RIMBACH

Beim Drachenbau zählen Details

Kreativ war Wolfgang Fischer schon immer. Und einen großen Traum hatte er bereits in jungen Jahren. Aber erst 1987 machte er die ersten Schritte in Richtung Drachenbau – ein aufwendiges Hobby, das ein wenig aus dem Rahmen fällt, ihn aber Zeit und Raum vergessen lässt.
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Drachenvielfalt in der Scheune: Der Rimbacher Wolfgang Fischer zeigt einen Teil seiner aufwendig selbstgebauten Fluggeräte. Foto: Fotos: Renate Reichl
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Kreativ war Wolfgang Fischer schon immer. Und einen großen Traum hatte er bereits in jungen Jahren. Aber erst 1987 machte er die ersten Schritte in Richtung Drachenbau – ein aufwendiges Hobby, das ein wenig aus dem Rahmen fällt, ihn aber Zeit und Raum vergessen lässt.

Konzentriert sitzt der Rimbacher an seinen Bauplänen, misst ab, zeichnet, prüft und schneidet. Später dann geht es mit dem Spinaker-Segeltuch an der Nähmaschine, wo er millimetergenau die Einzelteile eines Drachen zusammenfügt. Denn seine Werke sind alle Marke „Eigenbau“.

Egal ob ein Highend-Freestyler mit einer Spannweite von 2,70 Metern oder seine Deltas, Pfeilenten und Kastendrachen in verschiedenen Varianten, Formen und Farben. Das ist sein Metier, ohne Zweifel, alles Handarbeit, geschaffen mit Kunstverstand.

Kein Wunder, dass er sich inzwischen ein Sortiment ausgeklügelter Technik geschaffen hat, mit dem er auf Flugshows unterwegs ist. Doch nicht nur dort. Auch in Volkach und Rimbach hat er mit seinen qualitativ hochwertigen und teils außergewöhnlichen Drachen schon Aufmerksamkeit erregt.

„Jeder, der hier einmal schnuppert, ist begeistert.“
Wolfgang Fischer ist dem Drachenbauen verfallen

So bestückte er sie in der Vorweihnachtszeit mit LED-Beleuchtung und schickte sie in der Abenddämmerung auf die „Reise“. „Eine Super-Atmosphäre, die viele Schaulustige angelockt hat“, erzählt Wolfgang Fischer. Und: „Jeder, der hier einmal schnuppert, ist begeistert“. Keine Frage, dass man zu solch einem Steckenpferd nicht nur geschickte Hände, sondern auch ein kreatives Köpfchen, technisches Verständnis und viel Geduld braucht.

Außerdem: Kostspielig ist diese Freizeitbeschäftigung, sagt der Pilot mit Blick auf die vielen Details, die er nur im Fachhandel bestellt. Aber wenn schon, denn schon, ist seine Devise. Mit billigen Materialien hat er nichts am Hut. Und der Erfolg gibt ihm Recht.

So sitzt er stundenlang an einem Plan, holt sich immer wieder Informationen aus Fachbüchern und Fachzeitschriften, entwickelt aber auch eigene Technik. Begeistert erzählt er von den zahlreichen Drachenfesten, die er genießt und bei denen er sich neue Anregungen holt. Erst kürzlich war er Gast bei einer Schau von Teamfliegern in Frankreich – für den 50-jährigen Rimbacher ein neuer Traum, bei dem auch eine gute Choreografie und Präzision gefragt sind. Jedenfalls ist er hoch motiviert, hier mit einer Gruppe Gleichgesinnter und einem perfekt konstruierten Lenkdrachen mitzufliegen. „Just for fun“, wie er immer wieder betont.

„Ich habe noch lange nicht ausgelernt“
Wolfgang Fischer staunt manchmal selbst

Was ein Lenkdrachen ist, erklärt Fischer schnell. Während man einen normalen Drachen an einer Schnur befestigt, steuert man den Lenkdrachen mit zwei Leinen, nennt er den Unterschied und die daraus resultierenden Möglichkeiten. „Denn Kunstflugfiguren, Trickfliegen und dreidimensionale Manöver sind derzeit in der Szene absolut in.“

Dazu werden im Drachen zusätzlich Gewichte montiert, so dass er sich in der Luft um seine eigene Achse drehen und auch wieder zurückrollen kann. Für Luftbildfotografien hat er auch schon mal eine Kamera in einen seiner Drachen eingehängt. Auch das war eine Supersache, sagt er lachend. Nicht zu vergessen seine Ultra-Light-Drachen mit Aerodynamik, auch Thermikschnüffler genannt, die den Laien vor allem bei Windflaute staunen lassen. Wolfgang Fischer selbst betont: „Ich habe noch lange nicht ausgelernt.“

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