Kitzingen

BDKJ-Aktion: Sogar der Bischof kam ins Schwitzen

Sieben Jugendgruppen aus dem Landkreis Kitzingen arbeiteten drei Tage lang unentgeltlich für ein soziales Projekt. Und sogar der Bischof legte Hand an.
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Steine über Steine: die Reupelsdorfer Ministranten auf ihrer Baustelle bei der BDKJ-Aktion "Uns schickt der Himmel". Foto: Andreas Ruhsert
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„Uns schickt der Himmel“ – unter diesem Motto rief der Bund der Deutschen Katholischen Jugend zu seiner bundesweiten Sozialaktion auf. Gut 3200 Gruppen waren in ganz Deutschland 72 Stunden lang aktiv, sechs davon im Dekanat Kitzingen, eine in Seinsheim, das zum Dekanat Neustadt/Aisch gehört. Schirmherrin Tamara Bischof zollte den Jugendgruppen ihren höchsten Respekt. „Gemeinsam geht alles leichter, das durftet ihr bei euren Projekten aufs Neue spüren“, freut sich die Landrätin über das starke Engagement der Jugend im Landkreis.

Geistliche griffen zur Schubkarre

Gelebte Inklusion war das Ziel der KjG Kitzingen. Gemeinsam mit den Bewohnern der Gemeinschaftstunterkünfte im Innopark und Corlette Circle bauten sie neue Sitzgelegenheiten auf und renovierten den Spielplatz im Corlette Circle. Bischof Franz Jung besuchte die Gruppe und zeigte sich begeistert vom Engagement der KjG. Beim Befüllen des neuen Sandkastens musste er selbst Hand anlegen. Während die Jugendlichen eine Menschenkette mit Eimern bildeten und kräftig anfeuerten, bewiesen ihnen  der Bischof und Pfarrer Gerhard Spöckl, wie schnell auch Geistliche mit dem Schubkarren unterwegs sein können.

72 Stunden auf dem Zeltplatz

Die Schwarzacher Georgspfadfinder arbeiteten auf dem Kreisjugendring-Zeltplatz Hutzelmühle bei Geiselwind zusammen mit Sven Balke und Sebastian Braun vom KJR-Vorstand. An der Schutzhütte auf dem Zeltplatz hatte schon lange der Zahn der Zeit genagt. Zunächst wurden Außenbretter und Dämmmaterial entfernt und durch neues Holz ersetzt. Der Aufenthaltsraum wurde mittels Durchbruch mit einem Abstellraum zusammengeführt; nun bietet er mit gut 40 Quadratmetern bei schlechtem Wetter eine gute Ausweichmöglichkeit. Auf dem vormals undichten Dach befindet sich nun neues Wellblech. Sonntag um 17.07 Uhr konnte zum Abschluss der Aktion eine neue Tür eingebaut werden. Um die einst zugewucherte Hütte herum legten Lutz Müller und sein Team der Fränkischen Toskana eine großzügige Terrasse an. Die Pfadfinder zelteten an den drei Nächten der Aktion auf dem Platz und stärkten so ihre Gemeinschaft.

Jugendraum in neuem Glanz

Die Abtswinder Jugendgruppe nahm die Renovierung des Jugendraums in Angriff. Dazu musste sie erst einmal eine Anhängerladung Sperrmüll vorheriger Generationen entsorgen. In den 72 Stunden entstanden zwei neue Sofas, ein Couchtisch und eine Gartenbank. Prachtstück des Jugendraumes ist nun eine neue Bar, die am Sonntag von Pfarrerin Beate Krämer mit alkoholfreien Cocktails in Betrieb genommen wurde. Landtagsabgeordnete Barbara Becker wurde als Projektpatin handwerklich eingespannt. „Mit euch habe ich zum ersten Mal selbst einen Boden verlegt, da konnte ich richtig was dazulernen“, bedankte sie sich bei den Jugendlichen. Im Außenbereich wurden Unkraut beseitigt und neue Rabatten mit Grünpflanzen angelegt.

Aus Beatkeller wird Partykeller

Auch in Volkach gibt es nun einen ansprechenden Treffpunkt für die Jugend. Die Ministranten und die Jugendgruppe des Bundes  Naturschutz gestalteten einen neuen „Partykeller“ in den Kellerräumen des Pfarrheims, den frühere Generationen noch als Beatkeller kennen. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitierte Bürgermeister Peter Kornell den Schriftsteller Erich Kästner und freute sich über den neuen Treffpunkt an der Mainschleife. Eine neue Musikanlage und eine neue Bar sorgen für Stimmung und Ambiente.

Bagger im Einsatz

In Reupelsdorf kam ein Bagger vor der Kirche zum Einsatz. Die Ministranten brachen die alte Bruchsteinmauer ab und gestalteten den Vorplatz neu, der bereits nach dem Gottesdienst am Sonntagvormittag eingeweiht werden konnte.

Neue Heimat für Insekten

Die Seinsheimer Gruppe (Dekanat Neustadt/Aisch) hat ein Insektenhotel gebaut. Dazu griff das Dutzend Kinder und Jugendliche zu Hammer und Bohrmaschine.

Neuer Treffpunkt am Main

Fahr hat nun einen weiteren Treffpunkt. Ministranten und Jugendliche gestalteten den Platz an der Mainfähre mit neuen Sitzgelegenheiten. Hier können nun Einheimische und Touristen eine Pause einlegen.

Gemeinsamer Abschluss an der Hutzelmühle

Zum gemeinsamen Abschluss versammelten sich die sechs teilnehmenden Gruppen aus dem Dekanat Kitzingen am Sonntagabend auf dem Zeltplatz Hutzelmühle bei Geiselwind. Stolz stellten sich die Jugendgruppen gegenseitig die Werke ihrer vergangenen 72 Stunden vor. Nach einer Andacht  mit Dekan Peter Göttke stärkten sie sich mit schmackhaften Burgern , die Familie Braun aus Fahr mitgebracht hatte. Für gute Stimmung sorgte die Band „Kingsize Cat“.

Neben ihren geschaffenen Werken erhalten die fleißigen Teilnehmer noch eine weitere Erinnerung: Sebastian Braun, der die Gruppen mit seiner Kamera begleitet hat, wird einen Film zur Erinnerung an die Aktion zusammenstellen. Zahlreiche Firmen aus dem Landkreis haben die Aktion als Sponsoren für Material und Verpflegung unterstützt.

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