GROßLANGHEIM

Aussichtsplattform in den Weinbergen geplant

Zur letzten Sitzung der aktuellen Wahlperiode trafen sich die Großlangheimer Räte. Und neben ein wenig Abschiedsstimmung hatten sie auch ein ganz gewichtiges Thema zu besprechen: Der Weinbauverein plant, an der Hardthütte in den Weinbergen eine moderne Aussichtsplattform zu errichten.
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Alleinstellungsmerkmal für ganz Weinfranken: Die geplante Aussichtsplattform an der Hardthütte (links) soll aus der Vogelperspektive die Form eines halben Bocksbeutels haben. Foto: Grafik: Norbert Hufnagel

Zur letzten Sitzung der aktuellen Wahlperiode trafen sich die Großlangheimer Räte. Und neben ein wenig Abschiedsstimmung – Bürgermeister Karl Höchner verabschiedete Karola Böhm, David Förth (beide Freie Wähler) und Theo Bergmann (CSU), die sich nicht mehr für den Gemeinderat zur Wahl gestellt hatten und damit an ihrer letzten Sitzung teilnahmen – hatten sie auch ein ganz gewichtiges Thema zu besprechen: Der Weinbauverein plant, an der Hardthütte in den Weinbergen eine moderne Aussichtsplattform zu errichten.

Der Bau wird 5,45 Meter hoch werden und aus der Vogelperspektive die Form eines halben Bocksbeutels haben. Die Plattform wird auf das bestehende Toilettengebäude aufgebaut und so den Wassertank unsichtbar machen. Auf dem höchsten Punkt können Besucher dann weit ins Frankenland schauen, Pfeile und Ortsangaben sollen bei der Orientierung helfen.

„Die Gemeinde freut sich über den rührigen Verein“, lobte Bürgermeister Karl Höchner das Vorhaben: „Der Plan hat was.“ Nach den Worten von Gemeinderat Günter Grebner sei der Bau ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Weinfranken. Baubeginn soll so bald wie möglich sein. Gegen die Planungen gab es am Ratstisch keine Einwände.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Heike Sterk fragte nach, ob der Gemeinde Informationen über den Fortgang der Planungen im neuen Gewerbegebiet der Firma ConneKT vorliegen. Vor allem treibt sie die Sorge um die Verkehrsführung um: „Als letzte Woche die Ortsdurchfahrt Umgehung für die gesperrte Straße in Kitzingen war, war es lebensgefährlich, in Großlangheim die Straße zu überqueren!“

Als es dann noch zu einem Unfall an einer Kreuzung gekommen war, hatten sich die Lkw durch den ganzen Ort gestaut. Einen „Vorgeschmack“ auf das künftige Verkehrsaufkommen nannte Höchner die Situation. Schließlich soll in das geplante Gewerbegebiet ein Logistikunternehmen ziehen. Den Großlangheimern liegt vor allem die sogenannte Panzerstraße am Herzen, die durch den Wald direkt vom Gewerbegebiet zum Autobahnzubringer führt – die aber derzeit nicht befahren werden darf.

„Wir begrüßen das Gewerbegebiet ausdrücklich“, so der Bürgermeister, „aber wir haben die dringende Bitte, im gleichen Zug die Straße zu öffnen und die Nachbargemeinden nicht absaufen zu lassen.“ Dagegen sprechen nach Meinung der Räte derzeit vor allem Naturschützer: „Die Gegner der Öffnung träumen von Fröschen, die über die Straße hüpfen“, wetterte Herbert Pfriem. „Die Kröten zählen wohl mehr als Menschenleben, die durch den Verkehr in Gefahr sind“, schimpfte Heike Sterk.

Dazu kommt die Sorge von Peter Sterk, dass die Straße im Laufe der Jahre immer mehr von der Natur „zurückerobert“ wurde. Höchner nahm vor allem die Stadt Kitzingen in die Verantwortung, hier tätig zu werden.

Außerdem standen diese Punkte auf der Tagesordnung in Großlangheim:

• Der Wahlvorstand für die Europawahl wurde festgelegt, außerdem das Wahllokal, das diesmal im alten Rathaus sein wird. Am gleichen Tag findet im Ort der Krackenmarkt statt und das Kulturhaus kann deshalb für die Wahl nicht genutzt werden.

• Von der Telekom liegt ein Antrag vor, im Rahmen des Breitbandausbaus die notwendigen Arbeiten an den unterirdischen Leitungen vornehmen zu dürfen. Für die Baumaßnahmen erteilten die Räte ihre Zustimmung.

• Für die Kläranlage muss ein Ersatzteil für den Rechen beschafft werden. Eine Spiralbürste ist defekt, wurde zwar schon provisorisch repariert, wird aber wohl nicht mehr lange halten. Den Ersatz für rund 5300 Euro genehmigten die Räte einstimmig.

• Von Bernd Pfannes liegt eine Anfrage vor, ein Scheunendach in der Bahnhofsstraße vom Sattel- in ein Pultdach umzuwandeln und eine Photovoltaikanlage anzubringen. Die Anwohner seien einverstanden, wobei die Anlage grundsätzlich nicht genehmigt werden muss. Insofern lehnten die Räte die Planungen auch nicht ab.

• Ein Dank ging vom Bürgermeister an den Wallfahrerverein, der für die Restauration der Marter an der Kranzerhöhe 2500 Euro gespendet hatte. Weitere 1800 Euro kamen von der Raiffeisenbank, sodass sich die Gesamtkosten von rund 5200 Euro für die Gemeinde erheblich reduzierten.

• Bürgermeister Karl Höchner bedankte sich zum Ende der Sitzung bei den scheidenden Gemeinderäten Karola Böhm, David Förth und Theo Bergmann für die zum Teil jahrzehntelange Mitarbeit und überreichte den dreien Urkunden mit dem Ortswappen sowie individuell gestaltete Porzellan-„Kracken“, dem Großlangheimer Symboltier.

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