KITZINGEN

Bildungsregion? Auf der Suche nach dem Mehrwert

Die Idee der Bildungsregion Bayern stammt aus dem Kulturministerium und aus 2012. Die SPD-Fraktion im Kreistag hat sie aufgenommen. Mit welchem Erfolg, ist offen.
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Die Idee der Bildungsregion Bayern stammt aus dem Kulturministerium und aus dem Jahr 2012. Die SPD-Fraktion im Kreistag hat sie aufgenommen, 2015 auf den Tisch gebracht und angesichts der damals abzusehenden Belastung durch die Flüchtlingswelle nicht weiterverfolgt. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß mit dem Ziel, den Landkreis zur Bildungsregion weiterzuentwickeln.

Der Antrag erreichte vor einigen Tagen den Kreistag und seine Ausschüsse. Zu kurzfristig für eine Entscheidung. Am Ende der jüngsten Kreisausschusssitzung stand fest: Das Thema wird vertagt und in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Schulausschuss noch einmal auf seine Umsetzbarkeit abgeklopft.

Damit war SPD-Fraktionschef Robert Finster zufrieden. Seine Fraktion sieht in der Weiterentwicklung des Kreises zur Bildungsregion die Chance zur noch besseren Vernetzung aller an der Bildung Beteiligten im Landkreis. Das könnte die Bildungschancen aller erhöhen und dazu beitragen, die sogenannten bildungsfernen Haushalt zu erreichen.

Das Ziel war in der Sitzung unbestritten. Ob es dazu des aufwendigen Prozesses über die Bildungsregion braucht, blieb eher offen. Klar stellte die Landrätin: „Wir sind ein sehr gut aufgestellter Bildungslandkreis.“ Top ausgestattete Schulen sind da. Ergänzende soziale Einrichtungen wie die Familienstützpunkte und die Zusammenarbeit Schule/Wirtschaft und eine Vernetzung gibt es damit längst.

Die Frage war also: Wo ist der Mehrwert, außer dass es am Ende des Prozesses eine Zertifizierung und ein Qualitätssiegel gibt? Eine Schnellumfrage beispielsweise von Schulamtsdirektor Kurt Krause unter unterfränkischen Landkreisen, die bereits Bildungsregion sind, ließ die Frage nach dem Mehrwert eher offen. Auch die für das Sachgebiet Schule zuständige Renate Moller kam bei ihren Recherchen nicht sehr viel weiter.

Klar dagegen ist der Aufwand. Landrätin Tamara Bischof stellte für den Fall eines Einstiegs in das Verfahren klar: Ohne mehr Personal ist das nicht zu schaffen. Eine Ganztags- und einen Halbtagsstelle müssten es schon sein, plus Sachaufwand.

Die Diskussion im Ausschuss dreht sich im Kreis. Klar war schnell: Für eine Entscheidung reichen Zeit und Informationen nicht. Die sollen es in einer gemeinsamen Sitzung ebenso geben wie Referenten, die von ihren Erfahrungen berichten werden. Ob sich danach der Landkreis auf den Weg zu einer Bildungsregion macht, wird sich zeigen.

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