Kitzingen

April-Wetter: Kleiner Vorgeschmack auf den Sommer

Viel Sonne, wenig Regen, kaum Frost: So sah der April 2019 aus. Die Vegetation ist laut dem Wetterexperten Thomas Karl gut entwickelt, doch Regen ist dringend nötig.
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Blauer Himmel, Sonnenschein: 222 Sonnenstunden bescherte uns der April 2019 in Kitzingen. Darüber freuen sich auch die Tulpen.  Foto: Guenther Fischer

Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 11,4 Grad war der April 2019 erneut um 2,6 Grad Celsius zu warm. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher April in und um Kitzingen bringt nur 8,8 Grad auf das Thermometer. Zwar liegt der Wert in diesem Jahr niedriger als im vergangenen, allerdings bleibt die Entwicklung laut Thomas Karl, Pflanzenschutz- und Wetterexperte am Amt für Landwirtschaft in Kitzingen, bedenklich: "Es ist mittlerweile – seit April 2018 – der 13. Monat in Folge, der mit mehr als 1,5 Grad Celsius über Normaltemperatur, deutlich zu warm ist."

Der April gab bereits einen kleinen Vorschmack auf den anstehenden Sommer. Am 24. und 25. April dieses Jahres kletterte das Thermometer in der Mainbernheimer Straße auf 26,8 Grad Celsius. Karl bezeichnet diese beiden Tage bereits als Sommertage. Nur die Frosttage, die normalerweise zu einem durchschnittlichen April gehören, fehlten auch in diesem Jahr: Der kühlste Tag des Monats war der 12. April, mit 0,4 Grad Celsius.

Viel Sonne, wenig Regen

Die sommerlichen Temperaturen spiegeln sich auch in der Zahl der Sonnenstunden: Insgesamt 222 davon waren im April zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr waren es 255, der Höchstwert in und um Kitzingen wurde 2007 mit 272 Stunden Sonne gemessen.

Doch das schöne Wetter hat auch seinen Preis: Mit nur 34 Litern pro Quadratmeter war der Monat deutlich zu trocken. Normalerweise liegt der Wert bei 47,7 Litern pro Quadratmeter. "Es fehlt fast ein Drittel des Niederschlags", gibt Karl zu bedenken. Am 26. April kam der langersehnte Regen, und auch zu Beginn des Monats (3. April) regnete es. Mit insgesamt sechs Regentagen im Monat aber deutlich zu wenig. Dabei wären die wenigen Regentage laut Karl nicht das Problem, wenn die Menge stimmen würde. "Wenn es sonst geregnet hat, dann wenigstens vernünftig."

Erste Trockenschäden erkennbar

Als Grund für den Wassermangel der Wetterexperte das bereits aus dem vergangenen Jahr mitgebrachte Wasserdefizit. Das führe dazu, dass bereits heute Trockenschäden in Wintergetreide, was im letzten September oder Oktober angebaut wurde, erkennbar seien. "Der Wintergerste und dem Roggen fehlen Wasser", so Karl. So hätten die Bestände bereits mit dem Absterben der unteren Blätter zu kämpfen.

Die Schäden haben sich zum Teil durch den Niederschlag der letzten Tage erholen können. Wenn es mit der Trockenheit insgesamt allerdings so bleibt, erklärt Karl, würde dies stark an die Jahre 1975 und 1976 erinnern. "Sehr trockene, aufeinanderfolgende Jahre, aus denen sehr schlechte Erträge für die Landwirtschaft resultierten."

Für diejenigen, die in der Vorfreude auf den Sommer schon Blumen gepflanzt haben, ist Vorsicht geboten: "Vom 11. bis 15. Mai finden die Eisheiligen statt und es ist noch nicht absehbar, ob noch Fröste kommen." Karl rät daher, empfindliche Pflanzen lieber abzudecken oder gar ins Haus zu holen. Dennoch: Wie im März war die Natur auch im April 2019 etwa eine Woche im Vorsprung. Laut dem Wetterexperte ist das aber mittlerweile schon zur Gewohnheit geworden. 

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