Prichsenstadt
Kostenfrage

An der Brückensanierung schwer zu tragen

Schwer zu tragen haben die Brücken über die Schwarzach, wenn schwere landwirtschaftliche Fuhrwerke darüber fahren. Finanziell schwer zu tragen haben dürfte auch die Stadt Prichsenstadt, wenn die Brücken nicht sechs, sondern 40 Tonnen aushalten müssen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Am Donnerstag diskutierten die Stadträte ausgiebig, wie das Problem einer Sanierung von drei Brücken gelöst werden könnte, die derzeit auf sechs Tonnen beschränkt sind. Nachdem mehrere Möglichkeiten beleuchtet wurden, ergab die Abstimmung eine Mehrheit von neun zu vier Stimmen für den Vorschlag von Roland Braun (LWL), eine Ausschreibung für die statische Berechnung und die bauliche Ertüchtigung für eine Traglast von 40 Tonnen vorzunehmen.

Helmut Happel (Stol) hatte die Aufhebung der Gewichtsbeschränkung für den landwirtschaftlichen Verkehr aufgrund der erheblichen Umwege für Landwirte beantragt. "Es ist ihnen nicht weiter zumutbar, so weit außen herum zu fahren und zum Beispiel mit großen Pflügen durch Ortschaften zu fahren und den Verkehr zu gefährden." Sein Ansinnen stieß auf wenig Gegenliebe: Sein Antrag bekam nur drei Ja-Stimmen.

Bürgermeister Adolf Falkenstein (CSU/FBG) informierte, dass für die Brücken in der Raiffeisenstraße in Stadelschwarzach und zwischen Stadelschwarzach und Prichsenstadt in der Nähe des Wildgeheges keine Statik vorliege und der Brückenkörper zwecks Untersuchung geöffnet werden müsste - "weshalb der Statiker bei der letzten Untersuchung nach dem äußeren Eindruck dringend eine Gewichtsbeschränkung auf sechs Tonnen empfohlen hat."

Für die von der damals selbstständigen Gemeinde Laub errichtete Brücke beim Sägewerk Seger in Laub liege eine Statik vor, die eine Tragfähigkeit von sechs Tonnen ausweise. Falkenstein bezeichnete eine Aufhebung der Gewichtsbeschränkung als "zumindest fahrlässig und ich warne vor diesem Haftungsrisiko." Michael Glos jun. (CSU) sprach sich dafür aus, zumindest eine der Brücken so zu sanieren, dass sie heutigem landwirtschaftlichen Verkehr standhalte: "Wir sind in der Pflicht, etwas zu unternehmen. Ich bin für die Sanierung der Brücke beim Wildgehege, da die Raiffeisenbrücke in Stadelschwarzach eventuell im Zuge der Dorferneuerung saniert werden könnte." Auch Ursula Reiche (CSU) argumentierte in diese Richtung: "Wir haben schon oft über die Brücken diskutiert und sollten daher eine über 40 Tonnen richten."

Einige Räte machten auf die Möglichkeit aufmerksam, die Brücke beim Sägewerk auf privatrechtlicher Basis in Angriff zu nehmen. Roland Braun (LWL) machte sich für diese Brücke stark, "da ein Gewerbebetrieb der Stadt Steuern bringt." Dass bei einer Sanierung erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen, war allen klar. Helmut Hümmer (FBG) schlug vor, eine zusätzliche Tragschicht aufzubringen und zwecks Finanzierung auch bei den Jagdgenossenschaften nachzufragen. "Wir können das Problem nicht weiter vor uns herschieben. Wir sollten die Kosten ermitteln und dann in den Haushalt einstellen", meinte 2. Bürgermeister Alfons Saugel (CSU). Das war auch die Haltung Falkensteins: "Wir werden das ausrechnen lassen, aber eine klare Linie bekommen wir erst in der Haushalts-Sitzung." ww

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren