Iphofen
Rettung

Auf der Geruchsspur eines bestimmten Menschen

Die Rettungshundestaffel des BRK Kitzingen richtete am Wochenende ein Mantrailing aus. Speziell ausgebildete Hunde erschnüffeln die Spur eines bestimmten Menschen.
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"Paula" ist ein speziell trainierter Mantrailing-Hund. Foto: Vanessa Stumpf
"Paula" ist ein speziell trainierter Mantrailing-Hund. Foto: Vanessa Stumpf
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Gespannt warten alle darauf, was passiert, wenn Bloodhound "Paula" die Fährte aufgenommen hat. Einmal kurz die Nase in die Tüte gesteckt und los geht die Suche. Während Paula bereits zur Personensuche ausgebildet ist, warteten am vergangenen Samstag in Iphofen zehn andere Teams darauf, die Prüfung zum Mantrailer abzulegen.

"Die Teams bestehend aus Mensch und Hund haben beim Mantrailing jeweils 80 Minuten Zeit, die in der Prüfung verlorene Person zu finden", erklärt Ann-Kathrin Heilein, Pressebeauftragte der hiesigen Rettungshundestaffel des Bayerischen Roten Kreuzes.

Doch was ist Mantrailing überhaupt? Heilein klärt auf. "Mantrailing ist aus dem Englischen und bedeutet Personensuche. Die Kitzinger Rettungshundestaffel bildet Flächen- und Trümmerhunde aus und als Ergänzung haben wir einen Man trailer in der Staffel dabei."

Während Flächen- und Trümmerhunde generell nach menschlicher Witterung suchen, sucht der Hund der zum Man trailer ausgebildet wurde, speziell nach dem Individualgeruch eines Einzelnen.

So auch die fünfjährige Bloodhound-Dame Paula, die gemeinsam mit Max Vielweber vorführt, wie so eine Personensuche, ein Mantrail, ablaufen kann. "Es ist wichtig, dass der Gegenstand, mit dem die Witterung der Person aufgenommen wird, nur von der verlorenen Person persönlich angefasst wurde", erklärt Vielweber. Sonst sei der Geruch verunreinigt.

Ausbildung beginnt schon im Welpenalter

Bereits im Welpenalter ist Paula zum Mantrailer ausgebildet worden. "Ich habe sie mir auch bewusst für diesen Zweck zugelegt", sagt Vielweber. "Sie ist jetzt nicht der typische Haushund, aber eben die Rasse, die am besten geeignet ist, um nach vermissten Personen zu suchen. Sie hat eben die beste Nase."

Insgesamt 38 Einsätze hatten Max Vielweber und seine Paula allein im letzten Jahr. "Leider bleiben einem natürlich die Einsätze am meisten im Kopf, wo man keine Leben retten konnte."

Dies bestätigt auch der Leiter der BRK-Rettungshundestaffel Kitzingen, Werner Höfer, der selbst einen ausgebildeten Flächen- und Trümmerhund besitzt.

"Unser Ziel ist es natürlich, Leben zu retten. Wenn das dann nicht immer möglich ist, ist es schon hart."

Deshalb sind die Prüfungen auch nicht einfach gestrickt. "Eine Durchfallquote ist ganz normal", meint der stellvertretende Bezirksbereichsleiter Harald Erhard. Die Fährten oder Trails werden bereits 24 Stunden vor der Prüfung gelegt. "Im wahren Leben geht die Suche ja meist auch erst nach 24 Stunden los", erklärt Karl Patzelt, Kreisbereitsschaftsleiter des BRK-Kitzingen. "Und wenn man die Fährte nach 24 Stunden findet, kann man es auch nach drei Stunden."

Die Teams müssen fit

seinMantrailer gibt es nicht oft, darum findet eine solche Prüfung nur zwei Mal im Jahr statt. "Die Prüflinge haben einen Fachfragebogen, den sie vorher beantworten müssen und dann anschließend die Prüfung in der Natur", sagt Höfer. Ein Trail ist im Durchschnitt 2,2 Kilometer lang. Die Teams müssen also fit sein, wenn sie die Prüfung bestehen wollen.

Max Vielweber und Paula sind das. Nachdem der Hund die Witterung von Ann-Kathrin Heileins Schlüssel in der Tüte aufgenommen hatte, dauerte es nur wenige Sekunden und das "Opfer" wurde gefunden. Zur Belohnung gab es dann eine leckere Leberwurstpastete aus der Tube.
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