WIESENBRONN

Barbara Becker: „Die Europabegeisterung passt schon“

Barbara Becker, Unternehmensberaterin und Trainerin, leitet in Wiesenbronn die von ihr gegründete Firma „Strategische Qualitätsentwicklung“. Sie ist unterfränkische CSU-Spitzenkandidatin bei den Europawahlen am 25. Mai.
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„Ich werbe um jede Stimme“: CSU-Europakandidatin Barbara Becker. Foto: Foto: Schwarzott

Barbara Becker, Unternehmensberaterin und Trainerin, leitet in Wiesenbronn die von ihr gegründete Firma „Strategische Qualitätsentwicklung“. Jahrelange Beratungstätigkeit in den Bereichen Bildung und Soziales verbindet sie mit ihrer großen Leidenschaft, dem Weinbau. Sie ist unterfränkische CSU-Spitzenkandidatin bei den Europawahlen am 25. Mai.

Frage: Wobei stören wir gerade?

Barbara Becker: Sie gönnen mir eine Unterbrechung bei der Terminplanung.

Drei Sätze über mich . . .

Becker: Standard-Satz: 44 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, Unternehmensberaterin, Europakandidatin. Kunden-Satz: 'Mit Ihnen bekommen wir das gebacken, nein: gebeckert.' Freundinnen-Satz: 'Wo nimmst du nur deine viele Energie her?'

Zuletzt gelacht habe ich über . . .

Becker: . . . einen Landräte-Witz.

Und darüber aufgeregt . . .

Becker: Die Nachrichten auf Bayern 5! Erste Nachricht: Vor Lampedusa ertrinken 300 Flüchtlinge. Zweite Nachricht: Das Europäische Parlament beschließt neue Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Da passen die Prioritäten nicht.

Wie kamen Sie zur Politik?

Becker: Als Jugendliche war ich in der Evangelischen Landjugend aktiv. In den Jugendverbänden ist man/frau immer politisch aktiv und will die Welt verändern.

Was hat Sie bewogen, unterfränkische Spitzenkandidatin für die Europawahl zu werden?

Becker: Die Bitte unseres Landtagsabgeordneten Otto Hünnerkopf und anderen, mich zu bewerben.

Sind Sie enttäuscht über Platz acht der Europaliste – was ja voraussichtlich nicht reichen wird?

Becker: Platz sechs oder sieben wäre sicherer, das stimmt. Aber Platz acht war für die einzige Neue unter den Bezirks-Spitzenkandidaten realistisch. Ob es reicht, werden wir erst am 25. Mai wissen. Wenn die Wahlbeteiligung hoch ist, bekommt die CSU wohl wieder acht Plätze.

Was reizt Sie an dem Amt?

Becker: Dass es keinen Fraktionszwang gibt. Die internationale Zusammenarbeit.

Aus Sicht der Selbstständigen – ist Europa zu bürokratisch?

Becker: Nicht Europa, sondern die Europäische Kommission. 22 000 Lobbyisten versuchen, die Kommissare zu beeinflussen. So entstehen bürokratische Regelungen – die auf Bundesebene in Deutschland oft noch verstärkt werden.

Wollte Edmund Stoiber nicht ausziehen, Bürokratie abzubauen? Schon was

gemerkt davon?

Becker: Tatsächlich: ja. Er hat zum Beispiel verhindert, dass Kleinunternehmen die gleichen Publizitätsvorschriften beachten müssen wie große Unternehmen. Das hat uns kleine Selbstständige vor Schreibarbeit ohne Mehrwert bewahrt. Zurzeit kämpft er darum, dass Hofläden und Selbstvermarkter, die nicht überregional vermarkten, von den komplizierten Vorschriften des Lebensmittelrechts ausgenommen werden. Die lebensfremden Auflagen haben den Selbstvermarktern geschadet. Auch hier in Unterfranken.

Drei Dinge, die sich in Europa schleunigst verbessern müssen?

Becker: Konzepte gegen Jugendarbeitslosigkeit, europäischer Datenschutz, mehr Befugnisse zurück in die Regionen.

Würden Sie sich in Deutschland mehr Europabegeisterung wünschen – warum

fehlt die oft?

Becker: Die Europabegeisterung in Deutschland passt schon. Wichtiger finde ich, dass wir in den nächsten Jahren mehr Überblick bekommen, für was wir die Idee des vereinten Europa nutzen wollen und für was lieber nicht. Gemeinsame Datenschutzregeln, gemeinsame Flüchtlingspolitik, ein gemeinsame Verfassung mit christlichen Grundwerten ist nichts, was begeistern muss. Das müssen wir einfach nur anpacken.

Für mich ist Europa . . .

Becker: . . . ein Kontinent, auf dem sich verschiedene Länder zusammengeschlossen haben, um Frieden untereinander zu sichern.

Meine weitere politische Laufbahn . . .

Becker: . . . haben die Menschen in der Hand, die am 25. Mai wählen gehen. Hohe Wahlbeteiligung und ein gutes Ergebnis für die CSU, dann darf ich Unterfranken im Parlament vertreten. Ich werbe um jede einzelne Stimme.

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