Klein-Felix spielt mit dem Schotter auf der Baustelle. Seine Mama sitzt ein paar Meter entfernt in einem Straßencafé und unterhält sich mit einer Freundin. Gefährlich ist es hier auf der Baustelle nicht, denn die großen Baumaschinen sind schon weitergezogen.

Die Sanierung der Volkacher Altstadt geht mit großen Schritten voran. Die Hauptstraße ist im Bereich zwischen dem Marktplatz und der Einmündung Weinstraße bereits fertig. In diesem Teilabschnitt können die Besucher der Weinstadt bereits barrierefrei durch Volkachs Lebensader bummeln und auf den Stühlen der zahlreichen Straßencafés entspannen. Die Bauarbeiten in der gesamten Unteren Hauptstraße bis zum Unteren Tor sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wenn das Wetter mitspielt. 2016 soll dann die gesamte Hauptstraße zwischen Oberem und Unterem Tor fertig sein.

Noch ist die Untere Hauptstraße Baustelle, im unteren Stadtbereich zumindest. Dort sind die Bagger und Rüttelplatten noch kräftig am Schaffen. Im Untergrund wurden bereits die Versorgungleitungen neu verlegt. Strom, Telekom, Rohre für schnelles Internet und Gasleitungen wurden installiert. Das marode Wasser- und Abwassersystem wich einem neuen. Die Pflasterarbeiten folgen.

Großzügige Gehwegflächen mit Kreativplatten aus Beton kennzeichnen den ersten Bauabschnitt vom Marktplatz in Richtung Westen. Das Pflaster für die Fahrbahn ist aus Muschelkalk. Für Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen mit Rollatoren, Menschen mit Gehbehinderung und Kleinkinder ist die neue Flaniermeile ein deutliche Verbesserung. Die hohen Stolperkanten der Gehwege, die früher für Sturzgefahr zwischen Autos und Fahrradtouristen sorgten, sind verschwunden.

Durch die Baustelle im unteren Bereich der Hauptstraße ist aktuell eine Sackgasse entstanden, auf der an lauen Abenden Fußgängerzonen-Atmosphäre herrscht. Das gemütliche Zusammensitzen mitten auf der Straße wird sich allerdings ändern, sobald die gesamte Untere Hauptstraße fertig ist. Dann wird der Verkehr wieder zwischen dem Unteren Tor und dem Marktplatz fließen – als Einbahnstraße und verkehrsberuhigt. Dann müssen Klein-Felix und die anderen Kinder wieder auf die Autos aufpassen, auch wenn diese Schrittgeschwindigkeit fahren müssen.

Die neuen Parkflächen in der Hauptstraße sind ebenerdig angelegt und erlauben einen Kurzzeiteinkauf. Laut Planer Dag Schröder haben die Firmen Hoch- und Tiefbau Müller GmbH aus Gerolzhofen sowie NEWO-Bau aus Theres-Horhausen bislang gute Arbeit geleistet. Die Anwohner können sich in die Planungen mit einbringen. Eine eigens eingerichtete Lenkungsgruppe mit interessierten Bürgern unterstützt die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung mit Rat und Tat. Die Leute aus der Lenkungsgruppe werden demnächst auch die Standorte für Pflanzkübel und Fahrradständer festlegen. Mit der Pflanzung eines Baumes im Bereich des Weinguts Max Müller kommt etwas Grün in den Straßenzug. Städteplaner Schröder aus Schweinfurt ist zufrieden: „Es läuft hervorragend.“

Positiv bewertet er vor allem das Miteinander der Bauarbeiter und der Anlieger. Es herrscht ein gutes Betriebsklima auf der Baustelle. Geschäfte und Anlieger im unteren Hauptstraßenbereich müssen in den kommenden Wochen noch eine kleine Durststrecke überwinden.

Baukolonne zieht 2015 weiter

In den nächsten Wochen werden die Anwohner wieder mit einer Baustellenzeitung über den Stand der Dinge informiert. Das Konversionsmanagement des Landkreises mit Projektkoordinator Christoph Hagen begleitet die Sanierung. Er unterstützt die Stadt bei der Kommunikation zwischen Baufirmen, Anliegern und Besuchern. 2015 zieht die Baukolonne in die Obere Hauptstraße um, die ebenfalls einer Verjüngungskur unterzogen wird.

Wenn der Bereich zwischen Marktplatz und Oberem Tor ab dem kommenden Frühjahr zur Großbaustelle wird, lädt die Untere Hauptstraße bereits zum gemütlichen Spaziergang ein. „Das wird toll, mit dem Kinderwagen durch die Stadt zu laufen. Keine Kanten mehr, man muss nicht ständig hoch und runter“, schwärmt die Mutter von Felix. Sie freut sich schon auf ihren nächsten Stadtbummel mit dem Buben. Dann darf der Zweijährige auch sein Laufrad mitnehmen.