MÖNCHSONDHEIM

Altes Handwerk: Kirchenburgfest lockte die Besucher

Handwerk und seine Techniken und vor allem Handarbeit erlebten die Besucher des Kirchenburgfestes in Mönchsondheim. Und die staunten nicht schlecht.
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Im mittelalterlichen Dorf erfuhren die Besucher des Kirchenburgfestes Mönchsondheim viel über Leben und Handwerk. Foto: Fotos: Gerhard Krämer
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Altes Handwerk und seine Techniken und vor allem Handarbeit erlebten die Besucher des Kirchenburgfestes in Mönchsondheim. Das Familienfest erfreute sich trotz größter Veranstaltungskonkurrenz im Umland eines guten Zuspruchs.

Die Kirchenburg, Höfe und Häuser sind voller Leben. Handwerker und Künstler erfüllen sie damit. Und natürlich die Besucher, vor allem die Kinder, die an verschiedenen Stationen begeistert mitmachen.

Welches Rathaus kann eigentlich eine eigene Bäckerei vorweisen? Die Besucher staunten nicht schlecht, als aus dem alten Rathaus in Mönchsondheim der Duft frisch gebackenen Brotes strömte. Bis 1958 war die alte Gemeindebäckerei in Betrieb. Zum Kirchenburgfest nahmen Bäcker sie wieder in Betrieb und schoben mehrfach mit Brotschiebern Laibe in den Ofen.

Der Blick über die Schulter

Im Obergeschoss ließ die Schwebheimer Klöppelgruppe mit flinken Fingern filigrane Kunstwerke entstehen und Puppenfreunde konnten beim Nähen von kleinen, individuellen Puppenkleidern zuschauen oder sich an vielerlei Kunst von der Fotografie bis zum Schmuck erfreuen.

Einige Besucher verbanden den Besuch mit etwas ganz Praktischem: Ihr Ziel war der Barbier Anton Lasar, der auf alte Art und Weise die Haare schnitt. Vor den sonst so ausgestellten Werkzeugen durfte man sich allerdings nicht schrecken lassen. Abgesehen von schweren Lockenwicklern wirkte das ausgestellte Handwerkszeug des Baders nämlich nicht gerade vertrauenswürdig. Aber man kam ja nur zum Haareschneiden und nicht zum Zähneziehen.

Über die Schulter ließen sich der Buchrestaurator, der Kalligraf, der Polsterer, der Kupferschmied, der Glasperlenwickler, der Büttner, der Strohflechter oder die Schneiderin schauen. Gerne erzählten sie von ihrer Kunst und fanden wissbegierige Zuhörer. Aber auch an anderen Ständen, zum Beispiel an dem des Imkers, gab es nicht nur leckeren Honig, sondern auch Wissenswertes über die Bienenvölker und die Probleme der Imker wegen der immer weniger werdenden blühenden Wiesen zu erfahren.

Leben wie im Mittelalter

Anziehungspunkt war außerdem das Leben in einem mittelalterlichen Dorf, denn für die Besucher gab es nicht nur eine mittelalterliche Modenschau, sondern auch Fechtvorführungen. Und für die Kleinen war nicht nur Malen, Töpfern oder Basteln geboten, sie durften sich auch als Steinmetze betätigen oder sich mit Tieren beschäftigen – vor allem die Häschen hatten es den Kindern angetan, aber auch die Esel Donald und Anna brauchten sich über mangelnde Zuwendung nicht zu beklagen.

Die familiäre Atmosphäre verstärkten auch das Frankonia Sextett, das an verschiedenen Orten musizierte. Geologisch Interessierten vermittelte Volker Dungs die Geologie des Schwanbergs. Ebenso nutzten die Besucher noch die Möglichkeit, die Ausstellung „Blende auf – Blick zurück“ anzuschauen, die einen Einblick in das dörfliche Leben im Dorf gab.

Da Samstagnacht die Entscheidung, ob Mönchsondheim 1972 zu Iphofen oder Markt Einersheim gehen soll, nicht nur von innen, sondern vor allem von außen sehr nass wurde, spielte man den Einakter „Gemmer nach Enerschi odder nach Iphouf?“ am Sonntag noch einmal.

Und diesmal wurden die Schauspieler am Wirtshaustisch und am Tisch des Ratsgremiums nur von innen nass. Die Entscheidung fiel natürlich für Iphofen aus, wobei die Frage, was gewesen wäre, wenn es anders gekommen wäre, durchaus interessant ist. Denn Mönchsondheim ist auf Grund des „Gemarkungsschlauches von Markt Einersheim das Bindeglied zu den anderen Iphöfer Ortsteilen. „Vielleicht hätten wir damals besser verhandeln sollen“, meinte einer der Schauspieler und lacht.

 

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