Dettelbach

Anrüchige Themen im Stadtrat

Auch wenn das Sprichwort behauptet "Geld stinkt nicht" – es waren anrüchige Themen und deren Finanzierung, mit denen sich der Stadtrat Dettelbach in seiner Sitzung am Montag zu befassen hatte.
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Auch wenn das Sprichwort behauptet "Geld stinkt nicht" – es waren anrüchige Themen und deren Finanzierung, mit denen sich der Stadtrat Dettelbach in seiner Sitzung am Montag zu befassen hatte. Zum einen ging es um die "bedarfsorientierte Sanierung und Weiterentwicklung der Kläranlage", zum anderen um die Eigenüberwachung des Kanalnetzes der Stadt per TV.

"Wir wollen eine nachhaltige Entwicklung der Kläranlage Dettelbach ermöglichen", erklärte Hans-Ulrich Hoßfeld in seinem Zwischenbericht. Sein Ingenieurbüro war vor einem Jahr beauftragt worden, Möglichkeiten der Sanierung der Kläranlage zu eruieren. Dabei wurden drei unterschiedliche Ansätze geprüft: Anschluss an die Kläranlage der Stadt Kitzingen, Neubau an einem anderen Standort und Sanierung der bestehenden Anlage. Allein aus Kostengründen – es handelt sich nach seinen Schätzungen um Summen von bis zu 15 Millionen Euro – empfahl er die Variante 3: Den jetzigen Standort beibehalten und ertüchtigen.

Für diese Ertüchtigung wurden bereits erste Schritte eingeleitet, wie Abwassermeister Martin Prühl bestätigte. Nach seinen Worten sei es durch gezielte Maßnahmen in der Kammerfilterpresse gelungen, die Menge des Klärschlamms innerhalb eines Jahres zu halbieren und so die Kosten spürbar zu senken. Ein Tankplatz für Lastwagen (Kosten: 70 000 Euro) ist durch die Beschaffung von chemiebeständigen Auslaufsperren nicht mehr nötig.

Hochwasserschutz verbessern

Für die Zukunft stehen laut Hoßfeld neben einer Reihe anderer Maßnahmen ein verbesserter Hochwasserschutz und eventuell der Bau eines Faulturms an. Dabei, so auch der Tenor im Gremium, könnte es sinnvoll sein, mit Nachbargemeinden in Kontakt zu treten, um durch gemeinsames Vorgehen Kosten zu sparen.

Die Abwässer, die in der Kläranlage am Main landen, müssen durch ein Kanalsystem, das eine Fläche von rund 400 Hektar entwässert. Und dieses System ist teilweise Jahrzehnte alt und kann daher Schäden aufweisen. Deshalb sind die Kommunen verpflichtet, alle zehn Jahre die Kanäle zu befahren, das heißt, mit einer Kamera nach Problemen zu suchen. Begonnen wurde das Projekt in Dettelbach 2003, insgesamt wurden bis 2017 rund 400 000 Euro dafür investiert.

Kanalbefahrung in Bibergau

In diesem Jahr, so Uwe Koßner, steht die Befahrung der Kanäle in Bibergau an. "Dort haben wir das schlechteste Kanalnetz in Dettelbach", so der Leiter des technischen Bereichs im Bauamt. Er schlug vor, neben den Befahrungen in den nächsten zehn Jahren auch Ingenieursleistungen und eine entsprechende digitale Erfassung mit einzukaufen, um eine "100-prozentige Aussage zu bekommen, was vorliegt."

Von dieser Lösung hielt Bürgermeisterin Christine Konrad wenig. Sie verwies insbesondere auf die Mehrkosten, die sich in zehn Jahren auf rund eine halbe Million Euro belaufen. Zudem, so Zweiter . Bürgermeister Herbert Holzapfel (FW), seien bei einer Befahrung mit TV schon viele Details erkennbar. Marcel Hannweber (CSU) dagegen meinte: "Wenn wir nicht wissen, was wirklich unter der Straße los ist, dann ist es schwierig."

Der Stadtrat entschied einstimmig, dass für Befahrungen in Dettelbach und Ortsteilen bis 2020 maximal 100 000 Euro pro Jahr pauschal im Haushalt einzustellen sind. Die Ingenieurleistungen samt digitalen Karten und Kanalschadensplan fanden keine Mehrheit, sie wurden mit 12:9 Stimmen abgelehnt.

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