gemeinde sehr. 

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