Kitzingen

Ampeln in Kitzingen: Wenn der Hintern fast abgefahren wird

Grüne Welle für Autofahrer oder lange Grünphasen für Fußgänger? Über Kitzingens Ampeln diskutieren unsere Leser eifrig. Und machen konkrete Verbesserungsvorschläge.
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Fußgängerampel in der Kitzinger Siedlung, Königsberger Straße. Reicht die Grünphase für die Überquerung? Foto: Andreas Brachs

Noch schnell über die Fußgängerampel flitzen,  wenn diese schon eine Weile grün zeigt? Wer gut zu Fuß ist, schafft das problemlos. Doch mit Kleinkind an der Hand oder auf einen Rollator gestützt, reicht selbst die komplette Grünphase manchmal nicht aus. Wie sehr dieses Thema auch die Menschen in Kitzingen beschäftigt, zeigt eine nicht repräsentative Umfrage dieser Redaktion.

Auf unserer Facebook-Seite wollten wir wissen: "Haltet ihr die Ampelphasen für zu kurz?" Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 71 Nutzer klickten innerhalb von drei Tagen auf "Ja, zu kurz", 16 waren der Meinung "Nein, passt".  Der Abstimmung vorausgegangen war ein  Artikel über die Ampelschaltungen in Kitzingen.  Der beschreibt, warum die Ampeln in der Großen Kreisstadt immer nur ein Kompromiss sein können zwischen den Bedürfnissen der Fußgänger und der Autofahrer. Damit dieser gelingt, müssen die Verkehrsteilnehmer gerade auf viel befahrenen Straßen wie der B 8 Rücksicht aufeinander nehmen.

"Meine Mutter schafft gerade mal die Hälfte – da ist es schon wieder rot."
Sylvia zur Ampel-Umfrage auf Facebook

Diese Meinung teilen die Leser. Sylvia weiß aus eigener Erfahrung: "Meine Mutter schafft gerade mal die Hälfte – da ist es schon wieder rot. Alten Menschen mit Gehilfe ist es auch zu schnell. Aber da müssen die Autos halt warten bis sie ganz drüber sind." Das sieht auch Jessica so: "Für die Autofahrer ist es natürlich zu lang, weil fast keiner mehr warten will, aber für die Kinder und ältere Leute einfach zu kurz." Sie fordert: "Da müsste eventuell doch noch mal was geändert werden."

Anderer Meinung ist Sigmar: "Endlich wieder eine durchgehende grüne Welle und schon wird gejammert, weil die Fußgängerampel zu kurz geschalten ist. Es fährt bestimmt niemand los, wenn da noch wer über die Straße läuft." Ihm widerspricht Nicky: "Ob du es glaubst oder nicht: Es gibt Leute, die einfach losfahren." Genau das hat Lena schon selbst erlebt: "Mit dem Kinderwagen über die Straße gelaufen und uns wurde fast der Hintern abgefahren, um es nett zu formulieren."

In Kitzingen haben Fußgänger mehr Zeit 

Zuständig für die Ampelschaltung auf der B 8 ist das Staatliche Bauamt in Würzburg. Das geht normalerweise davon aus, dass ein Fußgänger in einer Sekunde 1,5 Meter weit läuft. In Kitzingen haben Fußgänger etwas mehr Zeit, hier rechnet die Behörde mit 1,2 Metern pro Sekunde. 

Die Kunst bleibt also, es allen recht zu machen. Im Auto ewig an der roten Ampel warten möchte natürlich auch keiner.  Manche sehen die Lösung darin, die Ampel nachts oder am frühen Morgen ganz aus zu lassen. Eine ähnliche Idee äußert Woody: "Ihr nennt das Ampelschaltung? Ich stand die Woche nachts um 1 am Falterturm 10 Minuten an der roten Ampel, weil sie keinen Bock hatte, umzuschalten. Fast überall sind die Ampeln aus – nur nicht bei uns."

Wunsch nach längeren Grünwellen

Worüber sich Sabrina ärgert: "Meine Ampel lässt 4 Autos durch und dann muss man eine Minute warten. Früh um halb 6 ziemlich doof, wenn man 2 Minuten warten muss und von keiner Seite ein Auto kommt." Genau dazu hätte Lea einen konkreten Verbesserungsvorschlag: "Längere Wartephasen und dann aber eine lange Grünwelle wären sinnvoll."

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