Kitzingen

Arzt-Patienten-Seminar zum plötzlichen Herztod

Das diesjährige Herzseminar fand reges Interesses im voll besetzten Gemeinschaftsraum der Klinik Kitzinger Land, heißt es in einer Pressemitteilung.
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Die Referenten des Arzt-Patienten-Seminars von links: Dr. Wolfgang Karmann, Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie, Stefanie Held, Oberärztin Innere Medizin/Kardiologie, Ulrike Parkinson, Assistenz-Ärztin Innere Medizin/Kardiologie, Dr. Christian Sommer, Ärztlicher Leiter Zentrale Aufnahme. Foto: Ingrid Rügamer

Das diesjährige Herzseminar fand reges Interesses im voll besetzten Gemeinschaftsraum der Klinik Kitzinger Land, heißt es in einer Pressemitteilung. In seinem ausführlichen Vortrag ging Dr. Karmann auf die Ursachen des plötzlichen Herztodes ein. Dabei kamen auch seltene Erkrankungen, wie der plötzliche Herztod bei Jugendlichen und bei Sportlern, zur Sprache. Extremsportler und Ausdauersportler sollten sich zu Beginn ihrer sportlichen Laufbahn einmal vom Kardiologen untersuchen lassen.

Jugendliche Patienten sollten dann zum Kardiologen gehen, wenn in der Familie bei Verwandten ersten Grades der plötzliche Herztod aufgetreten ist und die Jugendlichen unter Symptomen wie Schwindel oder kurzen Bewusstlosigkeiten leiden. Zu den seltenen Herzerkrankungen bei Patienten unter 40 Jahren zählen Herzmuskelerkrankungen mit zu dickem Herzmuskel oder zu schwachem Herzmuskel oder bestimmte elektrische Herzerkrankungen, sogenannte Ionenkanalerkrankungen. Möglichkeiten der frühzeitigen Erkennung zur Abwendung der Gefahr eines plötzlichen Herztodes wurden aufgezeigt.

Bei älteren Patienten ist die Gefahr des plötzlichen Herztodes insbesondere durch die koronare Herzerkrankung gegeben. Dies wurde in einem ausführlichen Referat dargestellt.

Reges Interesse und sehr viele Fragen wurden gestellt beim Thema „Was ist zu tun beim leblosen Patienten“ – referiert durch Dr. Christian Sommer. Ist man Zeuge oder Angehöriger eines Menschen, der plötzlich leblos zusammenbricht, sind die entscheidenden Maßnahmen ein Notruf unter 112 und der Beginn einer Herzdruckmassage. Dabei wurde eindrücklich aufgezeigt, dass dabei der Brustkorb des leblosen Patienten fünf Zentimeter in einem Rhythmus von 100 bis 120/Minute eingedrückt werden muss. Die Herzdruckmassage muss kontinuierlich erfolgen bis zum Eintreffen des Notdienstes. Eine früher propagierte Atemspende ist nicht mehr notwendig.

Im letzten Vortrag kam der Defibrillator zur Sprache. Dabei ist wichtig, den richtigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt für eine Defibrillator-Therapie auszuwählen. Auch die künftige Betreuung des Patienten mit einem Defibrillator ist von entscheidender Bedeutung, um die Lebensqualität trotz des Tragens eines Defis zu erhalten.

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