MICHELFELD

Bertram Wirth ist der Neue am Ratstisch

Im Marktstefter Stadtrat wurde ein neues Mitglied begrüßt. Bertram Wirth verstärkt die Gruppe der Freien Wähler.
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Bertram Wirth (links) von den Freien Wählern Marktsteft wurde am Montag von Bürgermeister Thomas Reichert für den Markstefter Stadtrat vereidigt. Er tritt damit die Nachfolge des verstorbenen Stadtrates Günther Seitz an Foto: Foto: Regina Sterk

Der Marktstefter Stadtrat tagte am Montag im Ortsteil Michelfeld. Zu Beginn wurde Bertram Wirth von den Freien Wählern Marktsteft als neuer Stadtrat vereidigt. Er ist der Nachfolger des verstorbenen Günther Seitz. Eigentliche Nachfolgerin wäre Simone Ossenkemper gewesen. Da sie aber zwischenzeitlich Mitarbeiterin der Verwaltung wurde, verbietet die Inkompatibilitätsregelung der Gemeindeordnung einen Sitz am Ratstisch. Also folgte Bertram Wirth, der nach seiner Vereidigung seinen Platz am Tisch einnahm.

Jahresplan für den Stadtwald

Förster Achim Volkamer stellte den Jahresbetriebsplan 2018 für den Stadtwald vor. Dabei hält sich der Holzeinschlag in Grenzen, geplant sind insgesamt 130 Festmeter. Der Großteil davon sind Kiefern, die aufgrund der großen Hitze im Sommer 2015 ohnehin nicht mehr gesund oder gar am Absterben sind. Deshalb erwarte sich der Förster nicht allzu viel Gewinn aus dem Holz, das man lediglich für Paletten verwenden könne. Rund 450 neue Pflanzen werden in den Wald gebracht, davon sind 300 Ersatz für vertrocknende Jungpflanzen.

Unterm Strich könne mit einem Erlös von rund 2600 Euro gerechnet werden, so der Förster. Sorgen macht ihm die Entwicklung der Kiefer, die neben der Hitze auch mit diversen Schädlingen zu kämpfen hatte. Grundsätzlich sei eine Umstellung zum Mischwald empfehlenswert, meinte er. Bürgermeister Thomas Reichert bat ihn, für die kommenden Jahre ein entsprechendes Konzept samt Kostenschätzung auszuarbeiten, sodass der Stadtrat über weitere Schritte entscheiden könne.

Streit um eine Haustür

Ein Dauerbrenner ist die Diskussion um eine Haustür in der Marktstefter Herrnstraße. Sie ist aus Kunststoff und widerspricht damit der geltenden Gestaltungssatzung, die Holztüren vorschreibt. Der Eigentümer weigert sich jedoch, die Tür auszutauschen, die schon von der Vorbesitzerin des Gebäudes eingebaut wurde. Auch „sanfter Druck“, so der Aktenvermerk der Verwaltung, konnte ihn nicht zum Umbau bewegen. Nun entschied der Stadtrat, weiter auf eine Holztür zu bestehen. Schlimmstenfalls ist die Weigerung des Eigentümers eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe belegt werden könnte. Bürgermeister und Räte zeigten sich entschlossen, diesen Weg notfalls zu gehen.

Ebenfalls zum wiederholten Mal beschäftigte die Räte der Abbruch und Neubau zweier Wohnhäuser in der Schwanenwirtsgasse. Die Baugenehmigung dafür wurde bereits vor Jahren erteilt und auf Antrag der Bauherren schon dreimal verlängert. Nun lag der Antrag auf eine weitere Verlängerung um zwei Jahre vor. Die wollen die Räte nicht ohne weiteres erteilen.

Dieter Lang (Sozialer Bürgerblock) sprach von einem „Schlussstrich“ und überlegte, ob die bei der ursprünglichen Antragsstellung geltenden Vorschriften überhaupt noch alle in gleicher Form gültig seien. Dirk Albrecht (Freie Wähler) schlug vor, zu prüfen, warum es mit dem Baufortschritt hakt. Sinnvoll sei es, die Bauherren mit dem Stadtplaner zusammen zu bringen, der vielleicht helfen könne. Mit zwei Gegenstimmen aus dem Sozialen Bürgerblock wurde der Verlängerung schließlich „letztmalig“ zugestimmt.

Nicht nur landwirtschaftlicher Verkehr

Die Beschwerde einer Anwohnerin „Im Gärtlein“ in Michelfeld hatte zu einem Ortstermin im September geführt. Sie beklagte, dass ein Flurweg nicht nur vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werde – wie laut Beschilderung erlaubt – sondern zahlreiche Fahrzeuge dort entlang fahren würden. Zusammen mit der Polizei haben Bürgermeister Reichert und Bauhofleiter Wolfgang Seitz sich die Lage angesehen.

Als Ergebnis wurde nun zunächst das Ortsschild rund 40 Meter nach innen versetzt um klar zu machen, dass der Weg nicht im Ortsbereich liegt. Die Einschränkung „nur für landwirtschaftlichen Verkehr“ stammte noch aus der Zeit, als der Weg nur geschottert war und sehr viel Staub aufgewirbelt wurde, erklärte Stadtrat Wolfgang Möser. Seit er durch die Jagdgenossenschaft geteert worden war, bestand hierfür keine Notwendigkeit mehr. Mit einer Gegenstimme beschlossen die Räte nun, den Weg für alle Verkehrsteilnehmer freizugeben.

Den nächsten Schritt nahm das Baugebiet Oechsnerweg in Michelfeld. Die Räte beschlossen am Montag den Bebauungsplan, der zugleich Satzung ist. Die Änderungen aus den Einwendungen der Träger öffentlicher Belange wurden eingearbeitet, boten aber keinen Stoff für Diskussionen. Damit sind die Weichen für das Baugebiet gestellt. Die Erschließung soll nun zeitnah erfolgen.

Mehr Geld für das Tierheim

Noch einmal waren der Kitzinger Tierschutzverein und seine Bitte um größere Zuschüsse Thema. Nach einer Besprechung aller Bürgermeister hierzu schlug Thomas Reichert seinen Räten vor, den Zuschuss von bisher 20 Cent auf einen Euro je Einwohner zu erhöhen. Im Jahr 2016 waren 25 Fundtiere aus der VG Marktbreit im Tierheim aufgenommen worden, davon acht aus Marksteft. Die dafür anfallenden Kosten seien mit dem bisherigen Beitrag lange nicht gedeckt, so der Bürgermeister. Für Marktsteft bedeutet die Erhöhung einen jährlichen Beitrag von rund 1900 statt bisher 380 Euro. Dagegen hatte niemand etwas, alle stimmten der Erhöhung zu.

Die Ergebnisse der örtlichen Rechnungsprüfung für 2015 und 2016 lagen vor und wurden ohne Einwände zur Kenntnis genommen. Zwar gab es kleinere Anmerkungen, die von der Verwaltung aber alle plausibel erklärt wurden. Eckard Himmel regte an, die Anmerkungen wieder in der Sitzung zu besprechen, wie es früher üblich gewesen sei. Der Bürgermeister nahm den Vorschlag auf und versprach ihn umzusetzen. Für die Jahresrechnungen aus beiden Jahren erteilten ihm die Räte Entlastung.

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