Kitzingen

BRK Kitzingen plant Umzug und zwei Tagespflegeeinrichtungen

Das Rote Kreuz wandert mit Verwaltung, Rettungswache und Sozialstation ins conneKT aus. Doch die Umzugspläne betreffen nicht nur Kitzingen. Auch in Volkach entsteht Neues.
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Der BRK-Kreisverband wird den Standort in der Schmiedelstraße in Kitzingen (im Bild) verlassen und ins Gewerbegebiet conneKT umziehen. Dort baut das Rote Kreuz Verwaltung, Rettungswache und eine Tagespflege für Senioren neu. Foto: Tobias Bauer/BRK

Der Vorstand des BRK-Kreisverbandes Kitzingen hat in seiner jüngsten Sitzung eine strategische Neuausrichtung beschlossen. Diese sieht den Umzug der Geschäftsstelle in den Technologiepark conneKT vor  sowie die Errichtung von zwei Tagespflegeeinrichtungen für Senioren.

Fachkräftemangel, neue Trends im Ehrenamt und der „Pflegenotstand“ waren einige der Argumente, die den Vorstand des BRK-Kreisverbandes Kitzingen zu seiner Entscheidung bewegten. Die Geschäftsstelle mit der angegliederten Rettungswache und der Sozialstation der ambulanten Pflege soll aus der Schmiedelstraße 3 in den Technologiepark conneKT innerhalb Kitzingens umziehen.

„Eine Weiterentwicklung unserer Einrichtungen ist am aktuellen Standort aufgrund des beengten Raumes kaum möglich“, sagt dazu Kreisgeschäftsführer Felix Wallström in einer Pressemitteilung. „Insbesondere der Rettungsdienst wie auch die Sozialstation sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und fordern somit immer mehr Raum, den wir in der Schmiedelstraße leider nicht haben.“

Tagespflege soll möglichst lang Wohnen zu Hause ermöglichen

Die Weiterentwicklung der letzten Jahre sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Senioren und Pflegebedürftige den Einzug in eine stationäre Einrichtung, wie ein Altenheim, verhindern möchten. "Als Sozialverband möchten wir uns künftig noch stärker zur Aufgabe machen, dem Wunsch der Pflegebedürftigen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, nachzukommen", erklärt Wallström.

Die bestehenden Angebote Hausnotruf, Menüservice und ambulante Pflege sollen demnach nun durch die Etablierung einer Tagespflege ergänzt werden. Außerdem betreibt das BRK seit 25 Jahren eine Kinderkrippe in der Stadt. Das Konzept der Seniorentagespflegeeinrichtungen gewinnt in den letzten Jahren an Aufschwung. Die Idee dahinter: . Menschen, meist  Senioren, die auf eine pflegerische Betreuung angewiesen sind, werden morgens von einem Fahrdienst abgeholt und in die Einrichtung gefahren. Neben einem abwechslungsreichen Tagesprogramm mit Therapiestunden, gemeinsamen Spielen und Kurzausflügen wird auch das Mittagessen zusammen zubereitet. Am Abend werden die Senioren wieder nach Hause gebracht.

Warteliste für 18 Pflegeplätze

Das BRK plant 18 Plätze. Das sei nicht nur für die Betroffenen, eine tolle Möglichkeit, eine Versorgung tagsüber sicherzustellen, sondern könne auch eine Entlastung für die Angehörigen sein, die ihre Liebsten betreut wissen wollen.

Wie das BRK mitteilt, sei der Standort im Technologiepark nicht zufällig gewählt. Auch die dortigen Unternehmen sollen davon profitieren können, sofern deren Mitarbeitende pflegebedürftige Angehörige haben. Neben dieser Seniorentagespflege in Kitzingen soll noch gemeinsam mit einem privaten Investor eine Einrichtung in Volkach entstehen. Der Standort direkt an einem See soll auch den Senioren, Pflegebedürftigen und deren Angehörigen im nördlichen Landkreis eine solche Möglichkeit bieten.

Ausgebildete Rotkreuzberater stehen jetzt schon zur Verfügung, um Fragen rund um die Angebote des BRK Kitzingen zu beantworten. Ebenso wurde bereits eine Warteliste für die Plätze angelegt, gibt das BRK bekannt. Weitere Informationen gibt es unter Tel. (09321) 21030.

Wichtig war den Entscheidungsträgern auch, dass die damit verbundene Verlegung der Rettungswache Kitzingen aus dem direkten Stadtgebiet keine Verschlechterung für die Versorgung der Bevölkerung in Kitzingen und Umland bedeutet. Dafür wurde durch den BRK-Kreisverband ein Gutachten beim Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) in Auftrag gegeben, welches zum Ergebnis hatte, dass die Verlegung in Summe keine Verschlechterung mit sich bringt. Im Gegenteil: Gemeinden an der östlichen Landkreisgrenze könnten vom neuen Standort deutlich schneller als zuvor erreicht werden.

Mehr Parkplätze und Bushaltestelle am neuen Standort

So konnte die notwendige Zustimmung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung erreicht werden. Noch ein Argument für den neuen Standort: Die Parkplatzsituation in der Schmiedelstraße hatte sich in der Vergangenheit durch Baustellen und neue Wohngebäude zunehmend verschärft. Für Mitarbeitende, Dienstfahrzeuge und Kunden wurde es immer schwieriger, in Laufweite zur Dienststelle zu parken.

Somit bringe der Auszug aus dem Stadtgebiet zwar eine Verschlechterung der fußläufigen Erreichbarkeit mit sich, jedoch sei die Anbindung mit Auto und Bus, dank ausreichender Parkplätze und einer Haltstelle am neuen Standort, wesentlich verbessert. 

Der Zeitplan für beide Einrichtungen sieht einen Bau im kommenden Jahr und Fertigstellung Ende 2020 vor. Für das Gesamtprojekt muss nun noch die Genehmigung des BRK-Präsidiums eingeholt werden. Daneben hofft der BRK-Kreisverband darauf, Zuschüsse und Spenden für die Projekte gewinnen zu können, endet die Pressemitteilung.

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