PRICHSENSTADT

Bauplätze im Fokus der Räte

Um die Kasse der finanziell arg gebeutelten Stadt Prichsenstadt ein wenig zu füllen, hat sich Fabian Uhl (CSU), Neuling im Stadtrat, Gedanken über die Bauplätze gemacht.
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Prichsenstadt in der späten Nachmittagssonne. Foto: Hilmar Hopfengart

Um die Kasse der finanziell arg gebeutelten Stadt Prichsenstadt ein wenig zu füllen, hat sich Fabian Uhl (CSU), Neuling im Stadtrat, Gedanken über die Bauplätze gemacht. Sein Grundgedanke: Die Infrastruktur sei gut aufgestellt, etwa durch Kindergarten, Grundschule und Hort, und wenn mehr Bauplätze verkauft würden, würden die dadurch „gewonnenen“ Neubürger die Stadtkasse ein wenig aufpäppeln.

Und das nicht nur mit dem Geld aus dem Bauland, sondern auch durch mehr staatliche Zuwendungen. Denn jede Kommune erhält pro Bürger einen gewissen Anteil aus der Lohnsteuer, der Kfz-Steuer und von diversen anderen Zuweisungen.

In seiner Weihnachtssitzung, die anfangs wegen der defekten Gasleitung noch ohne Bürgermeister René Schlehr von seinem Vertreter Alfons Saugel geleitet wurde, arbeitete der Stadtrat eine Liste mit sieben Fragen von Uhl bezüglich der Bauplätze in Prichsenstadt ab.

Aktuell besitzt die Stadt Prichsenstadt 33 Bauplätze, von denen 21 noch nicht erschlossen sind. 45 unbebaute Grundstücke befinden sich im Privatbesitz, so dass die Stadt darüber nicht verfügen kann. Einer von ihnen ist noch nicht erschlossen. Unterm Strich verbleiben somit insgesamt 78 Grundstücke, davon wären 22 nicht erschlossen und könnten auch nicht verkauft werden.

Im Haushaltsjahr 2015 hat die Stadt rund 237 000 Euro am Verkauf von erschlossenen Baugrundstücken verdient, beantwortete Saugel die Frage von Uhl. Zwischen dem Aufstellungsbeschluss und der Gültigkeit eines Bebauungsplanes, so eine weitere Frage, „muss man schon ein Jahr rechnen“, so Saugel, und dafür würden Kosten in Höhe von rund 25 000 Euro entstehen.

Kniffliger wurde es bei der Frage, wie das mit einer Baulandumlegung (Grundstückstausch) aussieht. So etwas, sagte Jens Reuß, der unter anderem auch Bauamtsleiter der Stadt ist, „habe ich bislang noch nicht gemacht, von daher kann ich zu den Kosten und dem eigentlichen Verfahren nicht viel sagen“.

Die Kosten

Wie hoch die Kosten für 100 Meter erschlossener Straße sein würde, „hängt von der Straße selbst ab, von der Breite zum Beispiel“, sagte Reuß in der Sitzung. „Und es kommt auch darauf an, wie tief in der Straße der Kanal selbst liegt.“ Aus Erfahrungswerten hatte der Architekt Valentin Maier (zuständig für den Kanalbau der Altstadt) einen möglichen Mittelwert genannt. Eine Wasserleitung wäre mit 150 Euro in der Rechnung (alles Schätzkosten, alles pro Meter), der Kanal kostet im Mischsystem rund 300 Euro und im Trennsystem gut 600 Euro. Die Straße selbst kostet bei einer Mindestbreite von 5,50 Metern etwa 120 Euro. Noch nicht mitgerechnet sind eventuelle Mehrzweck- und Parkstreifen und Gehwege. Summa summarum müsste mit 141 000 Euro pro 100 Meter gerechnet werden.

Die Frage nach weiterem Bauland wird den Rat auch in Zukunft beschäftigen, so der Tenor in der Sitzung. Dazu gehört auch der Preis pro Quadratmeter Bauland, befand Ratsmitglied Helmut Hümmer (FWG).

„Wir sollten gegenüber benachbarten Kommunen wie Wiesentheid nicht allzu viele Unterschiede haben, sonst zieht es die Bauwilligen aus diesem Grund nicht zu uns, sondern woanders hin“, so seine Ansicht.

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