KITZINGEN

Auch im August: viel Wärme und wenig Regen

Seit ein paar Tagen ist es spürbar kühler geworden. Davor aber herrschte ab April Sommer im Landkreis, mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlägen.
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Wetterbilanz August: Der fehlende Niederschlag und die Hitze wirken sich auch auf die Zwischenfrüchte aus. Wie auf dem Bild aus Kitzingen mit Blick zum Schwanberg zu sehen, ist der Senf kaum aufgelaufen, wie die Experten sagen. In normalen Jahren steht der Senf um diese Zeit bis zu einem halben Meter hoch und erinnert mit seiner gelben Farbe an Rapsfelder im Frühjahr. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

2018 ist auch nach acht Monaten ein überdurchschnittlich warmes und trockenes Jahr. Der August lag in Kitzingen um 3,3 Grad über dem Schnitt von 18 Grad. Dazu kommen mit 45 Litern pro Quadratmeter relativ wenige Niederschläge.

Elf Tage über 30 Grad

Seit April liegen die Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel und zwar um 3,6 Grad. Seit Januar sind es 2,4 Grad. Der wärmste Tag war der 9. August mit 34,9 Grad. Am kühlsten war es am 26. August mit sechs Grad. Im August hat Thomas Karl am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an elf Tagen über 30 und an 19 Tagen über 25 Grad gemessen. An vier Tagen rutschte die Temperatur unter zehn Grad.

Zu wenig Regen

Mit 45 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war der August laut Karl „deutlich zu trocken“. Er lag 14,2 Liter oder 23 Prozent unter den „normalen“ 59,2 Litern. Richtig geregnet hat es am 2. August, als bei einem Gewitter 31 Liter in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen niedergingen. Ansonsten gab es zwar 16 Regentage, aber mit ein bis zwei Litern por Quadratmeter kaum spürbaren Niederschlag. „Leut' erschrecken“, nennt Karl so was gerne. Seit Januar beträgt das Niederschlagsdefizit 94 Liter pro Quadratmeter. „Dabei ist Kitzingen im Vergleich zu anderen Regionen noch gut weggekommen“, so der Pflanzenschutzexperte.

Viel Sonne

Die Sonnenstunden lagen im August mit 227 deutlich über dem Durchschnitt. Der „Supersommer 2003“ hat das allerdings mit 265 Stunden erheblich übertroffen und auch 2015 lag mit 254 Sonnenstunden ein Stück über 2018. Dass es auch anders geht, zeigen die Jahre 2010 mit 151 Stunden und 2006 waren es nur 121 Sonnenstunden.

Auswirkungen auf den Feldern

Und die Folgen der anhaltenden Wärme und Trockenheit? „Die Getreideerträge sind bei uns zwar auch unterdurchschnittlich, aber nicht so schlecht wie in anderen Regionen“, so Karl. Die Silomais-Ernte ist drei bis vier Wochen früher als sonst abgeschlossen und das mit „deutlich bis starken Mindererträgen“. Zudem hat es zum Teil erhebliche Sturmschäden in den Maisbeständen im Vorfeld einer Gewitterfront am 9. August gegeben. Der erwartete Regen kam damals nicht, dafür der Sturm.

Probleme beim Futter

Auch auf Wiesen und bei Kleegras sind die Erträge deutlich geringer. „Derzeit wächst nichts auf den Flächen“, sagt Karl. Dies trifft vor allem die Tierhalter (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde) denen zum Teil in erheblichem Umfang Futter Tiere fehlt.

Zuckerrüben leiden

Die Zuckerrüben leiden unter den fehlenden Niederschlägen. „Aktuell sind die Erträge sehr schlecht“, so Karl. Zum Teil wird dies aber durch sehr hohe Zuckergehalte ausgeglichen. Probleme könnte es wegen der trockenen Böden bei der Ernte geben. Auch die Körnermaisflächen oder Sojabohnen wurden drei bis vier Wochen früher geerntet als in normalen Jahren.

Beim Raps geht wenig

Die Auswirkungen reichen schon ins nächste Jahr. So hat sich die Aussaat von Winterraps, der normalerweise um den 20. August gesät wird, zum Teil verzögert. Einige Betriebe werden in diesem Jahr auf den Anbau ganz verzichten, so der Pflanzenschutzexperte.

Probleme mit den Zwischenfrüchten

Auch viele Zwischenfrüchte wie der Senf sind durch die Trockenheit schlecht oder noch gar nicht aufgelaufen. Wo es nicht zwingend nötig ist, verzichten die Bauern auf den Anbau von Zwischenfrüchten, so Karl. Dabei sei gerade dieser Anbau ein wichtiges Instrument zum Grundwasserschutz. Senf & Co nehmen im Boden verbliebenen Stickstoff auf und konservieren diese bis ins nächste Jahr. Dadurch wird eine Versickerung ins Grundwasser verhindert. Das klappt aber nur, wenn die Pflanzen wachsen, und das ist derzeit schwierig, so Karl am Ende.

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