KITZINGEN

Bald Dreikampf ums Kitzinger Rathaus

Der (Nah-)Wahlkampf um den Chefsessel im Kitzinger Rathaus ist schon länger entbrannt zwischen den bislang einzigen klaren Kandidaten OB Siegfried Müller (UsW) und KIK-Fraktionschef Klaus Christof. Der dritte Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters kommt aus der SPD.
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Objekt der Begierde: Schon bei den Wahlen 2002 und 2008 – mit einmal fünf und einmal sechs Kandidaten – war das Rathaus und der dortige Sessel des Oberbürgermeisters heiß umkämpft. Derzeit gibt es zwei gesetzte Bewerber und vermutlich noch bis zu drei weitere Kandidaten. Foto: Foto: Biscan

Der (Nah-)Wahlkampf um den Chefsessel im Kitzinger Rathaus ist schon länger entbrannt zwischen den bislang einzigen klaren Kandidaten OB Siegfried Müller (UsW) und KIK-Fraktionschef Klaus Christof. Der dritte Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters kommt aus der SPD, die am 10. Juni (19.30 Uhr) bei einer Mitgliederversammlung im AWO-Haus Margarethe ihren Bewerber nominiert.

Wer OB-Kandidat wird, steht nicht im Einladungsschreiben. Wer sich allerdings in politisch interessierten Kreisen in Kitzingen erkundigt, hört nur einen Namen: Astrid Glos. Die Stadträtin ist seit langem auf – fast – jedem (kommunal-)politisch relevanten Termin in vorderster Front zu finden und selbst in den sozialen Netzwerken praktisch die alleinige Stimme des SPD-Ortsvereins.

Die stellvertretende Vorsitzende in der Fraktion der Kitzinger Sozialdemokraten ist allerdings eher wortkarg, wenn sie auf ihre mögliche Kandidatur angesprochen wird: „Meine Lippen sind nach wie vor verschlossen“, sagt Glos – und rät zum Warten auf den Nominierungsabend am 10. Juni.

Eine bislang zähe Angelegenheit war die Auswahl des geeigneten Bewerbers bei der CSU, die laut Fraktionschef Andreas Moser „einen Kandidaten oder eine Kandidatin“ gefunden hat: „Wir haben aus unserer Sicht die bestmögliche Wahl getroffen“, betont Moser. Wir, das seien die Fraktion und die Spitze des Ortsverbands – „in Abstimmung mit dem Kreisverband“. Ein Termin für die Nominierung stehe aber noch nicht fest.

Der fünfte Interessent für den Kitzinger OB-Sessel könnte von den Freien Wählern kommen. Deren Fraktionsvorsitzende Jutta Wallrapp möchte zwar einen Kandidaten ins Rennen schicken, tut sich aber bislang offensichtlich schwer, obwohl sie nach eigenen Worten „gute Leute an der Hand“ habe. An eine Nominierung – wenn überhaupt – sei vor Ende Juni nicht zu denken.

Entgegen der optimistischen Prognose von Stadträtin Andrea Schmidt steht bei der Ödp die Bewerbung um den Chefposten im Rathaus noch in den Sternen. Am Mittwoch werde der Vorstand über eine mögliche Nominierung beraten, so Jens Pauluhn, der die Ökodemokraten schon zwei Mal als OB-Kandidat (2008: 4,1 Prozent) achtbar vertrat. Aus taktischen Gründen – um Stimmen für die Stadtratsliste zu holen – werde die Ödp niemanden aufstellen, sagt Pauluhn. Wenn man jemanden aufstelle, dann „damit derjenige Oberbürgermeister wird.“

Aus dem absehbaren Gerangel um den Kitzinger Chefposten will sich nach bisheriger Planung nur die Stadtratsgruppe ProKT heraushalten. Statt eigenes Personal in den Wahlkampf zu schicken, werde man den Bewerber unterstützen, der den eigenen Vorstellungen am nächsten komme, so Franz Böhm vor einigen Wochen. Ob die Grünen, die bislang nicht im Rat vertreten sind, in den OB-Wahlkampf ziehen, soll sich laut Sprecher Heiner Schmidt erst im Sommer entscheiden.

Ein großes Hauen und Stechen um die Rathausspitze ist in Kitzingen nichts Neues: 2002 traten fünf Bewerber (UsW, CSU, SPD, KIK, Ödp) an, 2008 sogar sechs (UsW, CSU, SPD, KIK, Ödp, FW). Jedesmal gab's dann eine Stichwahl. Einem Wahlentscheid der eigenen Leute muss sich noch OB Müller stellen. Er will zwar wieder antreten, ist aber noch nicht nominiert. Das dürfte kein Selbstläufer sein: Zumindest in der Ratsfraktion hat Müller einige starke Kritiker.

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