Prichsenstadt

Baderhaus in Prichsenstadt: Sanierung abgelehnt

Eigentlich müsste es von Grund auf saniert werden, das Baderhaus in der historischen Altstadt von Prichsenstadt. Im Inneren des Gebäudes, das direkt an die evangelische Kirche angebaut ist und zum Ensemble Altstadt Prichsenstadt gehört, war früher die Lateinschule untergebracht. Weil das Haus einer Familie namens Bader gehört, heißt es im Volksmund Baderhaus. Um es zu sanieren, diskutierte der Stadtrat Prichsenstadt in seiner jüngsten Sitzung über einen möglichen Architektenworkshop. Weil einem solchen Wettbewerb auch eine Sanierung folgen müsste, die Kirche sich daran aber nicht beteiligen will, lehnte der Rat den Workshop und damit auch eine Sanierung auf Kosten der Stadt mit 12:2 Stimmen ab.
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Das Baderhaus, die ehemalige Lateinschule in Prichsenstadt, bleibt ein "Schandfleck im Herzen der historischen Altstadt". Foto: Guido Chuleck

Eigentlich müsste es von Grund auf saniert werden, das Baderhaus in der historischen Altstadt von Prichsenstadt. Im Inneren des Gebäudes, das direkt an die evangelische Kirche angebaut ist und zum Ensemble Altstadt Prichsenstadt gehört, war früher die Lateinschule untergebracht. Weil das Haus einer Familie namens Bader gehört, heißt es im Volksmund Baderhaus. Um es zu sanieren, diskutierte der Stadtrat Prichsenstadt in seiner jüngsten Sitzung über einen möglichen Architektenworkshop. Weil einem solchen Wettbewerb auch eine Sanierung folgen müsste, die Kirche sich daran aber nicht beteiligen will, lehnte der Rat den Workshop und damit auch eine Sanierung auf Kosten der Stadt mit 12:2 Stimmen ab.

Im März waren neben Bürgermeister René Schlehr und seinem Vertreter Alfons Saugel auch Vertreter der Regierung von Unterfranken, dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Landratsamt und dem Städtebauplaner von Prichsenstadt, Thomas Buchholz, zu einem Ortstermin zusammengekommen. Hintergrund war eine entsprechende Anfrage der evangelischen Kirchengemeinde nach einem solchen Treffen, denn das Baderhaus ist in das geplante Gemeindezentrum eingeplant. "Das haben wir schon mal abgelehnt, und ich würde mich dafür nur stark machen, wenn sich die Kirche beteiligt", so Fabian Uhl.

Und genau da ist das größte Problem der gesamten Angelegenheit: Die Kirche lehnt eine finanzielle Beteiligung strikt ab. Die einzige Lösung wäre, wenn die Stadt es kaufen und der Kirche zur Verfügung stellen würde. Pläne gäbe es genug: Im Erdgeschoss könnte die Küche des Gemeindezentrums entstehen, das Obergeschoss würde der Stadt zur Verfügung gestellt. "Da oben sind drei Klassenzimmer, die auch noch gut aussehen, und eine Toilette", sagte der Bürgermeister, "aber ich kann mir beim besten Willen keine Nutzung für uns dort vorstellen, wenn dort saniert und/oder umgebaut wird."

Im Endeffekt scheiterte das gesamte Vorhaben an den Kosten einer notwendigen Sanierung des "Schandflecks", wie Schlehr das Baderhaus bezeichnete. Der Architektenworkshop würde mit 60 000 Euro zu Buche schlagen, wovon die Stadt nach Abzug der Mittel der Städtebauförderung 24 000 Euro bezahlen und das Geld erstmal in den Haushalt einstellen müsste. Angesichts der Tatsache, dass der Haushalt der Großgemeinde nur die Pflichtaufgaben abdeckt und sich kein Spielraum für irgendeine Investition außer der Reihe bietet, deutete sich die Ablehnung an. Das entscheidende Nein leitete der Dritte Bürgermeister, Martin Ebert, ein. "Die Sanierung soll, wenn ich das Protokoll der Ortsbesichtigung lese, ein hoher sechsstelliger Betrag sein, es war gar von einem siebenstelligen die Rede", so Ebert. Selbst wenn alle Fördermittel ausgereizt sein sollten, "bleiben wir auf 200 000 Euro sitzen". Ein Argument, das sich durch Wortmeldungen weiterer Räte verschärfte. "Das würde uns über den Kopf wachsen", so beispielsweise Alfons Saugel. Und die Fördermittel würde auch nur die Stadt bekommen und nicht die Kirche, ergänzte Schlehr.

Ein Verkauf an einen privaten Investor, der daraus etwa ein kleines Café machen könnte, war auch kurzzeitig Thema im Rat. Doch darauf, so der Bürgermeister, könne man nicht ewig warten, und mit der Ablehnung der meisten Räte ist das Thema "Baderhaus" in Prichsenstadt vom Tisch.

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