REUPELSDORF

„Atemlos“ in Reupelsdorf

Er tanzt sich glücklich. Sagt er. Und wenn man ganz genau hinsieht: Es ist Manfred Kreis anzusehen. Die Augen des lebenslustigen Bald-Fünfzigers funkeln beim Erzählen: „Man fühlt sich einfach toll, wenn man tanzt. Und fällt abends absolut glücklich ins Bett.“
Artikel drucken Artikel einbetten
Hoch die Gläser: Manfred Kreis, Nicole Weiss und Reinhard Hümmer stoßen auf noch viele launige Stunden im Reupelsdorfer Tanzcafé „Atemlos“ an. Foto: Foto: Nina Grötsch
+1 Bild

Er tanzt sich glücklich. Sagt er. Und wenn man ganz genau hinsieht: Es ist Manfred Kreis anzusehen. Die Augen des lebenslustigen Bald-Fünfzigers funkeln beim Erzählen: „Man fühlt sich einfach toll, wenn man tanzt. Und fällt abends absolut glücklich ins Bett.“

Mit seiner Begeisterung fürs Tanzen hat Manfred Kreis mittlerweile ganz Reupelsdorf angesteckt. Gab es dort anfangs „nur“ einen Tanztreff, zu dem einmal im Monat ins Gemeinschaftshaus eingeladen wurde, kam mit der Zeit auch der ein oder andere Tanzkurs hinzu. Seit Ende März wird das alles noch einmal getoppt: Der Reupelsdorfer Sportverein eröffnete sein eigenes Tanzcafé.

„Viele Möglichkeiten zum Tanzen hat man hier in der Umgebung einfach nicht.“
Manfred Kreis, leidenschaftlicher Tänzer

Wenn sonntagnachmittags die Kicker des FC auf dem Fußballplatz stehen, wird zeitgleich nebenan im Gemeinschaftshaus das Tanzbein geschwungen. Die Verantwortlichen des Sportvereins haben den großen Saal dafür hübsch hergerichtet, vor allem Wirtschaftsleiterin Nicole Weiss hat bei der Deko ein geschicktes Händchen bewiesen. In großen goldenen Lettern prangt der Name des Tanzcafés an der Wand: Atemlos. „Der Name hat gleich allen gefallen“, erzählt der Vorsitzende Reinhard Hümmer, von dem der Vorschlag dazu kam. Schon bei der Eröffnung war der Saal mit 70 Besuchern gleich ordentlich gefüllt. Mindestens 20 Prozent seien tanzfeste Reupelsdorfer gewesen, darunter auch drei ältere Damen, die zwar selbst nicht tanzten, sich bei ihrem Kaffeeklatsch aber perfekt unterhalten fühlten.

„Die Leute kamen auch von weiter her, sogar aus Würzburg und Bad Kissingen“, erzählt Manfred Kreis, der die Werbetrommel auch über Facebook gerührt hatte. Ab 40 aufwärts habe sich der Alterspegel bewegt. „Der jungen Generation kann man eben keinen Discofox aufdrängen“, zeigt Nicole Weiss Verständnis. Wobei Manfred Kreis glaubt, den Altersschnitt noch etwas drücken zu können. Die Stimmung sei super gewesen und das Interesse am Tanzen durchaus groß. „Viele Möglichkeiten dazu hat man hier in der Umgebung einfach nicht“, erzählt der leidenschaftliche Tänzer. Diese Chance wolle man jetzt nutzen.

Da das Sportheim bei Heimspielen ohnehin geöffnet hat, bot sich der Termin am Sonntagnachmittag an. Kaffee und Kuchen werden zu der Zeit auch immer schon angeboten – „nur dass wir jetzt eben nen ganzen Schwung mehr brauchen“, ergänzt Nicole Weiss. Kuchenspenden sind also stets gern gesehen.

Sonntagnachmittag wollen die Leute raus und was unternehmen – warum also nicht zum Tanzen? Manfred Kreis sprudelt über vor guten Argumenten: „Es macht wahnsinnigen Spaß, man ist unter Leuten und gut drauf, es ist gesund, fast alle Muskeln werden beansprucht.“ Dann eine kurze Pause und ein schelmischer Blick: „Außerdem steigt man in der Gunst der Frauen.“ Nicole Weiss stupst ihm lachend in die Seite: „Er ist schon ein bisschen unser Casanova.“

„Der Manni war plötzlich richtig heiß aufs Tanzen.“
Nicole Weiss, Wirtschaftsleiterin

Manfred Kreis hat das Tanzen vor zirka fünf Jahren für sich entdeckt. Er hatte damals starke Rückenschmerzen und ließ sich zu einem Samba-Kurs überreden. „Ruckzuck war ich meine Schmerzen los“, erzählt der 49-Jährige. Als er dann noch einen Tanzabend in Neustädtlein besucht hat, wo ein 73-Jähriger „mit einem jungen Mädel getanzt hat wie ein junger Gott“, war sein Ehrgeiz endgültig geweckt. „Der Manni war plötzlich richtig heiß aufs Tanzen“, erzählt Nicole Weiss. Und er schaffte es, seine Reupelsdorfer von der Idee eines Tanztreffs zu überzeugen.

Ein netter Nebeneffekt der letzten Jahre: Manfred Kreis hat sieben Kilo abgenommen – und zig neue, nette Menschen kennen gelernt. Das könnte vielen anderen in Kürze ganz ähnlich gehen...

Tanzcafé „Atemlos“

Wann? Bis zur Fußball-Sommerpause hat das Tanzcafé „Atemlos“ im Reupelsdorfer Gemeinschaftshaus bei allen Heimspielen geöffnet – das nächste Mal am morgigen Sonntag, 19. April. Die weiteren Termine: 3. Mai und

17. Mai, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Was? DJ Bernd Uhl sorgt für den perfekten Tanzmix: Standardtänze, Discofox, langsamer Walzer, Wiener Walzer, Rumba, Jive, ChaChaCha, Samba, Salsa... Jeder kommt auf seine Kosten. Kaffee und leckerer Kuchen machen den Nachmittag perfekt. lni

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren