WIESENTHEID

Beistand und Hilfe für Andere

Die Idee brachte Otto Hünnerkopf aus München mit nach Hause. Damals wurde seitens des Landtags dem Verein „Zeit füreinander“ in Volkach der Bürgerkulturpreis zuerkannt. Eine Stunde Zeit pro Woche opfern, um hilfsbedürftigen Menschen und Senioren einen kleinen Beistand im Alltag zu leisten, diese Idee beeindruckte seine Ehefrau Irene Hünnerkopf und Helma Schug so, dass sie es in die Tat umsetzten. Das ist nun bereits zehn Jahre her.
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Werbung für „Zeit füreinander“: Irene Hünnerkopf (links) und Helma Schug (rechts) begrüßen die Geologin Brigitte Herkert (Mitte), die beim Jubiläumsnachmittag des Wiesentheider Vereins „Zeit füreinander“ in der Steigerwaldhalle ein Referat zum Thema „Wohnen und Leben in Wiesentheid und Umgebung im Jahr 2030“ hielt. Foto: Foto: SABINE BERTHOLD

Die Idee brachte Otto Hünnerkopf aus München mit nach Hause. Damals wurde seitens des Landtags dem Verein „Zeit füreinander“ in Volkach der Bürgerkulturpreis zuerkannt. Eine Stunde Zeit pro Woche opfern, um hilfsbedürftigen Menschen und Senioren einen kleinen Beistand im Alltag zu leisten, diese Idee beeindruckte seine Ehefrau Irene Hünnerkopf und Helma Schug so, dass sie es in die Tat umsetzten. Das ist nun bereits zehn Jahre her.

Die Vorsitzenden und ihre ehrenamtlichen Helfer hatten zu diesem Anlass in die Steigerwaldhalle zu einer Feier und einem Vortrag von Geologin Brigitte Herkert von der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ aus München geladen. „Wohnen und Leben in Wiesentheid 2030“, über dieses Thema hatte sich auch Volker Zink zur Einführung als „Hausmeister in der Steigerwaldhalle“ humoristisch seine Gedanken gemacht.

Irene Hünnerkopf lobte die Zusammenarbeit ihres Vereins mit den Sozialhilfeverbänden, den Pflegediensten, der Wiesentheider Seniorenresidenz und auch der Dorfschätzegemeinschaft. Hier wurde mit der Arbeitsgemeinschaft „Dialog der Generationen“ aktuell eine Checkliste für kleine Hilfen im Alltag aufgelegt.

Einen Blick in die Zukunft Wiesentheids richtete Brigitte Herkert. Wohin sollte man das Augenmerk lenken, was sollte in Angriff genommen werden im Hinblick auf die demografische Entwicklung. 2009 lag der Altersdurchschnitt in Wiesentheid noch bei 41,9 Jahren, 2021 wird er bereits 45,9 Jahre betragen, so ihre Prognose. In der gewohnten Umgebung bleiben sei die Maxime älterer Menschen. Ziel ist es, nicht Lebensqualität einzuschränken, sondern Defizite auszugleichen. Aufgabe für die Kommunen sei es deshalb, ausreichende Versorgungsstrukturen, Freizeitmöglichkeiten, Orte der Begegnung und vor allem altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Bürgerliches Engagement und verbindliche Nachbarschaften, neue Ideen und Mut dies auszuprobieren, dürfen dabei nicht fehlen.

Welche Ideen in Wiesentheid bereits umgesetzt wurden und welche Visionen im Entstehen sind, darüber gab Bürgermeister Werner Knaier in der Podiumsdiskussion Auskunft. Genannt wurden ein Familienstützpunkt, eine Mitfahrzentrale oder das Leerstandmanagement der Dorfschätzegemeinden. 70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt, informierte die Gerontologin und Leiterin der Seniorenresidenz, Gertrud Kreuzinger. Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, füreinander da zu sein, sagte sie. Ohne die Unterstützung von Pflegediensten und ehrenamtlicher Hilfe sei dies jedoch nicht zu schultern.

Sein Konzept, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu wohnen, stellte Bauunternehmer Dieter Haag mit seinem Projekt des Mehrgenerationenhauses in Marktsteft vor. Hier werden nicht nur die für ein betreutes Wohnen üblichen Hilfeleistungen angeboten, sondern auch gemeinsame Unternehmungen organisiert.

Das landespolitische Interesse sei es, gleichwertige Lebensbedingungen in Bayern umzusetzen, wie Landtagsabgeordneter Otto Hünnerkopf betonte. „Unsere Zukunft ist das Zueinander“, sagte die Vorsitzende Irene Hünnerkopf und bedenkte sich mit diesen Worten bei den Referenten.

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