DETTELBACH

B 22 ist Grenze für geplanten Windpark

Bei dem geplanten Windpark Am Hügelacker/Am Sämer ziehen Dettelbachs Stadträte weiter an einem Strang. Der Geltungsbereich des Bebaungsplans wird geändert.
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Der benachbarte Windpark in Burghausen: Auch Nüdlingen sprach sich für Windräder aus. Foto: Paul Ziegler

Bei dem geplanten Windpark „Am Hügelacker/Am Sämer“ ziehen Dettelbachs Stadträte weiter an einem Strang. In ihrer Sitzung am Montag beschlossen die Ratsmitglieder einstimmig die Änderung des Geltungsbereiches in den Gemarkungen Dettelbach und Bibergau.

Demnach reicht das im vorläufigen Regionalplan vorgesehene Planungsgebiet für Windräder WK 21 in nördlicher Richtung nur noch bis an die Bundesstraße 22 heran. Mit seiner einstimmigen Entscheidung kam der Stadtrat dem Beschluss des Regionalen Planungsverbands vom 16. Oktober 2014 nach, der nach dem ersten Anhörungsverfahren das Vorrang-Gebiet WK 21 „Südöstlich Bibergau“ aufgrund entgegenstehender Trinkwasserschutzbelange auf den Bereich zwischen der B 22 und der Bundesautobahn A 3 beschränkte und den gestrichenen Bereich als Ausschlussgebiet festlegte. Der Aufstellungsbeschluss des Stadtrats für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Windpark Am Hügelacker/Am Sämer“ vom 18. Mai dieses Jahres wird entsprechend geändert.

Bürgermeisterin Christine Konrad informierte außerdem über die Ergebnisse einer „Bürgerwerkstatt“, in der am 29. Juli interessierte Bürger über das geplante Gebiet für Windräder diskutierten. Die Ergebnisse gaben sie als Anregungen an den Stadtrat. So sollte die 10-H-Regelung (zehnfache Höhe der Windräder als Abstand zur Wohnbebauung) eingehalten werden. Der Abstand zu den Wohngebieten sollte möglichst groß sein. Die Höhe der Anlagen soll sinken, damit auch Gebiete ohne Windräder zu sehen sind. Schattenwurf sollte zu jeder Jahreszeit vermieden werden. Bürgermeisterin Konrad wies darauf hin, dass durch die Aufstellung des Bebauungsplans „Windpark“ die Stadt die Planungshoheit hat und entsprechende Festsetzungen zum Schallimmissionsschutz, zum zulässigen Schattenwurf und zu weiteren Baumodalitäten der Anlagen machen kann.

Der Stadtrat hat beispielsweise die Möglichkeit, die Mühlen im Bibergauer Grund reinen Wohngebieten gleichzusetzen. Welche Anregungen aus der Bürgerwerkstatt berücksichtigt werden, will das Ratsgremium in der nächsten Ratssitzung diskutieren und per Beschluss festlegen.

Konrad appellierte an ihre Ratskollegen die Anregungen aus der Bürgerwerkstatt konzentriert zu überdenken. „Ich erwarte eine lebhafte Diskussion in der nächsten Sitzung“, so Konrad. Dass die 10-H-Regelung durch die bis zu 210 Meter hohen Rotoren nicht eingehalten werden könnte, ist die größte Sorge der Bürgerinitiative „Dettelbach und Ortsteile“. Die Initiative sammelt derzeit eifrig Stimmen, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Wie am Rande der Ratssitzung zu erfahren war, hat die Initiative bereits mehr als die erforderlichen 570 Unterschriften zusammen. Ein Bürgerbegehren zum Thema „Windkraftanlagen“ steht also in den Startlöchern.

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