Rödelsee

Anwalt der Gemeinde legt Mandat nieder

Das neue Baugebiet Schlossgrund lässt den Rödelseer Gemeinderat nicht zur Ruhe kommen. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich.
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Fliederduft im Schlossgarten, viel Leben im Schlosspark und auf den Straßen, Schönes, wohin das Auge reicht: Das ist der Rödelseer Frühling entsprechend zum Motto "Garten und Leben – Kunst und Genuss". Bepflanzte Hängeampeln oder kleine Stauden fanden ebenso ihre Abnehmer wie viele kunsthandwerkliche Gegenstände oder Wohnaccessoires. Die etwa 120 Aussteller füllten den Ortskern, das Schlossareal und den Schlosspark, der mit den ausgestellten Tonfiguren in den Grünanlagen einen besonderen Reiz hatte. Es war fast schon eine Gartenschau im ganz Kleinen. Viele Besucher nutzten das dazu passende Wetter, um mit einem Glas Rödelseer Wein in der Hand von Stand zu Stand zu flanieren. Der Genuss kam auch nicht zu kurz, sei es bei den Direktvermarktern mit ihren hochwertigen Produkten wie Käse, Honig und Obst oder bei etlichen Anbietern mit verschiedenen Spezialitäten. Anziehungspunkt neben dem Schlosspark war auch das Areal um den Rödelsee selbst gern genutzter Aufenthaltsort der Besucher aus nah und fern, wie ein Blick auf die Autokennzeichen auf den Parkplätzen bestätigte.

Das neue Baugebiet Schlossgrund lässt den Rödelseer Gemeinderat nicht zur Ruhe kommen. Neben dem Ansinnen, neuen Wohnraum für Menschen zu schaffen, gilt es auch, Bestehendes zu schützen, nämlich den uneingeschränkten Bestand des benachbarten Weinguts.

Gemeinde und Weingut haben deswegen Anwälte eingeschaltet. Neueste Entwicklung: Die von der Gemeinde beauftragte Anwaltskanzlei legte ihr Mandat nieder. In der von der Hauptverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen verfassten Tischvorlage ist die Rede von einer „teilweise unterschiedlichen Bewertung der Anforderungen an eine ermessengerechte bauleitplanerische Konfliktbewältigung“. Denn nach über einem Jahr ist es noch immer nicht gelungen, eine städtebauliche Vereinbarung zu schließen.

Das Weingut hat, wie berichtet, nichts gegen das Baugebiet, möchte aber seinen Betrieb uneingeschränkt fortführen können. Dazu ist nach derzeitigem Stand, wenn die Gemeinde nicht auf die erste Baureihe verzichten möchte, eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von fünf Metern erforderlich.

Der Anwalt des Weingutes hat zudem um Richtigstellungen einiger Aussagen und Feststellungen im Mitteilungsblatt der Gemeinde gebeten. Dem will die Gemeinde nachkommen. In diesem Zusammenhang hat der Weingutsbesitzer die Gemeinde auch eindringlich gebeten, seine Persönlichkeitsrechte zu achten, insbesondere was die Nennung seines Namens betreffe. Diese Aufforderung nimmt Bürgermeister Burkhard Klein nun grundsätzlich zum Anlass, Namensnennungen in öffentlichen Gemeinderatssitzungen und im Mitteilungsblatt vom Gemeindetag prüfen zu lassen.

Geprüft hat die Gemeinde schon das Angebot der Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen, das Baugebiet Schlossgrund mit Erdgas zu erschließen. Die 36 Grundstücke sollen Preis von rund 35 700 Euro an die Erdgasversorgung angeschlossen werden. Der Gemeinderat ermächtigte den Bürgermeister, einen entsprechenden Vertrag abzuschließen.

Gemäß des Beschlusses des Gemeinderats wird auch die Fernwasserleitung um das Baugebiet Schlossgrund verlegt. Laut Ausschreibungsergebnis wird dies rund 134 000 Euro kosten.



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