Kitzingen

Auge in Auge mit den Haien

Einen Meter, höchstens eineinhalb Meter. Viel weiter dürfen die Haie nicht weg sein. Und am besten ist es, wenn sie direkt auf einen zuschwimmen. Wenn Bernd Neeser von seinem Hobby erzählt, dann läuft es dem Zuhörer eiskalt den Rücken herunter. Der Kitzinger ist Unterwasserfotograf. Ganz unscheinbar hat es begonnen. Neeser hat einen Tauchschein gemacht. Zehn Jahre ist das jetzt her. In deutschen Seen ist er getaucht, ein paar harmlosen Karpfen ist er dabei begegnet. Alles eher unspektakulär. Seine Freundin brachte ihn auf den Gedanken, mal eine Kamera mit hinunter zu nehmen. Sie wollte sehen, was es dort für Tiere gab. Mit Hechten und Barschen fing es an. Mittlerweile hat der 31-Jährige Stachelrochen, große Barrakuda, Clown- und Anemonenfische sowie einen Bullenhai vor die Linse bekommen. Er tauchte vor Bali, vor Ägypten und den Fidschis. Im nächsten Jahr will er nach Südafrika. Der weiße Hai fehlt noch auf seiner Foto-Liste.
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Scalloped hammerhead shark, Red Sea, Egypt
Hammerhai.
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„Ich wollte und will immer besser werden“, formuliert der Hoheimer sein Ziel. Entsprechend hat er auch in seine Ausrüstung investiert. Etwa 15 000 Euro kostet ein professionelles Equipment für die Unter-Wasser-Fotografie. Ein spezielles Gehäuse, eigene Stecker, Kabel und Blitzgeräte. Rund 15 Kilo wiegt die Ausrüstung an Land. Unter Wasser wird sie quasi schwerelos. Und das ist auch gut so, schließlich muss alles ganz schnell gehen, wenn ein Fisch vor die Linse gerät. „Unter Wasser habe ich keine Sekunde Zeit, um Belichtung oder Tiefenschärfe einzustellen.“

Je tiefer er taucht, desto näher muss er in der Regel an die Tiere ran. Bei einer Hochsee-Safari vor Ägypten hat er das erste Mal eine Schule von Hammerhaien vor die Linse bekommen – in 50 bis 60 Metern Tiefe. Neeser und sein Tauchpartner schwammen mitten hinein in die rund 20 Tiere starke Haischule. „Bei mehr als eineinhalb Metern Abstand ist der Blitz quasi wirkungslos“, erklärt er.

Angst könne er sich bei seinem Hobby nicht leisten, gesteht er. Ein paar Tricks gebe es aber schon, um nicht zur Beute der Haie zu werden: Langsame Bewegungen, den Querschnitt vergrößern, sich vertikal im Wasser aufstellen, kurz gesagt: Sich nicht wie eine Beute verhalten. „Das Schwimmen mit Haien ist grundsätzlich eine sichere Sache geworden“, versichert der 31-Jährige, der als SAP-Berater sein Geld verdient.

Seine Bilder sind mittlerweile qualitativ so hochwertig, dass er sie online über eine Agentur verkauft. Sie sind als Frontcover auf Büchern oder in Zeitschriften und Zeitungen zu sehen. Zum ersten Mal hat er jetzt auch eine Ausstellung gemacht. Bis Ende Dezember sind einige der spektakulärsten Aufnahmen im Stadtteilzentrum Siedlung in Kitzingen zu sehen. „Es wird wohl nicht die letzte Ausstellung gewesen sein“, kündigt Bernd Neeser an. Sein Hobby will er weiter pflegen. Auge in Auge mit den Haien.

Mehr Bilder von Bernd Neeser finden sich unter www.berndneeser.de und auf www.infranken.de



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