Der Wunsch der Dettelbacher Bürgerinitiative B 22 (BI) nach mehr Transparenz seitens der Behörden trägt Früchte. Bei einem Treffen mit Vertretern des Staatlichen Bauamts Würzburg konnten die Sprecher der BI die Sorgen und Nöte der Anlieger los werden und erfuhren dabei den aktuellen Stand der Planungen.

Die Erneuerung der B 22 von Bibergau bis zum neuen Kreisel in Dettelbach soll als „Bundesmaßnahme“ in zwei Bauabschnitten erfolgen. Los geht es bereits Mitte September. Die Arbeiten beginnen an der Einmündung nach Bibergau. Der erste Abschnitt reicht bis etwa 100 Meter vor der ersten Kurve, informierte Michael Fuchs, der beim Staatlichen Bauamt für den Straßenbau zuständig ist. „Ernst“ wird es für die Dettelbacher Wohnbebauung dann ab der zweiten Hälfte 2015, wenn die Baustelle den ortsnahen Bereich erreicht. Im ersten Quartal 2016 soll das gesamte Projekt dann beendet sein.

„Aufgrund des Berges werden wir sehr stark vom Brems- und Motorlärm belästigt.“
Roland Borst, Vertreter der Bürgerinitiative

Roland Borst, Manfred Berger und Volker Rost als Vertreter der BI äußerten ihre Bedenken hinsichtlich der Lärmbelastung für die Anlieger. „Aufgrund des Berges werden wir sehr stark vom Brems- und Motorlärm belästigt“, erklärte Borst. Einige Grundstücke und Häuser seien so nahe an der B 22, dass diese stark vom Verkehrslärm betroffen sind - „über den gesetzlich zulässigen Höchstgrenzen“, so Borst.

Weil Lärmschutzwände in diesem Bereich nicht machbar sind, brachte die BI eine Geschwindigkeitsbegrenzung ins Spiel. Auf mehreren Grundstücken sei die Überschreitung der Grenzwerte nicht akzeptabel. Deshalb fordert die BI, bereits vor der ersten Kurve von Würzburg kommend Tempo 70 und ab der Einmündung Würzburger Straße Tempo 50 einzuführen. Auch das Ortsschild sollte versetzt werden, um den fließenden Verkehr rechtzeitig abzubremsen.

Die Vertreter des Bauamts machten der BI wenig Hoffnungen, dass die gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung realisiert werden kann. Verkehrsdichte und die Lärmbelästigung gäben keine objektiven Kriterien für eine Tempobegrenzung her.

Bei 8000 Fahrzeugen pro Tag läge auf einer Bundesstraße lediglich eine durchschnittliche Nutzung vor. Lärmschutzmaßnahmen seien deshalb nicht erforderlich. Um dennoch den Anwohnern entgegenzukommen, sind ein lärmreduzierender Asphalt und auf beiden Seiten der B 22 eine 80 Zentimeter hohe Betonabsperrung vorgesehen.

Im November wollen sich die Beteiligten erneut treffen. Bis dahin soll das Thema „Tempolimit“ endgültig geklärt sein. Das Staatliche Bauamt will ferner noch Gespräche mit dem Landratsamt und der Polizei zu Sicherheitsfragen führen.