Prichsenstadt

Bauvoranfrage auf Eis: 25 Wohnungen in Altenschönbacher Schreinerei?

Es sah nach einer unverfänglichen, weil unverbindlichen Bauvoranfrage aus, mit der sich der Stadtrat Prichsenstadt in seiner jüngsten Sitzung befasste. Doch in der Anfrage liegt Sprengstoff.
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In diese ehemalige Produktionshalle der nicht mehr existierenden Firma Eberlein in Altenschönbach will ein privater Bauherr 25 Wohnungen einbauen. Das will der Stadtrat Prichsenstadt mit den Altenschönbachern und dem Bauherrn in einer Bürgerversammlung erörtern. Foto: Guido Chuleck

Es sah nach einer unverfänglichen, weil unverbindlichen Bauvoranfrage aus, mit der sich der Stadtrat Prichsenstadt in seiner jüngsten Sitzung befasste. Ein Privatmann hatte die Grundstücke mitsamt Lagerhallen der ehemaligen Firma Eberlein (Schreinerei) in Altenschönbach gekauft und will die Produktionshalle zu 25 Wohnungen umbauen. Der Privatmann bittet mit dieser unverbindlichen Voranfrage um die Klärung, ob sein Vorhaben auch genehmigungsfähig wäre. Nach einer intensiven Debatte legte der Stadtrat die Bauvoranfrage vorübergehend auf Eis.

Denn genau diese Fläche, erklärte Bürgermeister René Schlehr, sei im Flächennutzungsplan (FNP) als Gewerbegebiet eingetragen. Wohnen dürfte dort höchstens ein Hausmeister in einer Betriebswohnung. Gleichwohl bietet die Baunutzungsverordnung (BauNVO) einen gangbaren Weg an, nämlich einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, bei dem der Antragsteller seinen Plan mit der Kommune abstimmt, mit ihr einen Durchführungsvertrag abschließt und die Kosten der Änderung des FNP trägt. Was, wie Schlehr sagte, der Privatmann auch übernehmen würde.

"Kasernen-Charakter"

Doch im Laufe der Debatte tauchten viele Fragen und mögliche Probleme auf. Das eigentliche Gebäude ist als Produktionshalle gebaut worden und würde, so es normal bewohnt würde, "schon einen gewissen Kasernen-Charakter verbreiten", so Schlehr. Und wer genau dort wohnen solle, ob nun Mitarbeiter des Privatmannes oder "normale" Mieter, darüber zerbrachen sich die Räte die Köpfe.

In Altenschönbach, brachte Wolfgang Brosche ein, leben rund 400 Menschen, "25 Wohnungen mit je vier Personen sind 100 Leute, auf einen Schlag hätte Altenschönbach ein Fünftel mehr Bewohner". Ob das den Altenschönbachern auch Recht sein würde, bezweifelte Brosche. Auch wenn es wie eine Kaserne wirke, sagte dritter Bürgermeister Martin Ebert, "so verhindern wir damit doch den ansonsten so gescholtenen Flächenfraß, wir sollten zustimmen".

Bürger befragen

Vor einer Zustimmung durch den Stadtrat, so Brosche, sollten die Bürger gefragt werden. So sah es auch Helmut Happel. Er beantragte, eine Bürgerversammlung einzuberufen, bei der der Privatmann seinen Plan vorstellen und den Bürgern Rede und Antwort stehen soll. Dem gegenüber stand der Beschlussvorschlag der Verwaltung, der unverbindlichen Bauvoranfrage zuzustimmen. Weil Happels Antrag als der "weitergehende" angesehen wurde, stimmte der Rat darüber ab und brachte ihn mehrheitlich mit 12:3 auf den Weg. Wann zur Bürgerversammlung einberufen wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Auf jeden Fall liegt bis dahin die unverbindliche Bauvoranfrage auf Eis.

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