PRICHSENSTADT

Bahnschiene bleibt ein Hindernis

Seit 2001 fahren keine planmäßigen Züge mehr. Die Anbindung des neuen Baugebiets in Prichsenstadt könnte wesentlich einfacher sein
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Das neue Baugebiet Ziegelgärten VI in Prichsenstadt geht in die nächste Runde. Die Stadträte arbeiteten die Einwände der Träger öffentlicher Belange sowie Hinweise von Ämtern und Behörden ab. Die sind bereits von Markus Schlichting und Christiane Clemens vom Büro Baurconsult in Haßfurt gemeinsam mit Bürgermeister René Schlehr durchgearbeitet und am Donnerstagabend in der Ratssitzung vorgestellt worden.

Großartige Änderungen in den Plänen ergeben sich durch diese Einwände nicht. Einzig eine vom Stromanbieter ÜZ Lülsfeld geforderte Trafostation sorgte für eine kurze Diskussion. Diese notwendige Station ist so platziert, dass sie auf einem kleinen nicht bebaubaren Teilstück des Baugebietes entstehen wird, weit genug entfernt vom nächstmöglichen Haus. Da könne man dem zukünftigen Bauherren, so die Anregung von Ratsmitglied Werner Klüber, „im Preis ein klein wenig entgegenkommen“. Eine Anregung, die nicht nur beim Bürgermeister Sympathie fand und mit aufgenommen wurde.

Weil schon in den Köpfen mehrerer Räte eine künftige Erweiterung vorhanden ist, war auch das Regenüberlaufbecken Thema. Es soll in der Nähe der TSV-Halle an einem kleinen Waldstück entstehen. Eine Vergrößerung der Kapazität könne man durch eine Vertiefung erreichen, sagte Markus Schlichting auf Anfrage von Helmut Hümmer.

Noch nicht ganz aus der Welt ist die mögliche Anbindung des Baugebietes, die bislang nur durch das Baugebiet Ziegelgärten V erreichbar ist, über die noch vorhandene Trasse der stillgelegten Bahnstrecke. Ende 2001 verkehrte dort letztmals planmäßiger Güterverkehr, der letzte Personenzug fuhr planmäßig am 31. Mai 2001. Zur allgemeinen Erheiterung berichtete Bürgermeister Schlehr über sein Gespräch mit der Deutschen Bahn: „Die hält sich alle Optionen offen, auch für eine Wiederinbetriebnahme in wer weiß wieviel Jahren. Da habe ich mir erlaubt, auf den Zustand der Trasse hinzuweisen.“ Sollte sie irgendwann in der fernen Zukunft vielleicht wieder geöffnet werden, bat die Deutsche Bahn darum, dass Büsche und Sträucher möglichst so angelegt werden, dass die Trasse nicht beschädigt werden kann.

Wenn die ersten Bauherren mit dem Bau beginnen können, ist zumindest eine Zufahrt über einen zwischenzeitlich angelegten Schotterweg über die Bahntrasse möglich. „Da führe ich gerade noch Gespräche“, so der Bürgermeister. Dieser Schotterweg würde die Anwohner im Gebiet Ziegelgärten VI vor allzu vielen Fahrten mit Baufahrzeugen verschonen.

Als nächsten Schritt wird der Bebauungsplan erneut ausgelegt und den Trägern öffentlicher Belange sowie den Ämtern und Behörden vorgelegt, die dann in einer der nächsten Sitzungen nochmal behandelt werden.

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