MARKTBREIT

Altlastensanierung des Mainufers verzögert sich

Altlasten, Kindergartensanierungen, Hochwasserschutz fordern die Stadt
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Das Thema Altlastensanierung im Mainuferbereich ist in Marktbreit nicht neu: Die Beseitigung der von der ehemaligen DBV-Tankstelle ausgehenden Verschmutzung wurde auf mindestens zwei Millionen Euro geschätzt.

Darüber hatte Bürgermeister Erich Hegwein bereits beim Neujahrsempfang im Januar gesprochen. Nach Beendigung des ersten Bauabschnitts zur Neugestaltung des Mainuferbereiches stand das Thema in der Jahresschluss-Sitzung am Montagabend erneut auf der Tagesordnung. Das Stadtoberhaupt informierte über erste Auswertungsergebnisse der beauftragten Firma GMP: „Es ist keine Luxussanierung geplant, aber wir müssen die geltenden Vorschriften einhalten.“ Für eine notwendige Erweiterung des bisherigen Untersuchungsauftrages an GMP bekam er vom Ratsgremium grünes Licht.

Verunreinigung bis zur Mainstraße

Die Verunreinigung, die vor Jahrzehnten von undichten Tanks der Tankstelle ausgingen, reiche nach Angaben von GMP bis hinüber zur Gaststätte Schiff. Ein Teil der Altlasten stamme wohl aus Aufschüttungen, eventuell von der Umgehungsstraße. Die grobe Kostenschätzung betreffe nur den Bereich der Tankstelle mit Umgriff bis zum Mainuferbereich ohne die Sanierung entlang der Staatsstraße und könne noch ansteigen.

„Es ist nicht arg ermutigend, da werden schon noch ein paar Unbekannte kommen“, befürchtete Hegwein. Die Spezialfirma habe eine „Hot-Spot-Sanierung“ vorgeschlagen. Dabei würden zunächst die Tanks entfernt, das umgebende Erdreich bis in eine Tiefe von fünfeinhalb Metern abgetragen und dann nochmals eine Untersuchung des Untergrunds gemacht.

Die Mauer Richtung Mainseite werde für die Arbeiten entfernt und könne später ersetzt werden, so Hegwein. Entlang der Staatsstraße müsse das Erdreich in einem bestimmten Neigungswinkel abgetragen werden, eine Verengung der Staatsstraße während dieser Zeit wäre eventuell notwendig. Wenig erfreut waren die Stadträte über den in Aussicht gestellten Zeitplan: derzeit erstelle die Firma GMP in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt ein Sanierungskonzept einschließlich einer genaueren Kostenschätzung, mit der nicht vor Ende März zu rechnen sei. Danach könne ein Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung erstellt werden.

Durch Sommerpause und ein Verbot der Arbeiten wegen Hochwassergefahr ab November könne die Sanierung 2018 wohl nicht mehr umgesetzt werden. Zur Verzögerung beigetragen habe auch die Erziehungspause des zuständigen Mitarbeiters bei GMP. Ein Beginn im Frühjahr 2019 sei realistisch.

Bauland ist sehr knapp

In seinem Jahresrückblick resümierte Hegwein die in diesem Jahr umgesetzten Aufgaben: den Einbau einer Klimaanlage im Obergeschoss des Rathauses, eine Sanierung der Treppen im Gnodstadter Rathaus, eine Erneuerung der Skateranlage, die jetzt kaum noch Lärm verursache, Planungsarbeiten für Erweiterungen an drei Kindergärten, und viele mehr.

Dass Marktbreit begehrt ist, zeigt die Nachfrage nach Gewerbeflächen und Bauplätzen: im Baugebiet Ohrenberg seien bereits alle Bauplätze vergeben, in Gnodstadt stünden nur noch drei von 18 zum Verkauf, sagte der Bürgermeister. Gewerbeflächen könne die Stadt derzeit nur noch in Gnodstadt anbieten.

Gewerbesteuer sprudelt

Auch die Zahlen spiegeln ein positives Bild wider: Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer (3,9 Millionen Euro) seien mehr als eine Million Euro höher ausgefallen als prognostiziert, was für eine gute Auftragslage der Betriebe spreche, so Hegwein. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer seien stabil. Aufgrund der höheren Einnahmen rechne Marktbreit allerdings mit Nachzahlungen für die Gewerbesteuer-Umlage. Wichtige Aufgaben, die auf die Stadt zukommen: Erweiterung und Sanierung von drei Kindergärten, Fortsetzung der Mainufergestaltung mit Altlastensanierung, Kanal- und Friedhofsanierungen, Regen-Rückhaltemaßnahmen in Gnodstadt und Marktbreit, Radwegebau von Gnodstadt nach Marktbreit.

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