Die allerletzten Trauben wurden gerade noch in Castell gelesen, als der Leseschluss mit dem Rückblick der Domäne auf ereignisreiche Monate begangen wurde. Die hielten wieder allerlei Überraschungen für die fürstlichen Betriebe im Bereich Landwirtschaft und Weinbau bereit.

Weingutsleiter Karl-Heinz Rebitzer sprach in seiner Rückschau von „einem Jahr, das viel von uns abverlangt hat“. Das Ergebnis kann sich beim Wein, wie in der Landwirtschaft, aber mehr als sehen lassen. Einen Durchschnittsertrag von 70 Hektoliter pro Hektar lieferten die Weinberge, das Mostgewicht liegt im Mittel „bei guten 80 Grad Oechsle“, wie Rebitzer sagte.

Dabei hatte nicht nur das erneut extreme Wetter die Beschäftigten im Weingut gefordert. Dort wurde eine neue Traubenannahme eingebaut, wobei sich einiges verzögerte. Monteure und Programmierer waren noch am Schaffen, als die ersten Trauben bereits angeliefert wurden. Trotz anfänglicher Probleme lief aber schließlich alles.

Rebitzer sprach zusätzliche Erneuerungen an, um das Weingut „fit für die Zukunft zu halten“. So wurde unter anderem das Flachdach über der Füllhalle saniert, die Trennung und Neuverrohrung von Abwasser und Quellwasser wurde abgeschlossen und im Holzfasskeller wurden Strom und Lampen erneuert.

Trauben wie gemalt

Winzermeister Peter Hemberger ließ das Jahr aus seiner Sicht Revue passieren. Ein milder Winter ließ die Rebknospen früh austreiben, bei Frösten Anfang Mai kamen die Casteller ohne allzu großen Schaden davon. Die Reben blühten bereits Anfang Juni, Ende August hingen die Trauben „wie gemalt“, so Hemberger, am Stock, alles deutete auf eine entspannte Weinlese hin.

Doch es folgten 75 Liter Regen Ende August und noch einmal 45 Liter Anfang September, in der Folge „regnete es Arbeit“, so der Winzermeister. Am 9. September begann die Weinlese, zuvor mussten viele faule Trauben entfernt werden. 18 Hektar, also ein Viertel der Flächen, wurden mit dem Vollernter gelesen. Den Rest ernteten 55 Helfer an 30 Tagen.

Kellermeister Christian Fries sprach über die neue Traubenannahme und ihre Vorteile. Als Spitze des diesjährigen Jahrgangs erwähnte er eine Riesling Trockenbeerenauslese mit 224 Grad Oechsle, sowie einen Rieslaner mit 210 Grad.

Überdurchschnittlich fiel die Ernte laut Rudolf Falkenstein in den Casteller Betrieben im Bereich Landwirtschaft aus. Im Durchschnitt wurden 4,5 Tonnen Raps pro Hektar gedroschen, beim Weizen waren es 7,5 Tonnen und bei den Sonnenblumen 3,5 Tonnen.