Was unterfränkische Ansichtskarten verraten und was sich aus diesen historischen Quellen herauslesen lässt, zeigt die Sonderausstellung des Bezirks und der unterfränkischen Volkshochschulen, die jetzt im Volkacher Museum Barockscheune in der Weinstraße zu sehen ist. Die Wanderausstellung unterstützt der Volkacher Heimatverein mit eigenen Motiven.

Über 100 Jahre alt sind die Exponate die Heimatvereinsvorsitzender Herbert Meyer zusammengetragen hat. Eine ganze Wand widmet sich Motiven von der schönen Vogelsburg. Karl Schneider und Paul Seltsam sind neben Meyer weitere Leihgeber der einmaligen Exemplare.

Ansichtskarten sind klein, leicht und liegen gut in der Hand. Sie werden auf der ganzen Welt verschickt oder gesammelt. Nach ihrer Erfindung Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sie sich auch in Unterfranken als Kommunikationsmittel. Die Wanderausstellung beleuchtet die Geschichte, Bedeutung und Herstellung der heute meist 10,5 mal 14,8 Zentimeter großen Bildbotschaften. In der Präsentation wird erklärt, was man unter einer „Rucksackkarte“ versteht oder weshalb „Mondscheinkarten“ um 1900 so beliebt waren. Auch Technisierung und Industrialisierung schlagen sich auf den Ansichtskarten nieder: Die neuen Verkehrsmittel, wie Fahrrad oder Auto, waren häufig verwendete Motive. In den 1950er bis 1970er Jahren wurden Autobahnen und Raststätten zum beliebten Motiv.

Mit der Reisewelle der Nachkriegsjahre erlebte die Ansichtskarte einen großen Aufschwung. Viele Menschen erkundeten die deutschen Mittelgebirge. Übernachtungsbetriebe und Ausflugsziele rüsteten auf und ließen eigene Serien auflegen. Die Besucher können sich in der Barockscheune ein Bild machen, Botschaften auf den Karten entdecken und historische Bilder mit Aufnahmen unserer Zeit vergleichen.

Die Ausstellung ist bis 1. Juli jeweils Freitag von 14 bis 17 Uhr sowie Samstag, Sonntag und Feiertag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.