Sommerach

Attacke auf Sportplatz: Fußballrasen notdürftig repariert

Nachdem ein Fahrzeug den Fußballplatz in Sommerach verwüstet hat, haben Helfer das Möglichste getan, um die Schäden auszubessern. Die Suche nach dem Täter geht weiter.
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15 Helfer reparierten am Dienstagnachmittag den von einem unbekannten Fahrzeug in der Nacht zuvor verwüsteten Fußballplatz in Sommerach. Foto: Norbert Schmitt
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Jörg Steffen, Vorsitzender des SV DJK Sommerach, hat bislang keine Hinweise auf den Täter bekommen, der in der Nacht auf Dienstag mit einem Fahrzeug den örtlichen Fußballplatz stark beschädigt hat . "Leider", sagt er am Handy vom Urlaub aus. In den Platz habe man viel investiert, der habe "dagelegen wie ein Golfplatz". Dafür verantwortlich ist Platzwart Norbert Schmitt, der gleich am Dienstag eine Truppe zusammentrommelte, um möglichst viel der zerstörten Rasenfläche zu retten. 

Mit 15 Mann, schildert Schmitt auf Nachfrage dieser Redaktion, seien sie am Dienstagnachmittag zweieinhalb Stunden lang auf dem Platz gestanden. Ausdrücklich dankt er den spontanen Helfern, die die aufgewirbelten Rasenbrocken eingesammelt, mit Grabgabeln hochgehoben und – so gut es halt ging – mit Hilfe eines Stampfers wieder angedrückt haben. Anschließend bedeckten sie die geflickten Stellen des Fußballrasens mit einer leichten Sandschicht.

Verein kann auf Ausweichplätze zugreifen

Zusätzlich wurde etwas Rasen nachgesät und stellenweise kamen auch Rollrasenstücke zum Einsatz, berichtet Schmitt. Er hofft, dass damit ein Großteil des geschundenen Rasens in zwei bis drei Wochen wieder soweit hergestellt ist, dass darauf Fußballspiele möglich sind. An diesem Wochenende spielt der SV DJK Sommerach auswärts. Und am Wochenende darauf, beim nächsten Heimspiel, müsse man schauen, wo gespielt wird, womöglich auf einem Nebenplatz in Sommerach, den der Verein zum Glück noch hat, oder in Nordheim; mit dem dortigen Fußballverein unterhält Sommerach eine Spielgemeinschaft.

Das unbekannte Fahrzeug, bei dem es sich den Spuren nach um ein schweres Auto, laut Polizei mindestens um eine Mittelklassewagen, vielleicht einen SUV gehandelt haben muss, hat in der Nacht auf Dienstag den Fußballplatz einmal komplett überquert. Die zwei Meter breite Reifenspur zieht sich über 70, 80 Meter hinweg, schätzt der Platzwart. Hinzu kommen kreisförmige Fahrspuren, die sich auf rund 30 Metern Durchmesser regelrecht in den Rasen gepflügt haben. Verwertbare Spuren, etwa ein Reifenprofil, waren nicht auszumachen, berichtet Schmitt, auch, weil nachts noch die Beregnungsanlage lief.

Polizei schließt Serientäter aus

Die Polizei in Kitzingen führt – verständlicherweise – keine gesonderte Statistik für derartige Anschläge auf Fußballplätze. Solche Fälle, berichtet stellvertretender Dienststellenleiter Joachim Schinzel, habe es in den vergangenen Jahren "vereinzelt gegeben". Für das Jahr 2018 erinnert er sich an drei Fälle. Betroffen seien nicht nur Sportplätze, sondern auch Golfplätze. Einen Zusammenhang zwischen diesen Fällen, gar eine Serie, schließt der Polizist "mit Sicherheit aus". Der jüngste Vorfall in Sommerach sei allerdings vom Ausmaß der angerichteten Schäden her betrachtet einer der extremeren Fälle, weil hier ein relativ schweres Fahrzeug verwendet wurde.

Ein Blick ins Archiv dieser Redaktion bestätigt, dass derartige Zerstörungswut leider kein Einzelfall ist. Im April 2018 erwischte es die  Rasenfläche am Sportgelände des FC Feuerbach , drei Monate vorher trieb ein unbekannter Autofahrer sein Unwesen auf dem Sportgelände des SV/DJK Schwarzenau . Weitere Fälle ereigneten sich im Dezember 2017 in Geesdorf, wo jemand mit seinem Auto einige Runden auf dem neuen Sportplatz gedreht und das Spielfeld ruiniert hat . Zwei Jahre zuvor hatte es den Sportplatz des TSV Biebelried erwischt. Im Dezember 2015 ermittelte die Polizei auch dort wegen Sachbeschädigung und schrieb vom "unsportlichen Verhalten eines Autofahrers", der in Biebelried eine Fläche von zehn mal zehn Metern im Bereich des Mittelkreises mit seinem Fahrzeug zerstörte.

Täter werden nur selten erwischt

Juristisch betrachtet handelt es sich in diesen Fällen um Sachbeschädigung. Laut Paragraf 303 Strafgesetzbuch drohen dem Täter Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen. Hinzu kommen, was laut Schinzel oft nicht bedacht wird, mögliche zivilrechtliche Folgen, in erster Linie Schadenersatzforderungen. Den Schaden am Sommeracher Fußballrasen beziffert die Polizei mit rund 2500 Euro. Doch denkbar sind auch Folgekosten des Vereins, etwa für Spielausfälle. Doch erwischt werden die Übeltäter selten. Im aktuellen Fall in Sommerach liegen der Polizei auch nur Hinweise von Nutzern des nicht weit entfernten Campingplatzes vor, die nachts Motorengeräusche gehört haben.

Dabei ist das Echo auf die Tat von Sommerach enorm. Den Aufruf auf der Facebook-Seite des SV DJK Sommerach haben mittlerweile schon über 500 Leute geteilt, viele hinterlassen wütende Kommentare. "Der Sportplatz ist unser Ort, an dem wir gemeinsam kämpfen, siegen, verlieren, lachen, weinen und gemeinsam Erinnerungen sammeln", schreibt dort der Verein. Und: "Du, lieber Fahrer, tust uns leid, dass du sowas scheinbar noch nie erleben durftest. An was es dir fehlt, sowas derartig Dummes zu machen, entzieht sich unserem Verstand." Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

Hinweise zur Überführung des Täters belohnt der Verein mit 500 Euro. Hinweise nehmen Vorsitzender Jörg Steffenunter unter Tel.: (0176) 5652825 oder die Polizei in Kitzingen unter Tel.: (09321) 1410 entgegen.

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