Mit dem Naturschutz ist das ja so eine Sache: Jeder möchte gerne in einer natürlichen Umgebung leben, mit viel Grün, vielen Blumen und vielen Tieren. Darauf, dass das auch so bleibt, achten verschiedene Behörden und Organisationen - messen dabei aber scheinbar mit vielerlei Maß.

Man muss nur mal an den Straßenbau denken. Klar kann man auch langsamer fahren, wenn man weiß, dass die eine oder andere Landstraße nun mal von Schlaglöchern übersät ist oder es richtig eng wird, wenn der überbreite Mähdrescher entgegenkommt. Ein bisschen breiter könnte aber so manche Straße doch sein - wenn nicht die hohen Kosten wären. Und die Naturschützer, die keinen Millimeter von ihrem Standpunkt abweichen, wenn es um das Fällen einiger Bäume am Wegesrand geht. Jeder einzelne müsste an anderer Stelle ersetzt werden, ganz egal, ob gesund oder krank, alt oder jung, krumm oder gerade. Und von den tierischen Anliegern wollen wir jetzt mal gar nicht erst anfangen.

Davon gibt es auch im Mainsondheimer See einige, sowohl über als auch unter Wasser. Und es gibt dort auch viele Büsche und Bäume. Um letztere sorgen sich die zuständigen Naturschützer auch intensiv - wo einer gefällt wird, muss auch wieder einer gesetzt werden. Die Tiere dagegen werden eher vernachlässigt, obwohl sie momentan einiges ertragen müssen: Lärm, Hitze und jede Menge Dreck. Darüber, dass der See verfüllt und damit der natürliche Lebensraum der Tiere dramatisch verändert wird, regt sich (noch) kein Naturschützer auf. Hoffentlich warten sie nicht zu lange damit. Sonst ist das Maß vielleicht voll.

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