WESTHEIM

Auf den Spuren der Milch

Neugierig schaut das Kalb zwischen den Gitterstäben hervor und begutachtet die vielen kleinen Hände, die ihm entgegengestreckt werden. Kleine bunte Gummistiefel drängeln sich auf dem mit Heu ausgelegten Boden vor dem Gehege. Begeistert streicheln die Kinder das Fell des Kälbchens.
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Lernen den Bauernhof kennen: Vorschulkinder der St. Elisabeth Kita in Sulzfeld mit Erzieherinnen und Bäuerin Ute Mulzer (links). Foto: Fotos: Teresa Bechtold
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Neugierig schaut das Kalb zwischen den Gitterstäben hervor und begutachtet die vielen kleinen Hände, die ihm entgegengestreckt werden. Kleine bunte Gummistiefel drängeln sich auf dem mit Heu ausgelegten Boden vor dem Gehege. Begeistert streicheln die Kinder das Fell des Kälbchens. „Das schleckt ja die Finger ab!“, ruft Fiona. In der Luft liegt ein leichter Mistgeruch, aus dem angrenzenden Stall ertönt ein kräftiges Muhen. Den Kindern wird es nicht langweilig, das Kalb zu betrachten. Geduldig stupst es eine Hand nach der anderen an.

Es ist der erste große gemeinsame Ausflug für die Vorschulkinder aus dem St. Elisabeth Kindergarten in Sulzfeld. Gemeinsam mit Kita-Leiterin Alexandra Pfennig besuchen acht Kinder den Bauernhof der Familie Mulzer in Westheim. Hier sollen sie erfahren, wo die Milch herkommt, die sie jeden Tag gemeinsam trinken.

Initiiert wurde der Ausflug vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen. Denn an diesem 24. September ist Weltschulmilchtag. Das staatliche Förderprogramm ermöglicht die günstige Abgabe von Milchprodukten in Kindergärten und Schulen. Thea Schlesinger ist als Schulmilchbeauftragte für die Umsetzung im Landkreis Kitzingen zuständig. „Der Milchkonsum ist heutzutage rückläufig. Das Schulmilchprogramm sorgt dafür, dass Kinder genug Milch trinken. Denn die ist gesünder als Cola oder Energy-Drinks“, sagt Schlesinger.

Auch der St. Elisabeth Kindergarten nimmt an dem Programm teil. Einmal am Tag trinken die Kinder gemeinsam ein Glas Milch oder Kakao. Zusätzlich bereitet Kita-Leiterin Pfennig mit den Kindern regelmäßig andere Milchspeisen zu. Pudding oder Milchshakes stehen dann auf dem Speiseplan.

Lieferant ist die Molkerei Walter in Kitzingen. Finanziert wird das durch Mittel der EU und des Landes Bayern. Die Eltern zahlen monatlich zwei Euro, darin sind alle Getränke der Kinder inklusive der Milch enthalten. „Gerade in jungen Jahren ist es wichtig, dass die Kinder genügend Kalzium für den Knochenaufbau zu sich nehmen“, sagt Pfennig. Milch liefert das nötige Kalzium und beinhaltet alle notwendigen Nährstoffe für Kraft, Energie und Konzentration. Bäuerin Ute Mulzer führt die Kinder auf ihrem Hof herum. Gemeinsam begutachten sie die Melkmaschine. „Die saugt ganz schön doll“, findet Fabio. Dann bekommt jedes Kind ein Einmachglas mit Milch in die Hand. Jetzt heißt es kräftig schütteln. Nach einigen Minuten wird aus der Flüssigkeit Sahne und schließlich Butter. Auf diese Weise lernen die Kinder die verschiedenen Verarbeitungsformen der Milch kennen. Weil so eine selbstgeschüttelte Butter besonders gut schmeckt, stellt Mulzer den Kindern ein Bauernbrot hin. Mit ein bisschen Schnittlauch wird das „selbst gemachte“ Butterbrot zum leckeren Mittagessen.

Mahlzeiten selber zubereiten – für Pfennig ist das wichtiger Bestandteil im Alltag ihrer Schützlinge. Regelmäßig kochen alle gemeinsam das Mittagessen. Die Kinder werden dazu in Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe ist dann für eine bestimmte Aufgabe zuständig. Das Ziel: Die Kinder sollen Lebensmittel besser kennenlernen. „Durch den Kontakt mit Lebensmitteln wissen die Kinder, Nahrung mehr zu schätzen“, so Pfennig.

Der Ausflug auf den Bauernhof zum Weltschulmilchtag tut sein weiteres, um den Kindern Lebensmittel näher zu bringen. Die Vorschulkinder sind schon echte Tierkenner. Alle waren schon einmal auf einem Bauernhof und haben keine Berührungsängste. Nachdem sie die fünf Kälber und 50 Milchkühe der Familie Mulzer kennengelernt haben, dürfen sie auch noch die Schweine und die Pferde füttern. Am Ende des Tages sind die Kleinen sich aber einig, welches Tier ihnen am besten gefallen hat: „Die Kühe waren am tollsten!“, sagen Fiona und Fabio.

Das Grüne Zentrum: Ernährung, Beratung, Bildung

Das Grüne Zentrum: 13 landwirtschaftliche Organisationen unter einem Dach - das ist das Grüne Zentrum in Kitzingen. Ein Teil: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AFELF).

Das Sachgebiet 2.1: Ernährung, Haushaltsleistungen und Bildung sind Schwerpunkte dieses Sachgebiets des Grünen Zentrums.

Ernährung: Die Förderung der gesunden Ernährung ist Kernaufgabe. Beratung findet auf vielen Ebenen statt.

Eine Aktion ist der Schulmilchtag und der Besuch auf dem Erlebnisbauernhof.

Kontakt: Thea Schlesinger, Tel. (0 9 21) 3 00 91 31, Gabriele Schenk, Tel. (0 93 21) 3 00 91 31 oder poststelle@aelf-kt.bayern.de.

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