Kitzingen

Auf dem Weg zu einer Umweltstation

Drei Varianten, ein Ziel: Der Landkreis möchte eine eigene Umweltstation. Was das kosten darf, müssen die gerade laufenden Haushaltsberatungen klären.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Umwelt begreifbar machen und ein Gespür dafür zu bekommen – darum geht es unter anderem bei der geplanten Umweltstation des Landkreises. Das Archivbild zeigt Schüler der Volksschule Sommerach bei einem Flurputz im Jahr 2012.

Von 71 Landkreisen in Bayern haben 55 bereits eine Umweltstation – da will man im Kitzinger Land nicht länger hintenanstehen. Dass Umweltbewusstsein und nachhaltige Nutzung einen festen Anlaufpunkt bekommen sollen, haben die Kreisräte Mitte 2017 prinzipiell festgelegt. Ein erster Schritt war die Einführung einer Koordinierungsstelle, die alles bündeln soll, was mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu tun hat.

Drei Varianten

Im Kitzinger Landratsamt besetzen seit einigen Monaten Juliane Amend (Koordinatorin) sowie Verena Volkamer (Verwaltungskraft) die BNE-Koordinierungsstelle. Pünktlich zu den derzeit laufenden Hausratberatungen des Landkreises wurden jetzt dem Umwelt-, Verkehrs- und ÖPNV-Ausschusses drei Varianten vorgelegt, wie die künftige Umweltstation des Landkreises aussehen könnte – und wie hoch dafür die Kosten sind. Für alle Varianten gelten die gleichen Kriterien: Die Station muss beispielsweise ganzjährig geöffnet haben und ohne ein Außengelände geht es auch nicht.

Der einfachste Vorschlag umfasst eine Nutzfläche von gut 160 Quadratmetern und beinhaltet Investitionskosten von gut 250 000. Variante zwei käme auf 290 Quadratmeter und einmaligen Kosten von 450 000 Euro. Nummer drei gehört mit über 500 Quadratmetern zum gehobenen Segment und würde einmalig 920 000 Euro verschlingen.

Erdarbeiten, Außenanlagen und Inneneinrichtung sind in den jeweiligen Kosten noch nicht enthalten. Dazu kommen laufende Betriebs- und Personalkosten, die je nach Variante ebenfalls unterschiedlich hoch sind und jährlich zwischen 155 000 und 456 000 Euro liegen.

Standort weiter offen

Wo die Umweltstation angesiedelt wird, ist noch völlig offen. Bewerben können sich alle Landkreisgemeinden. Die Bewerber müssen jedoch bereit sein, mindestens zehn Prozent der Kosten mitzutragen. Die Berechnungsgrundlage für alle drei Varianten beziehen sich auf Neubauten, was aber keine Bedingung ist. Auch bestehende Häuser könnten durchaus genutzt werden, was dann entsprechende Aufwendungen für den Umbau nach sich ziehen würde. Klar ist aber: Die Station selber sollte die Kriterien des nachhaltigen Bauens erfüllen und damit Vorbildcharakter haben.

Diskussionsbedarf

Die Kreisräte taten sich mit einer Entscheidung nicht leicht – es bestand größerer Diskussionsbedarf. So klar die Wichtigkeit des Projektes war, so sehr schreckten doch die dauerhaften Kosten. Am Ende zeichnete sich eine Mehrheit für Variante zwei ab, die schließlich mit 8:4 Stimmen angenommen wurde.

Auch Landrätin Tamara Bischof hatte sich für die mittlere Version ausgesprochen: Damit ließe sich „ordentlich was anfangen“, warb sie für den Vorschlag der Verwaltung. Bei einem Erfolg der Station sei zudem eine Erweiterung nicht ausgeschlossen, so die Kreis-Chefin.

Alle können sich bewerben

Genau diese „mittelteure“ Variante machte schließlich das Rennen: Mit 8:4 stimmten die Räte für den 452 000-Euro-Vorschlag und legten damit eine Art Grundstein. Die nächsten Schritte: Das Projekt muss nach dem Passieren des Fachgremiums noch durch zwei weitere Ausschüsse. Gibt es auch dort grünes Licht, kommen die Landkreisgemeinden ins Spiel: Sie können bei Interesse ihren Hut in den Ring werfen und sich um das neue Vorzeigeprojekt des Landkreises bewerben.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.