Rödelsee
Freisprechung

Barbara Schuster ist die Beste der Friseurgesellen

Friseurin Barbara Schuster übt ihren Beruf mit Leidenschaft aus. Deswegen ist es ihr gelungen, heuer als Prüfungsbeste der Kitzinger Innung abzuschließen.
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Barbara Schuster und ihre Ausbilderin Sabine Hack. Die Friseurmeisterin will die junge Gesellin übernehmen. Fotos: Marina Zimmermann
Barbara Schuster und ihre Ausbilderin Sabine Hack. Die Friseurmeisterin will die junge Gesellin übernehmen. Fotos: Marina Zimmermann
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Barbara Schuster wollte schon immer Friseurin werden. Zur Erfüllung dieses Traumes nahm sie weite Wege auf sich. Von Geiselwind fuhr sie zwei Jahre lang nach Dettelbach. In der Berufsschule bemerkte man sehr schnell, wie sehr sie sich engagierte. Prüfungsausschussvorsitzende Lydia Keim freute sich über die sehr guten Resultate im Fach Theorie und schlug dem talentierten Mädchen sogar vor, die Lehrzeit um ein Jahr zu verkürzen.

Zielstrebig weiter

Doch daraus wurde nichts. Im Salon kam die Praxis zu kurz. Barbara wollte ihr Ziel errei-chen. Sie wechselte die Arbeitsstelle. In Albertshofen fand sie eine neue Chefin und biss sich durch.

"Mein Mann sagt immer: Bei dir würde ich nicht lernen", lacht Sabine Hack amüsiert. Die Friseurmeisterin kann streng sein. "Es ist nicht immer leicht mit mir, aber ich will nur das Beste für die Mädchen", gibt Sabine Hack freimütig zu. Sie will das Handwerk weitergeben und auch das Selbstvertrauen ihrer Auszubildenden stärken.

Barbara freute sich bei der Freisprechungsfeier der Friseurinnung am Freitag in Rödelsee sehr, das ersehnte Ziel mit der höchsten Punktzahl erreicht zu haben. Ihre Kunden freuen sich mit, denn sie gehört zu den glücklichen Auszubildenden, die nach ihrer Lehrzeit übernommen werden.

Erst die Theorie, dann die Praxis

1580 Friseurazubis in Bayern begannen Anfang Juli mit dem schriftlichen Teil ihrer Gesellenprüfung. Sie mussten Fragen in Friseurtechniken, Betriebsorganisation und Kundenmanagement sowie Wirtschafts- und Sozialkunde richtig beantworten. Bis Ende Juli folgten dann die praktischen Arbeiten, bei denen Farb- und Schnittveränderungen an Damen- und Herrenmodellen durchgeführt wurden.

Bei der Freisprechung in Rödelsee erzählte Kreishandwerksmeister Michael Bissert aus der Biografie von Star-Friseur Udo Waltz und erläuterte dabei, wie es gehen kann, weit nach oben zu kommen. "Waschen, Schneiden, Föhnen? Von wegen!", mahnte Bissert. "Heute sind Friseure wahre Künstler. Denn der Kunde wird immer anspruchsvoller." So auch die Prüfungen. Lydia Keim erläuterte detailliert, welche Hürden die sieben Teilnehmer in ihrer praktischen Prüfung meistern mussten.

Drei junge Männer sind Gesellen

Dieses Jahr gab es dazu "einen absoluten Rekord", freute sich die Prüferin. "Drei junge Männer waren dabei." Alle drei kommen aus Kitzingen, während die jungen Frauen in Rüdenhausen, Marktbreit, Iphofen und Geiselwind wohnen.

Die Obermeisterin der Friseurinnung, Monika Henneberger, der stellvertretende Landrat Robert Finster und der 2. Bürgermeister von Kitzingen, Werner May, überbrachten nicht nur Glückwünsche für die bestandene Gesellenprüfung. Alle waren sich einig darüber, dass der Friseurberuf keine Krise kenne, jedoch zu niedrige Löhne aufweise. Dies sollte geändert werden.
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