Volkach

Baustopp am Weinhotel Römmert

Das Landratsamt hat teilweise einen Baustopp für das Wein- und Tagungshotel Römmert in Volkach erlassen. Die Behörde sieht eine Abweichung am Bau. Der Investor wehrt sich.
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Teil-Baustopp am Hotel Römmert in den Volkacher Weinbergen. Das Landratsamt in Kitzingen hat die Bauarbeiten am unteren Ende des Hanggebäudes vorerst einstellen lassen.Archivfoto: Guido Chuleck

Das Landratsamt Kitzingen hat zu Wochenbeginn teilweise einen Baustopp für das Wein- und Tagungshotel Römmert in Volkach erlassen.

Der Grund: Es gibt eine Abweichung von der Planung des Gebäudekomplexes, wie die Behörde auf Anfrage mitteilt. Konkret geht es um eine nicht mit dem Landratsamt abgestimmte Erweiterung des Untergeschosses im westlichen, tiefer gelegenen Gebäudeteil. Anwohner hätten darauf aufmerksam gemacht.

Landratsamt will Verhältnismäßigkeit wahren

Das Landratsamt wolle mit der Einstellung der Arbeiten „verhindern, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden“. „Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit“ gelte der Baustopp aber nur für diesen Teil, erklärt die Baurechtsabteilung.

Nun lässt die Behörde prüfen, ob zusätzliche Räume geschaffen werden sollen. Weiter teilt das Amt mit, dass sich Bettenzahl und Gästekapazität nicht verändert hätten. Der Bauherr sei nun aufgefordert, die Abweichung zu erklären und entsprechende Pläne einzureichen.

Noch nicht entschieden sei hingegen über einen Eilantrag von vier Nachbarn des Hotelbaus beim Verwaltungsgericht Würzburg. Sie wollen einen Baustopp für das ganze Hotel erwirken (wir berichteten).

Auf Anfrage bestätigt Investor Peter Heidecker, Geschäftsführer der Pelaba Consult GmbH, München, das im unteren Teil des Gebäudes in Hanglage eine rund 700 Quadratmeter große Kellerfläche entsteht, die dem Landratsamt bislang nicht offiziell bekannt gegeben wurde. Architekt, Statiker und Bodengutachter hätten geraten, dort statt Punktfundamenten eine Bodenplatte zu setzen. Damit würde die Stabilität für das Erdgeschoss verbessert.

Investor: Kein Schwarzbau

Heidecker gibt zu, dass man nun überlegen werde, ob man den „unfreiwillig“ gebauten Hohlraum künftig als zusätzliches Lager nutzen könne. Er will den Bedarf prüfen. Für ihn handelt es sich allerdings nicht um einen Schwarzbau, sondern um eine andere Form der Gebäudegründung.

Deshalb will der Investor nun „so schnell wie möglich“ mit dem Landratsamt die neue Situation besprechen und Gutachten vorlegen, denn „wir wollen uns nicht nachsagen lassen, dass wir einen Schwarzbau hinstellen“. Der Teil-Baustopp beeinträchtige das Hotelprojekt allerdings nicht, da zurzeit sowieso an anderer Stelle gearbeitet werde.

3,5 Millionen Euro verbaut, mehrere beauftragt

Vom Verwaltungsgericht Würzburg erwartet Heidecker, dass der Eilantrag der Nachbarn auf Baustopp abgelehnt werde. Die Baugenehmigung sei im Dezember 2017 erteilt und der Plan öffentlich ausgelegt worden. Die Einspruchsfrist habe also Ende Januar 2018 geendet. Baubeginn war am 19. Februar. Deshalb wundert er sich, dass die Nachbarn erst jetzt vorstellig wurden.

Inzwischen habe man 3,5 Millionen Euro verbaut und Aufträge für weitere fünf bis sechs Millionen Euro vergeben. Und so hofft der Investor: „In Abwägung der Verhältnismäßigkeit dürfte das Gericht den Klägern nicht stattgeben.“ Mit einer Entscheidung rechnet er in den nächsten Tagen.



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