Kitzingen

Beckers Jungfernrede im Landtag zu Tiertransporten

Am 5. November 2018 hat sich der Landtag konstituiert. Jetzt durfte Barbara Becker erstmals ans Redepult. Mit einem schwierigen Thema, zu dem es Zwischenrufe gab.
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Die Landtagsabgeordnete Barbara Becker hielt kürzlich ihre Junfernrede im Bayerischen Landtag. Das Foto ist ein Archivbild und entstand nicht während dieser Rede. Foto: CSU

26. Juni 2019: Ein wenig kann man ihr die Aufregung anmerken, wie sie da am Redepult steht, im Barbara-Stamm-blauen Kleid. Barbara, allerdings Becker, Landtagsabgeordnete des Stimmkreises Kitzingen aus Wiesenbronn, ordnet etwas nervös ihre mit Stichworten versehenen Karteikarten.

Dann legt sie los und hält ihre Jungfernrede im Bayerischen Landtag. Der Landtag hatte sich am 5. November 2018 konstituiert; seither musste die Neue von der CSU-Hinterbank auf ihren ersten Auftritt im Plenum warten, den man sich im Landtagsarchiv als Video ansehen kann. 

Becker lehnt namens der CSU einen SPD-Antrag ab

Barbara Becker hat als Mitglied des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz das schwierige Thema Tiertransporte gewählt. Die SPD hatte zuvor einen Antrag gestellt, wonach zum Tierwohl mehr Kontrollen durchgeführt und dafür mehr Personal eingestellt werden sollen. Becker hat für die CSU die Aufgabe übernommen, dagegen zu halten und die Ablehnung des Antrags zu begründen.

Zuerst bekennt sie, dass man sich im Ziel einig sei: Die Zustände bei Tiertransporten seien oft "elend und beschämend". Dann aber weist sie die Forderungen der Sozialdemokraten zurück – eher charmant als brüsk. Sie seien "sympathisch als SPD-Antrag erkennbar". Die SPD fordere wieder einmal mehr Kontrollen und Personal. Einen Zwischenruf der SPD kommentiert sie gelassen mit dem Hinweis, man könne gern im Anschluss miteinander diskutieren.

Herzklopfen nach sieben Minuten vorbei

Inhaltlich setzt Becker darauf, nicht die bestehende "mittelgute Praxis" durch mehr staatliches Personal und Kontrollen zu verbessern, sondern einen Systemwandel herbeiführen zu wollen. Ihr Credo: alle an Tiertransporten und ihren Kontrollen Beteiligten an einen Runden Tisch bringen mit dem Ziel, Transporte von Schlachttieren so selten und so kurz wie möglich stattfinden lassen. Statt Zuchttiertransporte setzt sie wo immer möglich auf das Versenden von Tiersperma oder -Embryonen.  

Nach sieben Minuten ist ihr Redebeitrag zu Ende. Nur noch eine Nachfrage der AfD muss sie beantworten. Dann ist Beckers erste Plenarrede geschafft. Zum Schluss gibt es standardmäßig Applaus aus ihrer CSU-Fraktion. Becker erklärt im Nachhinein, aufgeregt, aber inhaltlich sicher gewesen zu sein. "Nach acht Stunden Dauersitzung wollte ich die Kolleginnen und Kollegen nicht langweilen, aber auch nicht persönlich angreifen." 

Die Rede sei auch aus der Zuarbeit ihres Büro-Teams und der Fraktion  erwachsen. Schließlich habe sie sich noch bei einigen Praktikern nachgefragt. "Aufwändig", sagt sie, "lohnt sich aber." 

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