Ein bisschen hin- und hergerissen bin ich ja schon, wenn ich an meinen letzten Ferienjob denke. Ich war schon Studentin und brauchte jeden Cent. Davon gab es bei meinem Arbeitgeber auf Zeit jede Menge zu verdienen. Und dazu habe ich noch viel mehr bekommen: wertvolle Erfahrungen aus der Praxis des täglichen Lebens.

Davon hat man ja, wenn man gerade frisch aus dem Gymnasium kommt, nicht so viel zu bieten. Das Taschengeld und ein bisschen Kohle aus diversen Nebenjobs hat irgendwie immer ausgereicht, um durchs (stressfreie) Leben zu kommen. Essen und Trinken, ein Bett und auch mal ein finanzielles Gudderle zwischendurch gab es bei Mama, Papa, Oma und Co.. Es blieb also genug Zeit, um sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren: Party, Party, Party.

Dann aber das Studium, eine neue Stadt, eine eigene Wohnung - und schier unendlich viele Möglichkeiten, sein Geld loszuwerden. Zwischen den mehr oder weniger lernintensiven Semestern musste da ein Ferienjob her - und dann ging es wirklich zur Sache: Vier Wochen, drei Schichten, acht Stunden am Tag - das war ein kleiner Kulturschock.

Aber es hat sich immer gelohnt: Neue Leute und andere Lebensweisen kennenzulernen, das fand ich ungeheuer spannend. Es gab Brummbären und Hilfsbereite, Charmeure und Möchtegern-Chefs, Mitarbeiter, die ihren Job trotz Knochenarbeit geliebt haben und diejenigen, die von einer anderen Zukunft träumten. Es wäre wirklich schade, wenn junge Leute zukünftig nicht mehr die Chance bekämen, auch diese Welt einmal zu erleben. Nur so erfährt man, in welcher man eigentlich selbst einmal zuhause sein will.