Fast zwei Stunden lang verwandelten am Samstagabend das rund 60-köpfige Orchester „La Banda Giacomo Puccini“ und ihre Majoretts aus Kitzingens italienischer Partnerstadt Montevarchi den Kitzinger Marktplatz in einen Konzertsaal. Zwischen 300 und 350 begeisterte Zuhörer spendeten stehend Applaus und forderten Zugaben.

Bereits am Vormittag hatten die Musiker, vor einem Empfang im Rathaus, mit einem Umzug durch die Altstadt für Aufsehen gesorgt.

Das klangstarke Orchester nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise durch ein Jahrhundert Musikgeschichte. Den Auftakt bildete das Deutschlandlied und die italienische Nationalhymne „Il Canto degli Italiani“, auch bekannt als „Fratelli d'Italia“ (Brüder Italiens) bei denen auch einige Musiker des Kolping Musik Corps mitspielten.

Erste Pluspunkte sammelten die italienischen Gäste, die vor 30 Jahren erstmals in Kitzingen auftraten, mit dem Marsch „Un saluto a Kitzingen“ zu deutsch „Gruß an Kitzingen“. Ein Marsch, den der Kapellmeister des Orchesters, Francesco Morbidelli eigens für die deutsche Partnerstadt komponiert hat.

Danach führte die musikalische Reise mit der Sinfonie zu Guiseppe Verdis „Nabucco“ in die Welt der Oper. Begeistert lauschten die Kitzinger dem weltbekannten Stück, das am 9. März des Jahres 1842 in der Mailänder Scala seine Geburtsstunde erlebte. Perfekt intonierten die 60 Vollblutmusiker im Anschluss Verdis Hymne und Marsch aus der Oper Aida, die 1871 als Auftragswerk in Kairo ihre Uraufführung erlebt.

Mit konzertanter Blasmusik und dem Stück „Oregon“ des niederländischen Komponisten nahmen die die Musiker ihre Zuhörer mit auf eine musikalische „Bahnfahrt“ mit der Northern Pacific Railroad durch faszinierende Landschaft im Nordwesten der USA.

Begeistert klatschten die Zuhörer mit, als die Musiker als Zugabe noch einmal die italienische Nationalhymne anstimmten. Vergessen war am Ende auch die peinliche Panne vom Anfang, als die italienischen Gäste eigenhändig Tische und Stühle für sich und die Zuhörer auf den Marktplatz tragen mussten und sogar Oberbürgermeister Siegfried Müller mit anpackte.