KITZINGEN

An der Siedlungsschule: Sozialarbeiter kann anfangen

An der Grundschule Siedlung kann zum Beginn des Schuljahres 2017/18 ein Jugendsozialarbeiter seine Arbeit aufnehmen. Die Halbtagesstelle ist auf zwei Jahre befristet.
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Unter den Augen von Anselm Caliz: Dem ersten Siedler wurde ein Denkmal vor der Mittelschule in der Siedlung gesetzt. Er wird in den nächsten Jahren umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen mit erleben. Rund 4,3 Millionen Euro wird die Stadt in die Grund- und die Mittelschule investieren. Foto: Foto: Siegfried Sebelka
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An der Grundschule Kitzingen-Siedlung kann zum Beginn des Schuljahres 2017/18 ein Jugendsozialarbeiter seine Arbeit aufnehmen. Die Halbtagesstelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Nachdem der Kitzinger Stadtrat den Bedarf anerkannt und Beteiligung an den Kosten zugesagt hatte, hat jetzt auch der zuständige Jugendhilfeausschuss des Kreistags zugestimmt. Zuvor hatten sowohl der Soziale Dienst am Landratsamt wie das Schulamt den Einsatz in dem sozialen Brennpunkt befürwortet.

Wie die zuständige Sachgebietsleiterin Tanja Meeder im Ausschuss sagte, kommen nach Abzug der staatlichen Förderung je rund 9000 Euro an Personalkosten auf die Stadt und den Landkreis zu. Die Stadt trägt zudem die Sachkosten.

Die Grundschule Siedlung wird die siebte Schule im Landkreis sein, bei der diese „intensivste Form der Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule“ praktiziert wird. In Kitzingen ist das sozialpädagogische Fachpersonal bereits in der Paul-Eber-Schule und der Volksschule Siedlung, an der St. Hedwig-Schule und der Berufsschule im Einsatz. Im Landkreis kommen die Nikolaus-Fey-Schule in Wiesentheid und die Mittelschule in Volkach dazu.

Wie schon im Stadtrat war im Ausschuss des Kreistags der Bedarf an der Schule unbestritten. Die Zahlen aus dem Antrag der Schulleitung sprechen für sich. Danach gibt es in den Grundschulklassen einen Migrationsanteil von über 34 Prozent. 20 Prozent fordert der Freistaat für die Aufnahme in sein Förderprogramm. Der Anteil an der Siedlungsschule werde sich weiter erhöhen, heißt es. Mehr als ein Viertel der Schüler lebten bei einem Elternteil. Von 70 Schülern sei bekannt, dass es zu Hause finanzielle Probleme gebe. Rund 35 Kinder seien in psychologischen Behandlung, ein Großteil davon nehme Medikamente.

Zudem bestehe in rund 40 Fälle Kontakt zum Jugendamt oder zur Erziehungsberatungsstelle. Neben Kindern mit „festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf“ benötigten die Schüler in zunehmendem Maße individuelle Betreuung vor allem im sozial-emotionalen Bereich. Vor diesem Hintergrund tue sich für den Sozialarbeiter ein großes Arbeitsfeld auf. Konfliktbewältigung, Training des soziale Miteinanders und Streitschlichtung sind Beispiele. Beratung und Begleitung von Eltern mit auffälligen Kindern weitere.

Mit der Entscheidung des Ausschusses steht der Anstellung nichts mehr im Weg. Von dessen Einsatz erhofft sich die Schule vor allem auch die Verbesserung des soziale Klimas.

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