Markt Einersheim

Altersgerechte Versorgung und Pflege auf dem Land

"Ein Traum ist jetzt Wirklichkeit geworden und zum Anfassen hier", sagte Markt Einersheims evangelischer Dekan Ivo Huber beim Festakt zur Einweihung der neuen Diakoniestation im Alten Kindergarten und einer Tagespflege-Einrichtung. Die Gemeinde mit Bürgermeister Herbert Volkamer an der Spitze hätte mit dem Zuschuss von 400 000 Euro den entscheidenden Schubs zu dem Projekt gegeben.
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Sie freuten sich über die Eröffnung der Tagespflege-Einrichtung und Diakoniestation in Markt Einersheim (von links): Diakon Peter Walter, Vorsitzender diakonischen Rates Jochen Keßler-Rosa, Pfarrer i.R. Reinhard Kern, Bürgermeister Herbert Volkamer, Dekan Ivo Huber, Pflegedienstleiterin Carola Fischer, Architekt Martin Zeltner, Landtagsabgeordnete Barbara Becker und Landrätin Tamara Bischof.  Foto: Hartmut Hess
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"Ein Traum ist jetzt Wirklichkeit geworden und zum Anfassen hier", sagte Markt Einersheims evangelischer Dekan Ivo Huber beim Festakt zur Einweihung der neuen Diakoniestation im Alten Kindergarten und einer Tagespflege-Einrichtung. Die Gemeinde mit Bürgermeister Herbert Volkamer an der Spitze hätte mit dem Zuschuss von 400 000 Euro den entscheidenden Schubs zu dem Projekt gegeben.

Ivo Huber begrüßte zum Festakt Pfarrer i. R. Reinhard Kern und die anwesenden Firmenvertreter und  bedankte sich bei Ernst Dürr und Gunter Klatt, die sich im Diakonieverein als Projektleiter eingebracht hatten. "Diese Einrichtung schafft Lebensfreude bei älteren Menschen, was wollen wir eigentlich mehr?", sagte Ivo Huber. Im vorherigen Festgottesdienst in der St. Matthäus-Kirche predigte der Vorsitzende des Diakonischen Rates, Pfarrer Jochen Keßler-Rosa, darüber, dass die Diakonie anders arbeite als weltliche Träger solcher Einrichtungen. "Denn wir fragen nicht nach der Rendite, sondern danach, was der Mensch braucht", skizzierte Keßler-Rosa die menschliche Ausrichtung der Diakonie.

Verein ist Arbeitgeber

Die Tagespflege sei ein innovatives Projekt und sei das erste seiner Art der Diakonie in der Region und ein wichtiger Baustein in der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Durch die Verlegung der Diakoniestation aus Nenzenheim nach Markt Einersheim mit dem Bau der Tagespflege, haben sich die Voraussetzungen für den Diakonieverein geändert. Denn jetzt ist der Verein Arbeitgeber für die knapp 30 Beschäftigten in der Tagespflege und dem ambulanten Pflegedienst.

Als Bauherr trägt der Diakonieverein auch die finanzielle Last. Das Projekt hat 1,46 Millionen Euro gekostet, plus 100 000 Euro für den Erwerb des Alten Kindergartens. Der Diakonieverein brauchte dazu seinen kompletten Rücklagen von 450 000 Euro, die Gemeinde gab dazu 400 000 Euro, von der Glücksspirale flossen 150 000 Euro, die evangelische Landeskirche steuerte 150 000 Euro bei und weitere Zuschüsse gab es vom Landkreis und vom Diakonischen Werk. Für die Restsumme muss der Diakonieverein noch ein Darlehen aufnehmen. Den Bauverlauf und manche Hindernisse erläuterte Architekt Martin Zeltner, der Ivo Huber den symbolischen Schlüssel überreichte.

Künftig 16 Plätze fördern

Der Bürgermeister sah die altersgerechte Versorgung und Pflege auf dem Land als wichtig an.  Herbert Volkamer schilderte die Entwicklung der Planungen. Landrätin Tamara Bischof ging auf die gesellschaftliche Verantwortung ein, die Wiederaufbau-Generation unseres Landes im Alter zu versorgen. Als einer der wenigen Landkreise fördere Kitzingen solche Tagespflegeeinrichtungen, aber von den 16 Plätzen in Markt Einersheim könnten aktuell nur neun gefördert werden. Die Landrätin kündigte an, dem Kreistag noch vor der Sommerpause eine Änderung der Förderrichtlinie für die Pflegebedarfsplanung vorzulegen, künftig könnten dann alle 16 Plätze in Markt Einersheim gefördert werden. Die CSU-Landtagsabgeordnete Barbara Becker hatte ebenfalls gute Nachrichten, wonach der Freistaat den Bau solcher Einrichtungen fördere und zudem habe der Landtag aktuell beschlossen, auch einen Betrag von 100 Euro zu gewähren für die Zeiten, in denen Pflegeplätze nicht belegt seien.

Doch von unbesetzten Plätzen kann in Markt Einersheim im Moment keine Rede sein, wie Pflegedienstleiterin Carola Fischer informierte, laufe der Probebetrieb seit zwei Wochen bestens und es gebe schon eine Warteliste für die 16 Plätze. Ivo Huber und der katholische Diakon Peter Walter gaben der Einrichtung und dem Personal den Segen und der Posaunenchor umrahmte den Festakt. Hernach lud Carola Fischer die Gäste zu Kaffee und selbst gemachten Kuchen und guten Gesprächen beim Umschauen in der nagelneuen Einrichtung.    

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