Volkach

Aufreger im Stadtrat: Ingrid Dusolt Misstrauen ausgesprochen

Die fraktionslose Stadträtin Ingrid Dusolt eckt mit ihrer Vorgehensweise nicht nur bei Bürgermeister Peter Kornell an. Jetzt fand Herbert Römmelt deutliche Worte.
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Ingrid Dusolt 2015 in ihrem kleinen Laden am Volkacher Marktplatz.

Vor dem Hintergrund der Haushaltsberatungen gab es in der Sitzung des Volkacher Stadtrats am Montagabend eine Art Misstrauenvotum gegenüber der fraktionslosen Stadträtin Ingrid Dusolt . Noch während Bürgermeister Peter Kornell (Freie Wähler) auf die einzelnen Punkte des  Haushalts 2019 einging, regte er sich über Dusolts Vorgehensweise auf: "Frau Dusolt hat die Stadt Volkach bei der Regierung von Unterfranken angeschwärzt, das ist ein dicker Hund."

Dabei bezog sich Kornell auf ein Schreiben der streitbaren Stadträtin an Regierung und Rechtsaufsicht des Landratsamtes, in dem sie moniert, dass die Stadt Volkach beschlossene Stellplatz-Ablösen nicht eingefordert habe. Diese Ablöse ist eine Summe von gut 1000 Euro, die Bauherren bezahlen müssen, wenn sie die erforderlichen Parkplätze für Autos bei dem Bau neuer Wohnungen nicht nachweisen können. Das ist gerade in der recht eng bebauten Altstadt Volkachs des Öfteren der Fall.

"Ich habe auch niemanden angeschwärzt, wie der Bürgermeister mich fälschlicherweise beschuldigte."
Stadträtin Ingrid Dusolt (fraktionslos)

Und genau dieses Geld aus verschiedenen Ablösen vermisste Ingrid Dusolt nach eigenen Angaben in den Haushaltsunterlagen der Stadt aus mehreren Jahren. In einer Stellungnahme am Tag nach der Stadtratssitzung betonte sie: "Ich habe in keinster Weise irgendjemandem unterstellt, Gelder, die uns laut Satzung zustehen, nicht einzuheben, sondern ausschließlich um Klärung gebeten und habe auch niemanden angeschwärzt, wie der Bürgermeister mich fälschlicherweise beschuldigte."

Dusolt schreibt in der Mitteilung an diese Redaktion, sie hätte diesen Brief nur an die anderen Behörden geschickt, da die Stadt Volkach als Stabilisierungshilfe-Empfängerin von der Regierung angehalten worden sei, alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Nicht nur Kornell missfiel diese "besondere Art der Pflichterfüllung". Zudem betonte der Bürgermeister, dass bei den Ablösen alles korrekt gewesen sei, eine Prüfung habe nichts ergeben.

"Frau Dusolt, mit Ihnen zusammenzuarbeiten fällt mir und vielen Kollegen immer schwerer."
Stadtrat Herbert Römmelt (Freie Wähler)

Herbert Römmelt (FW) sprach später seiner Stadtratskollegin mit ebenso ruhigen wie klaren Worten seine Missbilligung aus. Mit ihrem Verhalten zeige sie "Misstrauen in zweierlei Hinsicht: Gegenüber der Stadtverwaltung und gegenüber uns, ihren Kollegen, die quasi als Deppen dargestellt werden". Sie könne, so Römmelt, als Stadträtin schließlich per Antrag einfordern, die erforderlichen Infos zu bekommen. Zudem sei beim zweieinhalbtägigen Zukunftsseminar von diesem Thema keine Rede gewesen, obwohl dort der Stadtrat ein langes Wochenende unter sich war. Römmelts Fazit: "Frau Dusolt, mit Ihnen zusammenzuarbeiten fällt mir und vielen Kollegen immer schwerer. Ihnen kann man nicht mehr glauben." 



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