KITZINGEN

Beleidigungen im Sozialamt

Der 44-Jährige war sich sicher: Seiner Bekannten stand mehr Geld vom Sozialamt zu. Die Forderung im Amt eskalierte jedoch – und endete nun für einen Kasachen vor Gericht.
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Der 44-Jährige war sich sicher: Seiner Bekannten stand mehr Geld vom Sozialamt zu. Deshalb bot er sich an, ihr zu helfen. Zusammen mit der Frau tauchte der gebürtige Kasache im Februar dieses Jahres im Kitzinger Landratamt auf, um die vermeintlichen Rechte einzufordern.

Als das nicht klappte, wurde der Mann ausfällig. Kaum hatte der Sachbearbeiter den Kopf geschüttelt und die Forderungen als haltlos abgelehnt, ging es auch schon los: Eine Schimpftirade ergoss sich über den Ablehner – selbst als Nazi musste sich der Mitarbeiter bezeichnen lassen. Als der Sachbearbeiter dann auch noch angespuckt wurde, war der Ofen endgültig aus. Doch der ungebetene Besucher erwies sich als hartnäckig und kam auch der Aufforderung, das Amt umgehend zu verlassen, zunächst nicht nach. Erst die Polizei beendete schließlich den Spuk.

Die Aktion brachte dem 44-Jährigen einen Strafbefehl über 900 Euro ein (60 Tagessätze zu je 15 Euro). Bezahlen wollte er das aber irgendwie nicht. Deshalb legte er Einspruch ein und die Beleidigungsklage landete vor dem Kitzinger Strafrichter Bernhard Böhm.

Auf der Anklagebank gibt sich der Mann reumütig: Er habe der Frau „nur helfen wollen“. Auch könne er sich nicht mehr erklären, „warum das passiert ist“. Immerhin springt jetzt auch eine Entschuldigung heraus: Der Vorfall tue ihm „von ganzem Herzen sehr leid.“

Was den Mann, der bereits zweimal vorbestraft, nun aber veranlasste, vor Gericht zu ziehen, bleibt sein Geheimnis. Die mögliche Hoffnung jedenfalls, dass es vielleicht billiger werden könnte, zerstörte das Gericht umgehend: „Billiger kommen Sie nicht davon!“ Oder anders ausgedrückt: Bei einem Urteil könnte es sogar teurer werden. Was den 44-Jährigen umgehend bewog, den Einspruch zurück und die 900-Euro-Strafe anzunehmen.

Das Kommen hatte sich aber dennoch gelohnt – weil es vom Gericht einen deutlichen Hinweis gab. Die nunmehr dritte Straftat zog ein allerletztes Mal eine Geldstrafe nach sich. Falls in Zukunft noch etwas vorkommt, machte der Richter deutlich, „gibt es nur noch Freiheitsstrafe!“

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