Kitzingen

Betrunkener rastet aus: Teurer Tritt gegen das Schienbein

Das Gericht in Kitzingen verurteilt einen Mann zu 6300 Euro Geldstrafe für Widerstand und Angriff auf einen Polizisten. Im Spiel waren viel Alkohol und viele Probleme.
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Die Justizia steht symbolisch für die Gerechtigkeit. Foto: Peter Steffen, dpa

Die Festnahme eines 25-Jährigen ist im Dezember in Kitzingen aus dem Ruder gelaufen. Vier Polizisten waren nötig, um den Betrunkenen auf die Wache und dann in ein Bezirkskrankenhaus zu bringen. Der Mann leistete massiven Widerstand und hat dabei einen Polizisten ans Schienbein getreten. Vor Gericht gab es jetzt die Quittung: 6300 Euro für Widerstand gegen Vollzugsbeamte in zwei Fällen, einen tätlichen Angriff und die Körperverletzung.

Warum der Mann einige Tage vor Weihnachten nachts so ausgerastet ist, konnte er dem Gericht nicht so ganz erklären. Eine Flasche Wodka, acht Bier und zwei kleine Jägermeister haben sicher eine erhebliche Rolle gespielt. Dazu kamen Probleme mit der Freundin, der Ex-Frau und die nicht unerhebliche Schulden, die der Handwerker angesammelt hatte. "Es ist alles zusammengekommen", sagte er vor Gericht. "Da habe ich getrunken, um wieder runterzukommen."

Besuch vom Notarzt

Geklappt hat das aber eher nicht. Der junge Mann hatte kurz vor Mitternacht nach ausgiebigem Alkoholkonsum Besuch vom Notarzt. Der brachte ihn mit Unterstützung der Polizei ins Krankenhaus. Dort verschwand er aber wieder und tauchte wenig später vor der Wohnung auf, in der sich seine Freundin befand. "Ich habe rumgeschrien, wollte mit ihr reden", sagte er vor Gericht. Aber statt mit der Freundin, redete er wenig später mit der herbeigerufenen Polizei.

"Es war zunächst alles normal", sagte einer der vier eingesetzten Beamten. Als die dem Mann klar machen wollten, dass das mit der Freundin in der Nacht und in dem Zustand nichts bringt und er aufgefordert wurde, mit auf die Inspektion zu kommen, "ist er hochgekocht", wie einer der Polizisten sagte. Er drohte an, sich selbst etwas anzutun und "noch ganz andere Dinge" zu machen. Alle vier Mann waren nötig, um den Mann in den Streifenwagen zu bringen. Dabei bekam ein Beamter einen Tritt ans Schienbein. Im Auto rammte der inzwischen gefesselte Mann mit seinem Kopf immer wieder gegen die Autotür. Schließlich ging es dann doch relativ stressfrei in die Ausnüchterungszelle. Als die Polizisten ihm eröffneten, dass sie ihn auch wegen des angedeuteten Suizids in ein Bezirkskrankenhaus verlegen wollten, ging der Stress erneut los. Der Transport war erst nach einer Beruhigungsspritze durch den Notarzt möglich.

Blütenweißes Bundeszentralregister

Warum das alles? Diese Frage konnte der Angeklagte dem Gericht nicht wirklich beantworten. Einig waren sich Staatsanwältin und Gericht auch mit Blick auf das leere Bundeszentralregister, dass eine Geldstrafe ausreicht. Am Ende wurden es 140 Tagessätze zu 45 Euro. "Ich bin einverstanden", sagte der Mann und versicherte: "Das war eine einmalige Dummheit. Das passiert nie wieder. Da bin ich mir sicher."

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