Die drei Linden an der Kreuzigungsgruppe in der Würzburger Straße in Biebelried gehören mindestens genauso zum Ortsbild wie Kirchturm und Johanniterkastell. Und dennoch musste der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einen Beschluss fassen, der den meisten Ratsmitgliedern und – nach eigenem Bekunden – vor allem Bürgermeisterin Renate Zirndt nicht leicht fiel:

Eine der drei Linden muss gefällt werden, und zwar so schnell wie möglich. Dabei handelt es sich um die – von der Straße aus gesehen – rechte Linde an der Ecke Effeldorfer Weg/Würzburger Straße.

Grund ist ein massiver Befall des Baumes mit Brandkrustenpilz, der den Stamm faulen lässt. Laut einem Gutachten ist die „Stand- und Bruchsicherheit“ des Baumes nicht mehr gegeben. „Das Versagensrisiko ist zu hoch, es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Linde ist umgehend zu fällen“, heißt es in dem Gutachten, das nach Aussage von Bürgermeisterin Zirndt rund 600 Euro gekostet hat.

Dürre Zweige fielen schon in der Vergangenheit herunter, 2012 entfernte die Kreisgärtnerei abgestorbene Äste. Laut dem daraufhin veranlassten Gutachten ist am Stammfuß der Linde „offene Fäule“ zu sehen, im Inneren des Stammes sei die Fäule „schon weit fortgeschritten“.

In der Sitzung am Dienstag machte sich Bürgermeisterin Renate Zirndt trotz des vernichtenden Urteils im Gutachten für einen Erhalt des Baumes stark: „Die Lindengruppe prägt das Ortsbild maßgeblich, sodass ich mich persönlich für einen möglichst langen Erhalt der kompletten Gruppe ausspreche.“ An der betroffenen Linde solle man im Herbst einen „stärkeren Pflegeschnitt“ vornehmen lassen, den Baum aber nicht fällen.

Damit fand sie im Gemeinderat jedoch keine Mehrheit. Baureferent Christian Pavel riet dazu, lieber der Empfehlung der Fachleute zu folgen. Ähnlich sahen das auch Gunnar Krauß und Jochen Kuhstrebe. Rudolf Schömig dagegen wollte den Baum auf jeden Fall erhalten und brachte sogar ein Gegengutachten ins Spiel. Bei der Abstimmung waren dann aber nur vier Ratsmitglieder gegen ein Fällen der Linde, sieben sprachen sich dafür aus.

Bis auf weiteres müssen auch die Bänke aus Sicherheitsgründen verschoben werden. Im Zuge der Dorferneuerung soll dann ein Ersatz für die gefällte Linde gepflanzt werden.