KITZINGEN

Am Eselsberg bleibt alles beim Alten

Eine von der Stadtverwaltung auf den Weg gebrachte Änderung des Bebauungsplan für den Eselsberg ist vom Tisch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Wohngebiet Eselsberg mit den beiden Straßen Eselsberg und Richard-Wagner-Straße: Die Pläne zur Änderung des 40 Jahre alten Bebauungsplans hat der Bauausschuss zu den Akten gelegt. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Am Eselsberg in Kitzingen bleibt alles beim Alten. Eine von der Stadtverwaltung auf den Weg gebrachte Änderung des 40 Jahre alten Bebauungsplan für eines der beliebtesten Wohngebiete der Stadt wird nicht weiter verfolgt.

Ohne Oberbürgermeister Siegfried Müller, dessen Stellvertreter Stefan Güntner, Bauamtsleiter Oliver Graumann und Stadtplaner Torsten Fischer fand am Donnerstagabend die Sitzung des Verwaltungs- und Bauausschusses statt. Als dritter Bürgermeister leitete Klaus Heisel (SPD) die Sitzung, die rund 20 Zuhörer hatte.

Interessierte Anwohner

Mehr Besucher als Stadträte, und sie interessierten sich für die geplante Änderung des Bebauungsplans am Eselsberg. „Es erschließt sich für mich nicht, allen in diesem Gebiet eine Änderung aufzudrängen, weil einer für sein Grundstück eine Änderung möchte“, nannte Thomas Rank (CSU) das Vorgehen „nicht zielführend“.

Als Kompromiss schlage er einen Befreiungsantrag vor und stellte fest: „Das Ganze ist in eine verkehrte Richtung gelaufen.“ Rechtsdirektorin Susanne Schmöger ergänzte, dass derzeit keine Aussage getroffen werden könne, ob entsprechende Anträge zulässig seien. Dies müsse geprüft werden.

Kompromissversuche

Mit einer Anpassung der Baugrenzen und einer Beschränkung der Wohneinheiten pro Gebäude auf zwei hatte das Stadtbauamt bereits auf die Kritik der Anwohner reagiert, die den Bau eines Mehrparteienhauses befürchteten. Zudem sollte ein fünf Meter breiter Grünstreifen einen erhöhten Abstand zu den Nachbarn sichern und die vorhandenen Grünstrukturen erhalten.

Für Thomas Steinruck (KIK) waren die geplante Änderungen „eine Verschlechterung“. Er stellte die Frage, ob überhaupt bekannt sei, was der an der Änderung interessierte Anliege vorhabe.

Auch Uwe Hartmann (BP) sprach sich gegen den neuen Bebauungsplan aus: „Wir als Stadtrat sollten uns gefälligst danach richten, was das Volk möchte.“ Dem folgte das Gremium und stimmte für die Einstellung des Bauleitplanverfahrens. Zugleich wurden die bisherigen zwei Stadtratsbeschlüsse zu diesem Thema aufgehoben, „um das Verfahren ordnungsgemäß zum Abschluss zu bringen“, wie Schmöger erklärte. Statt eines neuen Bebauungsplans gilt weiterhin der alte.

Auch vergab der Bauausschuss die Planung für den Anschluss der Nordtangente an die Staatsstraße 2272 nach Großlangheim an das Ingenieurbüro Mayr aus Aichach. Nach einem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2014 soll dieser mittels eines Kreisverkehrs erfolgen. Weitere Äste sollen zum Technologiepark conneKT und zum Richthofen Circle führen.

Zudem ist durch den Wegfall der Bahnstrecke im Übergangsbereich eine günstigere Linienführung der Tangente möglich. Als möglicher Baubeginn wurde im Sachvortrag das Frühjahr 2020 genannt.

Aufträge für den Kindergarten

Für die Wiederinbetriebnahme des Kindergartens in den Marshall Heights wurden Aufträge vergeben. Abbruch- und Rohbauarbeiten nimmt die Firma KS Baugeschäft aus Nürnberg für rund 150 700 Euro vor. Sie können voraussichtlich Anfang Oktober beginnen und dauern zwei Monate. Die Außenanlagen legt die Firma GaLaBau Goßmann aus Veitshöchheim für 378 000 Euro an.

Allerdings lag das wirtschaftlichste Angebot um mehr als 20 Prozent über den berechneten Kosten. Auch diese Arbeiten sollen im Oktober beginnen, werden allerdings erst Ende Juni 2019 beendet sein. Fertig sein soll der Kindergarten im September 2019, angestrebt werde laut Sachvortrag jedoch ein früheres Ende der Baumaßnahmen.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.