KITZINGEN

Ampel-Computer schaltet auf Grün

Rot, gelb und endlich grün: Blinker gesetzt, von der Kitzinger B 8-Kreuzung auf die Nordtangente und mit Tempo 50 in Grobrichtung Großlangheim. Erste Ampel: Grün. Nummer zwei vor der Nordbrücke: wieder freie Fahrt und an der Heinrich-Fehrer-Straße das gleiche Spiel. Normalfall grüne Welle? Noch nicht. Aber bald.
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Freie Fahrt auf der Nordtangente: Zumindest auf den Hauptrichtungen der Kitzinger Umgehung ist laut Tiefbauamt der Stadt Grün die Leitfarbe - vor allem in den nächtlichen Stunden. Richtig flüssig, auch auf den Zufahrtsstraßen zur Tangente, soll es werden, wenn der Verkehrsrechner im Haus der Licht-, Kraft- und Wasserwerke mal das Kommando über die Ampeln übernommen hat. Foto: Meyer

Rot, gelb und endlich grün: Blinker gesetzt, von der Kitzinger B 8-Kreuzung auf die Nordtangente und mit Tempo 50 in Grobrichtung Großlangheim. Erste Ampel: Grün. Nummer zwei vor der Nordbrücke: wieder freie Fahrt und an der Heinrich-Fehrer-Straße das gleiche Spiel. Normalfall grüne Welle? Noch nicht. Aber bald. Die ersten Ampelprogramme machen den Weg nahezu frei, der Verkehrsrechner soll bald den Rest – auch auf der B 8 – erledigen, wenn er auf Start geht.

„Kitzingen sieht Rot“ – die Kritik an Ampel-Stopps könnte in naher Zukunft durch grüne Wellen abgelöst werden. Aktiv bei der „Behandlung“ verkehrshemmender Signalanlagen ist die Stadt Kitzingen. Die hat Ende Oktober die Programme für die Ampeln auf der Nordtangente optimiert und vor allem nachts auf fast ungehinderten „Durchflug“ geschaltet. Auf mehr Grün wartet die vom Staatlichen Bauamt kontrollierte B 8, wo aber ebenfalls das Ampel-Tuning in Arbeit ist.

„Zwischen 8 und 19 Uhr wird auf grüne Welle geschaltet.“

Matthias Volkamer Tiefbauamt Kitzingen

Wer nicht so oft über die Nordtangente fährt, hat's vermutlich nicht gemerkt: Es geht voran. Teile der Strecke – wo keine größeren Kurven warten – dürfen mit Tempo 60 benutzt werden. Und auch sonst geht manches schneller, wie Matthias Volkamer vom Tiefbauamt informiert. Beispiel ist die Umlaufzeit der Ampeln: 72 Sekunden. So lange dauert's, wenn ein Autofahrer zwischen 8 und 19 Uhr mal vor Rotlicht warten muss, bis das Programm wieder freie Fahrt gibt.

„Dauergrün“ laut Volkamer ist der Normalzustand der drei Ampelanlagen zwischen B 8-Kreuzung und der Staatsstraße 2271 im Zeitfenster zwischen 19 Uhr abends und 8 Uhr am Morgen.

Wer auf die Tangente abbiegen will, muss natürlich warten – und sich auf die schnelle Umschaltzeit verlassen. Übrigens ist auf der Hauptstrecke der Tangente Volkamer zufolge auch eine stoppfreie Durchfahrt möglich: „Zwischen 8 und 19 Uhr wird auf grüne Welle geschaltet“ – die funktioniert, wenn die Fahrer sich ans Tempolimit halten und Einbieger von der Rampe am Bleichwasen dem Verkehrsfluss kein plötzliches Rot bescheren.

Ursache der verbesserten Verkehrsverhältnisse auf der Tangente sind Programme, die die Ampelanlagen steuern. Richtig intelligent ist die Sache allerdings noch nicht. Noch flüssiger und durchdachter soll das Ganze werden, wenn der Verkehrsrechner „scharf geschaltet“ wird, was Volkamer zufolge in naher Zukunft geschehen soll.

Ist der Computer im Haus der Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen (LKW) der Chef der Ampeln, sollen Staus auch auf den Zufahrtsstraßen zumindest verkürzt werden. Wenn der Rechner beispielsweise – über die Induktionsschleifen in der Fahrbahn – „sieht“, dass zwischen der Fischergasse und der Tangente Fahrzeug an Fahrzeug steht, „könnte er die grüne Welle auch mal unterbrechen“, sagt Volkamer. Vorteil des Verkehrsrechners: Er kann je nach Situation frei zwischen verschiedenen Programmen auswählen.

Das ist besonders wichtig für das Sorgenkind B 8, wo immer noch in Internet-Kommentaren eine Ampel-Hindernisstrecke beklagt wird. Wann da das Grün zuverlässig von Ampel zu Ampel führt, ist noch nicht ganz klar.

Der Verkehrsrechner hat immerhin schon seine (Steuerungs-)Finger in dem Ampelgeflecht zwischen dem Panzerstraßen-Kreisel und der E-Center-Kreuzung, wie Michael Fuchs, Chef der Straßenbauabteilung im Staatlichen Bauamt Würzburg. informiert. Allerdings müsse das System noch feinjustiert werden. Die Signalanlagen auf der B 8-Strecke zwischen Adenauerbrücke und Ortsende Richtung Würzburg kämen vermutlich erst im Januar unter das Kommando des Steuerungscomputers.

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