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Kitzingen

Ausstellung im Landratsamt: "Europa, der Krieg und ich"

Einen Überblick über Aufgaben, Entstehung und Geschichte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zeigt eine Ausstellung, die im Foyer des Landratsamts Kitzingen während der Öffnungszeiten zu sehen ist. Das schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung an die Presse.
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Landrätin Tamara Bischof und Oliver Bauer, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, eröffneten die Ausstellung im Foyer des Landratsamts. Foto: Corinna Petzold

Einen Überblick über Aufgaben, Entstehung und Geschichte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zeigt eine Ausstellung, die im Foyer des Landratsamts Kitzingen während der Öffnungszeiten zu sehen ist. Das schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung an die Presse.

Im vergangenen Jahr blickte der Volksbund auf eine 100-jährige Geschichte zurück, die untrennbar mit der deutschen Geschichte in diesem Zeitraum verbunden ist. Gegründet im Dezember 1919 als privater Verein zur Pflege der Soldatengräber des Ersten Weltkrieges, übernahm er im Laufe des 20. Jahrhunderts zunächst die Aufgabe, sich um die Gräber der gefallenen deutschen Soldaten und um die Betreuung der Angehörigen zu kümmern.

Er hat das Gedenken nach den beiden Weltkriegen maßgeblich geprägt und den Wandel der deutschen Erinnerungskultur mitgestaltet. Heute umfasst Kriegsgräberfürsorge die Sorge um die Gräber aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, das öffentliche Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie eine auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit.

Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben

Die Ausstellung spannt den weiten Bogen vom Beginn der Kriegsgräberfürsorge in Europa im späten 19. Jahrhundert, über die konkreten Aufgaben, die aus dem massenhaften Sterben in den beiden Weltkriegen erwuchsen, hin zu der "Versöhnung über den Gräbern" und den heutigen ersten Ansätzen gemeinsamen europäischen Gedenkens.

"Für Jugendliche und junge Erwachsene liegen die beiden Weltkriege jenseits des zeitgeschichtlichen Horizonts. Umso wichtiger wird es, Kriegsgräberstätten zu Lernorten zu entwickeln und die Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft transparent zu machen", wird Landrätin Tamara Bischof in der Mitteilung zitiert.

Die Besucher können sich mit insgesamt 21 inhaltlichen Schwerpunkten auseinandersetzen. Auf den Stellwänden finden sich so die Kernarbeitsbereiche und wichtige Etappen der Verbandsgeschichte. Dazu gehören beispielsweise die Gründungsphase in der Weimarer Republik und die willige Andienung an das nationalsozialistische Gewaltregime, die Kontinuitäten und Brüche nach 1945 sowie das erweiterte Aufgabenfeld nach der Öffnung Osteuropas. Es geht um die Toten-Umbettung und Identifizierung, Gestaltung von Kriegsgräberstätten, nationale und internationale Workcamps, Spendenaktionen, Initiativen für Friedensarbeit und Fragen der Erinnerungs- und Gedenkkultur.

Die  Ausstellung macht deutlich, dass Krieg kein weit entferntes Phänomen ist, sondern sehr rasch real werden kann. Jede Besucherin, jeder Besucher sieht sich mit ganz persönlichen Fragen konfrontiert: Was kann ich tun für meine und die kommenden Generationen? Wie kann ich beitragen zu einem friedlichen Zusammenleben?

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